Kita

In Essen fehlen mehr als 2400 Kita-Plätze

Der Kita-Ausbau in Essen läuft auf Hochtouren, trotzdem fehlen viele Plätze.

Foto: Kerstin Kokoska

Der Kita-Ausbau in Essen läuft auf Hochtouren, trotzdem fehlen viele Plätze. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Die Stadt Essen hat ein enormes Kita-Ausbau-Programm aufgelegt, doch viele Einrichtungen werden nicht pünktlich fertig. So fehlen 2400 Plätze.

Auch ins neue Kita-Jahr startet die Stadt mit einer erheblichen Versorgungslücke: Wie aus einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss hervorgeht, fehlen 2443 Plätze in Kitas und bei Tageseltern. Seit 2016 habe sich die Zahl der Kinder im Vorschulalter „durch Zuwanderung und den sprunghaften Anstieg der Geburtenrate“ fortlaufend erhöht, sagt Jugendamtsleiter Ulrich Engelen. Mit einem beispiellosen Ausbauprogramm hatte man schon im laufenden Kita-Jahr 857 neue Plätze schaffen wollen – doch 561 Plätze stehen nicht rechtzeitig bereit.

„Manche Kita, die fest eingeplant war, hat sich in der Fertigstellung verzögert. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Altlasten im Baugrund, Genehmigungsverfahren, die ihre Zeit brauchen, und die Realisierung von Bau-Projekten in einer Zeit, in der Baufirmen durch den Boom im Wohnungsbau ausgelastet sind“, erklärt Engelen. Zum Ende des Kita-Jahres werde es in Essen 270 Kitas mit 20 891 Plätzen geben, in den nächsten Jahren sollen 30 neue Einrichtungen sowie Erweiterungen für 3000 neue Plätze sorgen. So werde sich die Lage nach und nach bessern: „Wir sind überzeugt, dass das Betreuungsangebot im Kita-Jahr 2019/20 ausgeglichen sein wird“.

Tagesmütter werden weiter dringend benötigt

Noch werden die angestrebten Versorgungsquoten von 100 Prozent für Kinder ab drei Jahren (Ü3) und 40 Prozent für unter Dreijährige (U3) verfehlt: Die Ü3-Quote liegt bei 92,4 Prozent, die für U3-Kinder bei 33 Prozent. Die Stadt muss sich daher weiter mit Notmaßnahmen wie Spielgruppen und der überplanmäßigen Belegung von Kitas behelfen. Außerdem setzt man auf die Kindertagespflege.

Dabei hatte man den Anteil der Tagesmütter an der Betreuung von Kindern unter drei Jahren laut Ratsbeschluss von 2011 auf 25 Prozent senken wollen. Tatsächlich stieg er, liegt nun bei 37 Prozent. Plätze bei Tageseltern seien schneller zu schaffen als die in Kitas, daher hätten sie eine „Kompensationsfunktion beim Kita-Ausbau“, heißt es in der Vorlage zum Jugendhilfeausschuss.

Elternportal Little Bird läuft offenbar nicht störungsfrei

Ulrich Engelen weist auf die enorme Herausforderung hin, mit der sich die Stadt konfrontiert sieht: So habe sich die Zahl der Kinder von null bis sechs Jahren von 2015 auf 2016 um 1800 erhöht. „Und ein Jahr später hatten wir noch einmal 1000 Kinder zusätzlich.“ Daher sollen im nächsten Kita-Jahr gut 1500 neue Plätze entstehen – darunter 360, die schon im Vorjahr eingeplant waren.

Auch ein zweites Thema bleibt dem Jugendamt treu: Wie schon im vergangenen Jahr gibt es Ärger mit dem Elternportal Little Bird, über das die Kita-Plätze verwaltet werden. Eltern klagen, das System laufe noch immer nicht störungsfrei. Dagegen sagt das Jugendamt, es habe bisher eine „einzelne Störungsmeldung eines Bürgers“ gegeben. Gesprächsbedarf zu Little Bird sieht aber wohl auch der Jugendamtselternbeirat: In der kommenden Woche trifft er sich mit der Amtsleitung.

>>> VERSORGUNGSQUOTE KINDERBETREUUNG

Die Versorgungsquote für Kinder über drei Jahren (Ü3) stieg von 91,4 % im Vorjahr auf jetzt 92,4%, die für Kinder unter drei (U3) sank von 33,7 auf 33 Prozent. Läuft der aktuelle Ausbau wie geplant, sollen die Quoten nächstes Jahr bei 36,4% (U3) und 97,8% (Ü3) liegen. Angepeilt sind eigentlich 40 und 100 %.

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