Suthoff for men schließt

Kettwiger Geschäft für Herrenmode schließt am Jahresende

Luise Suthoff hat sich 1994 mit einem Geschäft für Herrenmode in der Kettwiger Altstadt selbstständig gemacht – Ende 2018 hört sie auf.

Foto: Uwe Möller

Luise Suthoff hat sich 1994 mit einem Geschäft für Herrenmode in der Kettwiger Altstadt selbstständig gemacht – Ende 2018 hört sie auf.

essen-Kettwig.   Seit fast einem Vierteljahrhundert ist das Geschäft von Luise Suthoff Kettwigs Adresse für Herrenmode – Ende 2018 wird endgültig Schluss sein.

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Seit fast einem Vierteljahrhundert ist das Geschäft von Luise Suthoff Kettwigs Adresse für Herrenmode – Ende 2018 wird endgültig Schluss sein. „Dann wird sicherlich noch die eine oder andere Träne fließen“, sagt sie. Am 24. Oktober 1994 hat sie „Suthoff for men“ eröffnet. Fünf Jahre lang war ein Ladenlokal in der Kirchfeldstraße ihr Standort, dann ging’s in die Altstadtgalerie und seit elf Jahren bedient sie in allerbester Lage an der Hauptstraße ihre Kunden.

An diesem Morgen packt sie mal wieder Kartons aus. Aktuelle Winterware ist gekommen. Die Farben sind dezenter als im Sommer. Der Mann trägt die Farben Brombeere und Apfelgrün. Warum aufhören, wenn es so gut läuft? „Alles ist viel komplizierter geworden. Und irgendwann reicht es dann auch“, sagt sie.

Noch keinen passenden Nachfolger gefunden

Einen passenden Nachfolger hat sie bislang noch nicht gefunden. Interessenten gab es zwar genug, aber „ich möchte gern, dass es für meine vielen Stammkunden hier in Kettwig weitergeht. Vielleicht ja nicht nur ausschließlich mit Herrenmode. Der Laden ist groß genug – eine Seite Herren- und die andere Seite Damenmode. Auch das wäre möglich. Die ganze Einrichtung ist speziell angefertigt worden. Die würde ich gern hierlassen. Verkaufsraum, Lager, Büro – alles da.“

Luise Suthoff erinnert sich nur ungern daran, in welchem Zustand sich das historische Fachwerkhaus, das aus dem Jahr 1789 stammt, damals befand. „Die Räume hatten fünf Fußböden übereinander und insgesamt drei abgehängte Decken.“ Doch alles wurde vom Feinsten restauriert, modernisiert.

„Dackelohren“ und die Harry-Potter-Kollektion

Gab’s eigentlich so richtige Modesünden für den Herrn? „Vielleicht diese langen Kragen, die sogenannten ,Dackelohren’. Die waren in den 70er Jahren modern. Und vielleicht heutzutage die total engen Hosen und die engen kurzen Sakkos. Das sieht dann aus wie ein Konfirmationsanzug.“ Und – Luise Suthoff lacht, als sie sich an eine besondere Männer-Kollektion erinnert. „Die hatten sie Harry-Potter-Kollektion genannt. Aber die war schnell wieder vom Markt.“

In Kettwig wird sie auch bleiben, wenn sie ihren Laden aufgegeben hat. Hier lebt sie seit 28 Jahren, hat Freunde. Die waren auch da, als 2011 ihr Mann Willy plötzlich starb. Eine schwere Zeit. Doch aufgeben galt nicht.

Viele Pläne für die Zeit nach der Selbstständigkeit

Der Plan für die Zeit nach der Selbstständigkeit steht. „Ich werde noch mehr für mich selbst tun. Gymnastik, Massagen.“ Und reisen. Auf jeden Fall nach Lanzarote. Und auf ihre beiden anderen Lieblingsinseln. Nach Borkum und Sylt. Und in Sachen Städtereisen gibt es auch noch einige Lücken. Die werden definitiv gefüllt.

„Außerdem muss ich dringend zu Hause mal in Ruhe die Schränke aufräumen“, sagt sie und lacht wieder. „Dazu hat man ja sonst keine Zeit.“

Ein Abschiedsfest ist geplant

Ein Abschiedsfest hat Luise Suthoff geplant – es wird voraussichtlich am 1. Dezember stattfinden. Endgültig „Feierabend“ für Suthoff for men wird dann am 22. Dezember sein.

Luise Suthoffs Kunden kommen nicht nur aus dem Stadtteil, sondern auch aus Gelsenkirchen, Oberhausen und Düsseldorf – „und einer kommt zweimal im Jahr extra aus Bad Oeynhausen“.

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