Club-Jubiläum

Huttroper kegeln seit 60 Jahren und suchen Nachwuchs

Kegeln noch immer mit viel Spaß: (v.l.) Heinz König, Dieter Schmuck, Gerd Ebeler, Jochen Kuhl, Eugen Eschmann, Hermann Godder, Konrad Pfeiffer, Werner Unterschemmann und Werner Blaskowski.

Foto: Stefan Arend

Kegeln noch immer mit viel Spaß: (v.l.) Heinz König, Dieter Schmuck, Gerd Ebeler, Jochen Kuhl, Eugen Eschmann, Hermann Godder, Konrad Pfeiffer, Werner Unterschemmann und Werner Blaskowski. Foto: Stefan Arend

Essen-Huttrop.   Seit 60 Jahren rollt die Kugel bei den Zwölf Aposteln. Der Club ist auf neun Mitglieder geschrumpft. Aber die über 80-Jährigen haben Spaß.

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Seit 60 Jahren schieben die Zwölf Apostel eine mehr oder weniger ruhige Kugel. Seine Heimat hat der Kegelclub nach Stationen in Rüttenscheid und Huttrop in der Gaststätte Hubertusburg an der Steeler Straße gefunden. „Wir sind inzwischen nur noch neun, alle zwischen 80 und 83 Jahre. Gern würden wir wieder zwei, drei Leute in unserem Alter dazunehmen“, hofft Dieter Schmuck (83) auf Verstärkung. Kegeln liege halt nicht mehr im Trend, seine Kinder und Enkel gingen allenfalls gelegentlich zum Bowlen, aber keinesfalls regelmäßig zum Kegeln.

Es gebe noch etliche Gaststätten mit Kegelbahnen, aber während man sich früher um freie Bahnzeiten regelrecht habe bewerben müssen, gebe es heute die freie Auswahl. Dieter Schmuck ist mit zwei weiteren Mitgliedern seit der offiziellen Geburtsstunde des Clubs 1958 dabei. Erst gehörten ausschließlich Mitarbeiter der Essener Steinkohle zum Kegelclub. „Die meisten kamen aus der Hauptverwaltung, es gab aber auch einen Steiger“, erzählt Schmuck, der selbst als Kaufmann tätig war. Später seien auch Mitglieder aus anderen Firmen und Berufen dazugekommen.

Eines hat sich nicht geändert: Die Zwölf Apostel sind nach wie vor ein reiner Männerclub. „Nur zum 50-jährigen Bestehen waren die Frauen mal bei der Kegeltour dabei“, sagt Jochen Kuhl (81), der ebenfalls als Kaufmann gearbeitet hat. Seine eigene Geschichte sei eng mit dem Kegeln verbunden. Sein Vater sei im Krieg gefallen. „Ich wollte mich an dem damals fälligen Schulgeld von 20 Mark im Monat beteiligen“, blickt Kuhl zurück. So habe er als 14-Jähriger damals noch in Wanne-Eickel Kegel aufgestellt und dafür fünf Mark erhalten. Später gründete Kuhl einen eigenen Kegelclub, der sich aber irgendwann auflöste. Seit 1969 ist Kuhl Mitglied der „Zwölf Apostel“.

Alle Mitglieder sind inzwischen über 80 Jahre alt

Obwohl die Mitglieder inzwischen alle über 80 sind, werde schon noch mit Ehrgeiz gekegelt. „Wir treffen uns jetzt an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat, inzwischen schon um 19 Uhr, damit wir nicht so spät ins Bett kommen“, sagt Dieter Schmuck und lacht. Gegessen werde bei den Kegelabenden übrigens nichts, aber das eine oder andere Bierchen trinke man schon. Dieter Schmuck und Jochen Kuhl wohnen in der Nähe der Kegelbahn, können dorthin laufen. Ein Kollege werde immer von seiner Frau abgeholt, was früher, als man noch in Rüttenscheid kegelte, an der Tagesordnung gewesen sei. „Einige fanden nach dem Kegeln einfach nicht nach Hause und nahmen jede Kneipe mit“, erinnert sich Kuhl.

Einer der Kegelbrüder stieß nach 50 Jahren Pause wieder zu ihnen. „Er war erst Steiger, gründete dann ein Transportunternehmen und war beruflich sehr eingespannt. Bei der Beerdigung seiner Frau haben wir uns wiedergesehen, und seitdem kegelt er wieder regelmäßig mit“, sagt Dieter Schmuck. Auch nach 60 Jahren stehe immer noch jedes Jahr eine Kegelfahrt auf dem Programm – seit 27 Jahren verbringen die Zwölf Apostel jedes Jahr ein Wochenende in der Nähe von Rüdesheim am Rhein.

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