Auktion

Hochbunker im Südostviertel erneut in der Versteigerung

Die Bassinstraße liegt nahe des Wasserturms an der Steeler Straße (oben links) und unweit der Stadtmitte (rechts oben ist der RWE-Turm zu sehen).

Foto: Roth

Die Bassinstraße liegt nahe des Wasserturms an der Steeler Straße (oben links) und unweit der Stadtmitte (rechts oben ist der RWE-Turm zu sehen). Foto: Roth

Essen-Südostviertel.   Die ungewöhnliche Immobilie im Südostviertel soll am 8. Dezember im Auftrag des Bundes versteigert werden. Neues Mindestgebot: 159 000 Euro.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Früher verkaufte René Silva Wohnungen und Häuser in Essen und arbeitete als Makler in Rüttenscheid. Heute bietet er Bahnhöfe oder Feuerwachtürme in einem Berliner Auktionshaus an. Dort kommt nun erneut der Hochbunker aus dem Südostviertel unter den Hammer, da sich bislang kein Käufer fand. Am 8. Dezember gibt es die Möglichkeit, mitzubieten. Das Mindestgebot liegt nun bei 159 000 Euro und damit immerhin rund 30 000 Euro unter dem Preis, den die ungewöhnliche Immobilie noch im Sommer bringen sollte.

„Wir wollen mit dem neuen Angebot in unserer Winterauktion etwas Schwung ins Bieterverfahren bringen“, kündigt René Silva an, der gebürtig aus Schuir stammt. Für das Objekt nahe des Wasserturms an der Steeler Straße habe es bereits Interessierte gegeben, der Kaufvertrag sei dann aber letztlich doch nicht zustande gekommen.

Hochbunker wurde in den Kriegsjahren gebaut

Der Hochbunker aus den Jahren 1942/43 steht an der Bassinstraße 36. Die Nutzfläche verteilt sich auf rund 720 Quadratmeter und zwei Geschosse auf etwa 1600 Quadratmetern Grundstück. Wer durch die dicke Stahltür und Schleuse ins Innere gelangt, den erwarten zahlreiche Schutzräume mit fensterlosen weißen Wänden. Eine Lüftungsanlage befindet sich im Erdgeschoss, es gibt drei Eingänge, zahlreiche Toiletten und zwei Treppenhäuser.

Die zwei Meter dicken Wände machen einen theoretisch möglichen

Abriss eher unrentabel, sagt Silva, der bereits in Altendorf einen Bunker an Essener Bauunternehmer versteigert hat. Im Südostviertel könnte der Hochbunker dem Neubau eines dreistöckigen Mehrfamilienhauses weichen, denn unter Denkmalschutz steht er nicht. Allein aus wirtschaftlichen Gründen wäre wohl eine gewerbliche Nutzung naheliegender: eine Indoor-Spielhalle oder Proberäume für Bands, lauteten nur einige Vorschläge von René Silva bereits vor dem ersten Auktionstermin. Bei einer Besichtigung im Sommer hatten potenzielle Interessenten vor allem die Aufstockung des Bunkers mit Mietwohnungen vor Augen, sprangen dann aber doch ab.

Keine Heizung und kein Handyempfang

So steht der Hochbunker weiterhin leer. „Nach dem Krieg wurde der Bau als Lagerfläche genutzt“, erklärt Thorsten Grützner von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, da der Bunker im Bundeseigentum ist – wie auch die Hochbunker an der Ahrenbergstraße und Frintroper Straße. Wenn der Bund keine Verwendung für die Bauten hat, werden diese verkauft. Wie das Altendorfer Objekt. Im Moltkeviertel wurde eine unterirdische Anlage jedoch verfüllt, da diese die Moltkestraße darüber gefährdete.

Den Zustand des Bunkers an der Bassinstraße hingegen bezeichnet René Silva als gut. Allerdings ist der Bau laut Beschreibung nicht beheizbar, und auf Telefonate oder Nachrichten mit dem Handy wird der künftige Eigentümer auch verzichten müssen.

>>AUKTION UND BESICHTIGUNGSTERMIN

Die Versteigerung findet am Freitag, 8. Dezember, im Berliner Auktionshaus Karhausen statt. Beginn ist um 14 Uhr. Bieter können ihre Gebote vor Ort abgeben, sie aber auch schriftlich einreichen. Es ist auch möglich, mit Hilfe eines Mitarbeiters live am Telefon mitzubieten.

Wer Interesse an einer Besichtigung hat: 030-89 04 856. Weitere Infos gibt es auf: www.karhausen-ag.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik