Gewalt

Jugendliche verwüsten Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof

So verwüstet sah die Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof nach der Prügelei aus.

Foto: Bundespolizei

So verwüstet sah die Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof nach der Prügelei aus. Foto: Bundespolizei

Essen/Mülheim.   Sieben Jugendliche haben die Tchibo-Filiale im Essener Hauptbahnhof komplett verwüstet und zwei Ladendetektive angegriffen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Sieben Jugendliche haben im Hauptbahnhof eine Tchibo-Filiale zerlegt und sich eine derbe Prügelei mit zwei Ladendetektiven geliefert. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter aus Essen wurde durch die Attacke so schwer verletzt, dass er eine Klinik eingeliefert werden musste. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von fast zwei Dutzend Beamten vor Ort, um den Gewaltausbruch zu beenden. Die jungen Syrer im Alter von 13 bis 18 Jahren wurden festgenommen.

Wie die Bundespolizei am Montag berichtete, platzten die Kinder und Jugendlichen um 18.41 Uhr am Sonntagabend in die Filiale, rissen Verkaufsständer um, zerstörten sie teilweise und schmissen Ware auf den Boden. Während die Mitarbeiterinnen des Tchibo-Ladens unter Schock standen, griffen zwei Ladendetektive ein, bis sie von der Gruppe angegriffen wurden.

Gruppe griff zwei Ladendetektive an

Die Sicherheitsleute erklärten später gegenüber den eingesetzten Beamten, dass ihnen die Randalierer bereits im Vorfeld aufgefallen waren. Sie gerieten im Hauptbahnhof mit einer unbekannten Frau aneinander, von der sie dann aber wieder abließen. Die Gruppe erweckte den Eindruck, so die Detektive, gezielt Streit provozieren zu wollen. Daraufhin habe man die Jugendlichen gebeten, sich ruhig zu verhalten. Diese Ansage war Grund genug, den Essener und seinen Mülheimer Kollegen gezielt anzugehen.

Die Auseinandersetzung habe sich dann in das Geschäft verlagert, sagten die Detektive aus. In dem Laden gingen die Täter sogar mit herausgerissenen Regalböden auf die beiden Männer los.

Zivile Fahnder der Bundespolizei griffen ein

Zivile Taschendiebstahlfahnder der Bundespolizei schritten als erste ein und alarmierten weitere Einsatzkräfte der Hauptbahnhofswache. Es wurden sogar Bundespolizisten abkommandiert, die eigentlich im Fußballeinsatz waren. Auch die Landespolizei war vor Ort, bis die Jugendlichen schließlich in Gewahrsam genommen werden konnten.

Dem verletzten Sicherheitsmitarbeiter geht es inzwischen wieder besser, sagte Volker Stall, Sprecher der Bundespolizei. Der 26-Jährige habe das Krankenhaus wieder verlassen können. Den entsetzten Mitarbeitern des Geschäfts wurde psychologische Hilfe angeboten, sagte Arnd Liedtke, Sprecher der Tchibo GmbH in Hamburg.

Tchibo-Filiale wurde am Montag wieder geöffnet

Der finanzielle Schaden durch den Gewaltausbruch in dem Geschäft halte sich im Rahmen. Es seien nur Regalbretter zu Bruch gegangen. Die Ware wurde am Wochenende eingeräumt, die Filiale am Montag wieder geöffnet.

Die Bundespolizei sicherte für ihre Ermittlungen Videosequenzen der Überwachungskameras im Hauptbahnhof. Die sieben jungen Syrer wurden noch am Sonntag zeitversetzt entlassen. Bis auf einen 14 Jahre alten aus Preußisch Oldendorf wohnen sie alle in Mülheim. Bei einem der Täter fanden die Beamten ein Winzermesser. Ob es zum Einsatz kam, ist noch offen.

Die Bundespolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch gegen die Gruppe. „Die Ermittlungen werden wohl länger dauern“, meint Volker Stall: „Die Jugendlichen werden zunächst zusammen mit ihren Eltern vorgeladen und im Beisein eines Dolmetschers angehört.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Mehr zum Thema
Auch interessant
Aus der Rubrik