Terror-Razzia

Kampf gegen Terrormiliz IS: Razzia in Essener Wohnungen

In diesem Haus in Essen-Freisenbruch durchsuchten Fahnder der Bundesstaatsanwaltschaft eine Wohnung.

Foto: Rene Anhuth/ ANC-News

In diesem Haus in Essen-Freisenbruch durchsuchten Fahnder der Bundesstaatsanwaltschaft eine Wohnung. Foto: Rene Anhuth/ ANC-News

Essen/Frankfurt am Main.  Spezialeinsatzkommandos der NRW-Polizei haben am Dienstagmorgen zwei Wohnungen in Essen durchsucht. Im Visier: mutmaßliche IS-Anhänger.

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Im Schellingweg in Essen-Freisenbruch und in der Hohenburgstraße im Südviertel haben Spezialeinsatzkommandos der NRW-Polizei am Dienstagmorgen zwei Wohnungen von mutmaßlichen Anhängern der islamistischen Terrormiliz IS durchsucht.

Innenminister Herbert Reul teilte mit, dass in Essen ein syrischer Terrorverdächtiger festgenommen wurde. "Der Mann steht im Verdacht, Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu sein“, sagte Reul. Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt um einen 20-Jährigen, der im Spätsommer 2015 nach Deutschland eingereist ist.

Unterschiedliche Berichte über mögliche Anschlagsziele

Im Laufe des Tages gab es verschiedene Meldungen über mögliche Anschlagsziele: So berichtete die Hessenschau am Vormittag unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass die Verdächtigen einen Anschlag auf den Essener Weihnachtsmarkt geplant haben sollen.

Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft hat mutmaßliche Anschlagspläne auf den Essener Weihnachtsmarkt gegen über dieser Redaktion am Dienstagmittag als „Spekulation“ bezeichnet. Am Nachmittag berichtete der Kölner Stadtanzeiger, dass die Männer möglicherweise einen Anschlag auf das Einkaufszentrum am Limbecker Platz geplant hätten.

500 Polizisten bei Razzia in mehreren Städten im Einsatz

Laut dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft wurden bei den Durchsuchungen Speichermedien, Laptops, PCs, Mobiltelefone sowie schriftliche Unterlagen beschlagnahmt. Diese würden nun ausgewertet. Zudem fänden Vernehmungen und Zeugenbefragungen statt. Über einen Haftbefehl werde voraussichtlich am Mittwoch entschieden.

Die Razzia steht im Zusammenhang mit einer koordinierten Aktion in mehreren Städten - neben Essen gab es Durchsuchungen in Hannover, Kassel und Leipzig in Ingesamt acht Wohnungen. Insgesamt waren 500 Polizisten im Einsatz. Sechs Männer zwischen 20 und 28 Jahren wurden demnach vorläufig festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Zuvor hatte die Zeitung „Die Welt“ darüber berichtet.

Bei allen Festgenommen soll es sich um Syrer handeln. Sie sollen Anhänger des IS sein.

Festgenommene Syrer reisten als Flüchtlinge ein

Vier der Verdächtigen sind im Dezember 2014 als Asylsuchende nach Deutschland eingereist. Die anderen kamen im August und September 2015. Rund 500 Polizeibeamte waren an den Durchsuchungen beteiligt. Dabei wurden auch Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen beschlagnahmt, wie die „Welt“ berichtete.

Die Hinweise auf die Verdächtigen kamen laut Informationen der Zeitung durch Hinweise von Geflüchteten. Die Festgenommenen sollen sich untereinander kennen. (j.m./aba/dpa/reuters)

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