Coronavirus

Kampf gegen Corona kostet Stadt Essen 30.000 Euro pro Woche

Das Lagezentrum der Stadt Essen in der Hauptfeuerwehrwache an der Eisernen Hand.

Das Lagezentrum der Stadt Essen in der Hauptfeuerwehrwache an der Eisernen Hand.

Foto: Kintscher

Essen.  Essen hat eine erste Rechnung aufgemacht. Corona kostet nicht nur Nerven, sondern allein bei der Feuerwehr zwei Millionen Euro in diesem Jahr.

Nach nunmehr fast 100 Tagen Corona-Krise hat die Stadt Essen eine erste Rechnung aufgemacht: Der kommunale Kampf zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie wird gefühlt nicht nur viele Nerven kosten, sondern bis zum Endes Jahres zudem mit voraussichtlich knapp zwei Millionen Euro bei der Essener Feuerwehr zu Buche schlagen.

Das jedenfalls ist der momentan prognostizierte Preis für den Betrieb des Lagezentrums und des Bürgertelefons sowie für die Anschaffung notwendiger Medizinprodukte als auch der Schutzausrüstungen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Verwaltung für den Rat der Stadt hervor, in dem angefallene Überstunden etwa durch die Einsätze der Abstrichteams allerdings noch längst nicht eingepreist sind.

Die Hälfte der Kosten fallen für den Mund-Nasen-Schutz an

Sollte der Ausnahmezustand länger anhalten, gehen die Verantwortlichen davon aus, Woche für Woche rund 30.000 Euro zusätzlich einplanen zu müssen. Die Hälfte davon wird allein für den Nachschub des sogenannten Mund-Nase-Schutzes für das Rettungspersonal fällig, um die erhöhten Hygienestandards einhalten zu können. Bei derzeit 300 täglichen Einsätzen, bei denen jeweils zwei Masken für die Einsatzkräfte plus eine für den Patienten anfallen, ergeben sich pro Woche Kosten in Höhe von rund 14.500 Euro, rechnet die Stadt vor. Eine Maske sei momentan im Schnitt für 2,30 Euro zu haben.

Zusätzliche Kosten entstehen immer dann, wenn Patientinnen transportiert werden, bei denen ein Infektionsverdacht besteht oder eine Infektion bereits bestätigt wurde. Im Anschluss an den Einsatz ist eine aufwändige Oberflächendesinfektion der Fahrzeuge erforderlich. Für diese etwa einstündige Aktion sind spezielle Kittel, Brillen und Masken von zwei Feuerwehrkräften zu verwenden. Bei einem Preis von 15 Euro pro Materialsatz sind bei rund 500 Sonderdesinfektionen seit Beginn der Pandemie so bereits 15.000 Euro Kosten nur für die Anschaffung dieser Schutzausrüstung entstanden.

Es fielen deutlich weniger Krankentransporte an

Steigende Ausgaben für Kraftstoff entstehen sowohl für die Abstrichteams als auch für Transportfahrten zum Materiallager des Landes NRW in Düsseldorf. Wegen der hohen Kosten des Bürgertelefons wird der dafür kalkulierte Jahresansatz von rund 50.000 Euro in Kürze überschritten, heißt es.

Vor diesem Hintergrund soll der Rat der Stadt Essen in seiner Sitzung am Mittwoch bislang nicht eingeplante Mittel in Höhe von knapp zwei Millionen Euro absegnen. Beglichen werden soll die Rechnung mit Geld aus dem Topf des "Rettungsdienstes", bei dem die Stadt mit weniger Ausgaben rechnet, weil die Essener Krankenhäuser über Wochen Operationen und ambulante Behandlungen massiv reduziert haben und deshalb deutlich weniger Krankentransporte anfielen.

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