Sicherheit

Hochzeits-Konvois: Essener Polizei zählt schon 14 Einsätze

Ende März stoppte die Polizei einen ausufernden Hochzeitskonvoi auf der Bottroper Straße. Zwei Autos und Führerscheine wurden sichergestellt.

Ende März stoppte die Polizei einen ausufernden Hochzeitskonvoi auf der Bottroper Straße. Zwei Autos und Führerscheine wurden sichergestellt.

Foto: Justin Brosch / ANC-News

Essen.  Essens Behörde bereitet sich auf die Verteilung der Hochzeitsgebote des Innenministers vor. Ermittlungen nach Rennen auf Bottroper Straße laufen.

Die Polizei gibt sich wenig romantisch, wenn sie in den nächsten Tagen und Wochen in Essen die neuen Hochzeits-gebote des Innenministers gegen Chaos-Konvois allzu überschäumender Gesellschaften in der Stadt verteilt: „Halten Sie sich an die Verkehrsregeln“, „Behindern Sie nicht den Verkehr“, „Provozieren Sie keine Staus“, „Zünden Sie keine Feuerwerkskörper“, „Führen Sie keine Waffen mit“ lauten nach einem knappen Glückwunsch an die Frischvermählten die klaren Anweisungen auf einem Flyer, dessen Verbreitung der öffentlichen Ordnung dienlich sein soll.

„Die Essener Polizei hat einen ganzen Batzen davon bekommen“, sagt deren Sprecher Christoph Wickhorst, inklusive der dienstlichen Anweisungen aus Düsseldorf, gegen Hochzeitskorsos, die aus der Spur geraten, konsequent einzuschreiten, klare Grenzen zu setzen und selbst bei Kleinigkeiten auf die Bremse zu treten. Es gelte, so die Botschaft, einen Aktionsplan umzusetzen.

Vor allem in der Innenstadt und im Norden musste die Polizei einschreiten

Was offenbar auch in Essen vonnöten ist: Immerhin 14 Einsätze, weiß Wickhorst, hat die Polizei allein in den vergangenen zwei Monaten fahren müssen, weil Feiern im öffentlichen Raum aus dem Ruder liefen, sich Hochzeitsgesellschaften nicht an die allgemein gültigen Vorschriften im Verkehr hielten. Vor allem in der Innenstadt und dem Norden Essens musste die Polizei einschreiten und auf die Einhaltung der Regeln pochen. Was in den allermeisten Fällen dann auch fruchtete, sagt Wickhorst.

Bislang schlug in Essen nur eine feiernde Truppe so richtig über die Stränge: Ende März stoppte die Polizei einen Korso mit rund 25 Fahrzeugen, der allzu schnell und rücksichtslos auf der Bottroper Straße unterwegs. Nach wilden Fahrspurwechseln bildeten die Autos der Gäste eine Gasse, zwei Golf-Fahrer lieferten sich darin ein Rennen. Eine Hundertschaft bremste den Konvoi schließlich aus, die beiden Volkswagen als auch die Führerscheine der Fahrer wurden sichergestellt und die Ermittlungen dauern bis heute an, wie Polizeisprecherin Sandra Steinbrock bestätigt. Die Autos musste die Polizei zwar wieder herausrücken. Doch ein Fahrer wartet noch auf seine Fahrerlaubnis und womöglich auch noch deutlich länger. „Das Verfahren läuft“, sagt Steinbrock.

Die Polizei will sich mit Partnerbehörden absprechen

Wie die hiesige Polizei ihre Broschüren möglichst gewinnbringend an die Frau und den Mann bringt, ist noch nicht ganz klar. Man werde sich noch mit Partnerbehörden absprechen, sagt Wickhorst. Denkbar sei zum Beispiel, die Flyer in Party-Locations in der Stadt zu verteilen wie etwa dem „Prenses Palace“ am Westendhof, einem der größten Festsäle für Hochzeiten mit Platz für bis zu 500 Gäste.

Bei Can Koca, dem Sohn der Betreiberin, wird die Behörde jedenfalls offene Türen einrennen. „Natürlich“, sagt Koca, werde man dort die Broschüre des Innenministers auslegen, wenn es gewünscht sei. Nein, Verständnis für ausufernde Feier-Exzesse auf der Straße habe er nicht. Deshalb erwarte man auch von den „Palace“-Gästen, dass sie sich an die Regeln halten. „Wenn jemand in die Luft schießt, hat sich die Feier erledigt, dann wird der Laden abgeschlossen“, so Koca: „Klare Ansagen helfen.“

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