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Jürgen Drews kämpft für die Akzeptanz des Essener Stadions

Harter Rock und spaßiger Schlager: Jürgen drews soll das Essener Stadion bekannt machen.

Harter Rock und spaßiger Schlager: Jürgen drews soll das Essener Stadion bekannt machen.

Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Im neuen Essener Stadion sollen nicht nur Fußballspiele, sondern auch Konzerte Zuschauer anlocken. Doch das hat sich das noch nicht herumgesprochen. Wie Schlagerstar Jürgen Drews versucht, den Musikfans im Revier die Hafenstraße als neuen Veranstaltungsort schmackhaft zu machen.

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Keine gute Woche für Spaniens Könige: Juan Carlos dankt ab, und in Essen-Altenessen steigt der mallorquinische Monarch ein bisschen müde aus dem Auto. Letzte Nacht stand Jürgen Drews um 2.30 Uhr noch auf einer Partybühne, jetzt soll er in einem Autohaus Werbung machen für den Konzertsommer im Stadion.

Drews (69) will eigentlich schnell zur Familie nach Dülmen, „meine Tochter macht gerade Abi“. Vorher nur noch ein bisschen Reklame fürs Stadion, schließlich soll die Hafenstraße zur neuen Kult-Bühne des Reviers werden. Das Problem ist: In Essen hat das noch längst nicht jeder mitbekommen.

„Die wenigsten Tickets verkaufen wir in Essen“, klagt Konzertmanager Rüdiger Mengede. „Unter zehn Prozent – normal wären 25 bis 35 Prozent.“ Dabei sind die Bedingungen in Bergeborbeck optimal: Das Stadion fasst 20 000 Zuschauer, bei Bedarf mehr, und füllt somit eine Lücke auf dem Musikmarkt. „Die Köpi-Arena in Oberhausen hat 12 000 Plätze, das Rhein-Energie-Stadion in Köln 37 000. Dazwischen gibt es im Revier nur Essen“, so Mengede.

Verantwortliche unter Zugzwang

In diesem Sommer müssen er und sein Team von der 2M-Events GmbH nun beweisen, dass das neue Stadion nicht nur Sport, sondern auch Konzerte kann. Am 27. Juni treten die alternden Hard-Rocker von Ozzy Osbournes Black Sabbath dort auf, zum vielleicht letzten Mal überhaupt in Europa (wobei, wie Drews bei der Programmpräsentation anmerkt: „Das haben schon viele gesagt“). Am 11. Juli findet die auf Schalke populär gewordene Schlagernacht erstmals in Essen statt, am 18. der „Bayao Summer Dance“ mit Cascada und einer Zielgruppe von 16 bis 29. Und einen Tag später kommen schließlich die Backstreet Boys.

Es gibt vor allem zwei Fragen, die sich kritische Geister stellen: Kann sich das Stadion als Veranstaltungsort zwischen all den Arenen im Umkreis behaupten? Und reicht die für einen Fußball-Viertligisten geschaffene Infrastruktur aus, um bei Konzerten ein Verkehrschaos zu vermeiden?

Mengedes Rechnung geht so: 5000 Parkplätze gibt es rund um das Stadion, bei bis zu 18 000 Besuchern reiche das. Bei richtig großen Auftritten könne auf der Bottroper Straße eine Spur zum zusätzlichen Parkplatz werden. „Das wäre allerdings die teure Lösung.“

Noch ein paar Fanfotos, dann steigt der Mallorca-König wieder ins Auto. Zur Schlagernacht kommt er wieder nach Essen. Jürgen Drews dreht sich zu Mengede um: „Wann ist die noch mal?“

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