Kettwiger Mühlengraben

Der versandete Mühlengraben bleibt weiter ein Sorgenkind

Völlig versandet und mit Wasserlinsen bedeckt ist der Mühlengraben in Kettwig.

Völlig versandet und mit Wasserlinsen bedeckt ist der Mühlengraben in Kettwig.

Foto: STEFAN AREND

Essen-Kettwig.   Vertreter aus Politik und Verwaltung, vom HVV und vom Ruhrverband trafen sich am Mittwoch am Mühlengraben – der ist und bleibt ein Sorgenkind.

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Großer Bahnhof für einen kleinen Teich: Vertreter von Grün und Gruga, vom HVV, Mitglieder der Bezirksvertretung IX , Anwohner, Vertreter des Anglervereins und Mitarbeiter des Ruhrverbandes trafen sich am frühen Mittwochmorgen am Mühlengraben.

Eines der Kettwiger Wahrzeichen, beliebtes Fotomotiv vor der Altstadtkulisse, ist von einer dicken Schicht Wasserlinsen bedeckt, droht über kurz oder lang zu versanden. Das Problem: Das Wasser ist zu wenig in Bewegung, Zu- und Ablauf funktionieren nicht mehr richtig.

Drainagerohre geschlossen oder beschädigt

Seit rund zwei Jahren bildet sich, sobald es wärmer wird, der grüne Teppich auf dem Teich. Aus ihren Mitteln hatte die BV IX ein Gutachten finanziert, das der Ursache auf den Grund gehen sollte.

Michael Wolframm von Grün und Gruga kennt das Ergebnis: „Man vermutet, das durch das Bauvorhaben am Promenadenweg Drainagerohre geschlossen oder beschädigt wurden und dass es deshalb keine hohe Frischwasserzufuhr mehr gibt. Wir haben aber noch ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, das die Wasserqualität im Mühlengraben feststellen soll.“

Gitterrost ist zu engmaschig

Auch in Sachen Abfluss könnte es eine Lösung geben. Der Gitterrost, der sich am Ende des Mühlengrabens direkt am Uferpalais, der ehemaligen Tuchfabrik befindet, ist zu engmaschig. Michael Wolframm: „Hier könnte man einige Streben abknipsen und schauen, ob das schon für genügend Durchfluss sorgt.“

Vom Angebot des Angelsportvereins Ruhrstolz, sich um den Mühlengraben zu kümmern, wenn dort alles wieder im Lot ist, hatte Michael Wolframm noch nichts gehört. Ein Anfang ist jetzt aber gemacht: Wolframm und Helmut Elbracht vom ASV Ruhrstolz haben zumindest schon einmal die Telefonnummern ausgetauscht. Elbracht hatte schon im September 2017 versprochen, dass sich sein Verein dann ehrenamtlich kümmern würde – „um einen Besatz mit Fischen, aber auch mit einem Arbeitsdienst, den wir organisieren könnten, um zum Beispiel Wasserlinsen einzusammeln, Bierflaschen zu entsorgen oder um alle zwei, drei Jahre auch einiges an Wasser abzulassen“.

Gestaltungskonzept liegt in der Schublade

Sollte das Problem Mühlengraben lösbar sein, stünde einer Umsetzung des Gestaltungskonzeptes von Grün und Gruga nichts mehr im Wege. Ein zentraler Punkt sieht die Fällung der Zedern vor, die dort seit Jahrzehnten stehen. Für Armin Rahmann vom HVV wäre das ein richtiger und wichtiger Schritt, denn „die Fällung würde wieder die Sichtachse auf die Altstadt freigeben.“ In der Denkmalbereichssatzung für den Ortskern Kettwig, die aus dem Jahr 1992 stammt, sei auch gerade der freie Blick von der anderen Ruhrseite auf die Altstadtsilhouette unter Schutz gestellt.

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