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Kein Schießstand: Essener Polizei will BLB die Miete kürzen

Der marode Schießstand der Essener Polizei ist am 8. Mai überraschend geschlossen worden.

Foto: Polizei

Der marode Schießstand der Essener Polizei ist am 8. Mai überraschend geschlossen worden.

Essen.   Die Suche der Polizei Essen nach einem neuen Schießstand geht weiter. Auch wenn Nachbarbehörden Kapazitäten frei, reicht das Angebot noch nicht.

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Keine Leistung, kein Geld: Nach der plötzlichen Stilllegung des Schießstandes der Polizei an der Norbertstraße will die Essener Behörde dem verantwortlichen Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) die Mietzahlungen kürzen. Dies berichtete Kriminaldirektor Ralf Ansorge, Chef des Leitungsstabs, jetzt auf Anfrage: „Wir wollen über die Aufsichtsbehörden deutliche Mietkürzungen auf den Weg bringen.“

Unterdessen geht die Suche nach geeigneten Alternativen weiter, die der BLB nicht anbieten kann. Es gebe einige freie Kapazitäten in anderen Behörden, um die Essener Beamtinnen und Beamten das verpflichtende Schießtraining absolvieren zu lassen. Doch reichten die Angebote für deutlich mehr als 1000 Polizisten noch nicht aus. „Aber es ist ein erster Anfang“, so Ansorge. Nach und nach gebe es weitere Zusagen, so dass zumindest Beamten des Wachdienstes und der Spezialeinheiten trainieren können.

Hoher zeitlicher und logistischer Aufwand

Das ganze Unterfangen, auf andere Standorte zurückgreifen zu müssen, ist für die örtliche Polizei jedoch mit hohem zeitlichen und logistischen Aufwand verbunden. Durch das Versagen des BLB, der als Eigentümer und Vermieter der Liegenschaft auf dem Gelände der Polizeischule seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, sind die Zeiten vorbei, in denen zum Beispiel eine Funkstreifenbesatzung recht spontan ihr Schießtraining binnen einer halben Stunde absolvieren konnte, wenn die Einsatzlage es zuließ.

Nun muss die Polizei rechnen, was für sie wirtschaftlicher ist: Größere Sammeltransporte zu umliegenden Behörden zu organisieren und damit zu riskieren, dass eine ganze Reihe von Beamten bis zur Rückfahrt auf die Dienststelle warten müssen, bis auch der letzte ihrer Kollegen das Schießtraining absolviert hat, oder Polizisten in kleineren Grüppchen abzukommandieren. Kraftstoff- und Personalkosten müssen penibel gegengerechnet werden – „sonst ist das Ganze unwirtschaftlich“, sagt Ansorge.

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