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Hilfsverein Wundertüte aus Essen sammelt Spenden für Kinder

Der Vorsitzende des Kinderhilfsvereins Wundertüte, Horst Treffehn, arbeitet ein altes Fahrrad in Essen-Fulerum wieder auf.

Der Vorsitzende des Kinderhilfsvereins Wundertüte, Horst Treffehn, arbeitet ein altes Fahrrad in Essen-Fulerum wieder auf.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Essen-Fulerum.  Der Kinderhilfsverein Wundertüte aus Essen-Fulerum hat die Sachspendenbörse aus Platzgründen aufgelöst, unterstützt Projekte nur noch finanziell.

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Ein kleiner Verein mit großem Potenzial präsentierte sich unlängst den Besuchern des Haarzopfer Weihnachtsmarktes, um für das Vereinsziel zu werben: die Unterstützung von bedürftigen Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien. Seit seiner Gründung 2003 hat der Verein Wundertüte bisher rund 370.000 Euro an Spenden weitergegeben. Aus Platzgründen sei die Sachspendenbörse jetzt allerdings aufgelöst worden.

„Wir unterstützen Projekte durch Spenden. Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren eher noch gestiegen. Wir sammeln für Menschen, die von der Grundsicherung leben“, sagt Horst Treffehn (61), Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins, der in Essen-Fulerum seinen Sitz hat. Entstanden sei der Verein aus einem Freundeskreis, der schon lange für soziale Projekte und Einrichtungen wie die Elterninitiative krebskranker Kinder oder ein Waisenhaus in Rumänien gespendet habe. „Als der Ruf nach Spendenbescheinigungen lauter wurde, haben wir damals beschlossen, einen Verein zu gründen, um das ermöglichen“, so der pensionierte Polizeibeamte.

Durch ehrenamtliche Arbeit sind die Verwaltungskosten beim Verein Wundertüte gering

Durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder lägen die Verwaltungskosten bei niedrigen 1,1 Prozent. „Für die Spender ist es natürlich gut zu wissen, dass von 100 Euro 99 Euro dem sozialen Zweck zukommen“, erklärt Treffehn, der nach eigenen Angaben täglich rund eine Stunde für die Vereinsarbeit aufwendet. Auch nach Auflösung der Sachspendenbörse gebe man gelegentlich alte, wieder aufgearbeitete Fahrräder an bedürftige Familien weiter.

An der Gründung des Vereins sind neun Freunde beteiligt gewesen, inzwischen gibt es zehn Mitglieder. Die Projekte, für die „Wundertüte“ Spenden sammelt, haben sich im Laufe der Zeit ergeben: Man unterstützt Projekte in Essen, wie die Mini-Schule der Schule an der Viktoriastraße in Katernberg, die Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtert.

Verein pflegt die Kooperation mit großen Institutionen

Auch Einrichtungen in anderen Städten erhalten Geld, wie das Regenbogenhaus in Moers, eine Intensiv-Wohngemeinschaft für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen, in der Jugendliche lernen, ihren Alltag zu meistern.

„Wir arbeiten mit großen Institutionen wie der Caritas zusammen, die den Bedarf kennen“, sagt der Vorsitzende. Dem Kinderhilfsverein gehe es darum, zusätzlich Dinge zu finanzieren, für die die eigentlich zuständigen Stellen kein Budget hätten. „Dazu gehören zum Beispiel Geschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag“, so Treffehn. Wichtig seien den Vereinsmitgliedern auch die Unterstützung bei der Schulausbildung oder erlebnispädagogische Projekte.

Das Spendenaufkommen liege bei rund 28.000 Euro im Jahr – Tendenz leicht steigend, so der Vorsitzende. Es gebe Dauer- und Spontanspender, aber auch Anlassspenden, wie bei Trauerfällen oder runden Geburtstagen. Letztgenannte hätten 2018 – die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor – 8700 Euro ausgemacht. „Einiges kommt über familiäre Kontakte zusammen, das meiste läuft aber heute übers Internet“, erklärt Horst Treffehn. Alle Projekte seien auf der Internetseite des Vereins nachzulesen. Der Verein gehöre seit 2012 zu den Unterzeichnern der Initiative transparente Zivilgesellschaft von Transparency Deutschland.

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