Bürgerveranstaltung

Krayer Bürger fordern konsequenteres Handeln gegen Raser

Zwei Stunden lang stellte sich Oberbürgermeister Thomas Kufen den Fragen, Anregungen und Kritikpunkten der Krayer Bürger.

Zwei Stunden lang stellte sich Oberbürgermeister Thomas Kufen den Fragen, Anregungen und Kritikpunkten der Krayer Bürger.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Kray.  OB Kufen lädt zum Bürgerdialog ins Krayer Rathaus ein: Dort klagen die Anwesenden besonders über die Verkehrsdichte im Stadtteil.

Sie haben schon fast Tradition - die Dialoge, zu denen Oberbürgermeister Thomas Kufen, unterstützt von zahlreichen Verwaltungsmitarbeitern, regelmäßig Bürger aus unterschiedlichen Stadtteilen einlädt – dieses Mal in den alten Saal des Krayer Rathauses. Dort fanden sich über 50 interessierte Krayer ein, die ihre Sorgen, Nöte aber auch praktischen Vorschläge zur Verbesserung ihres Stadtteiles loswerden wollten.

Doch zunächst einmal gab es viel Lob vom Oberbürgermeister: für die lebendige und aktive Bürgerschaft und den lebenswerten schönen und charmanten Stadtteil, der die höchste Dichte an Gebäudedenkmälern in ganz Essen habe. „Wäre Kray in Berlin, dann wäre das hier ein echter Vorzeige-Kiez, in dem alle wohnen wollten“, schwärmt Kufen.

Das hörten die Anwesenden zwar gerne, ließen sich aber nicht von ihren Kritikpunkten abbringen. Vor allen Dingen der Verkehr in Kray ist vielen ein Dorn im Auge. Beispiel Krayer Straße: „Besonders nach Geschäftsschluss werden hier gerne kleine Rennen gefahren“, klagt ein Krayer und wünscht sich mehr Geschwindigkeitskontrollen. „Wir werden für jeden Bezirk ein mobiles Gerät anschaffen“, verspricht Kufen, „wo das dann aufgestellt wird, kann die Bezirksvertretung gemeinsam mit der Polizei entscheiden.“

Folgenlose Geschwindigkeitsmessung

Allerdings sei diese Form der Geschwindigkeitsmessung folgenlos – sprich, es werde nicht geahndet. Damit geben sich nicht alle zufrieden – sie fordern ein konsequenteres Handeln von der Stadt und den Ordnungskräften.

Das gilt auch für die Ottostraße: „Der Verkehr auf der Ottostraße ist eine Katastrophe“, beschwert sich ein direkter Anwohner, „die Laster donnern hier Tag und Nacht über die Straße, das bringt mich um meine Nachtruhe“. Der schlechte Straßenbelag würde den Lärm noch vergrößern. Schwerlastverkehr raus und Tempo 30, das wünschen sich die Bürger im Ratssaal.

Schwerlastverkehr auf der Ottostraße stresst die Anwohner

„Geht leider nicht“, sagt Sascha Beier vom Straßenverkehrsamt. Die Ottostraße sei eine Hauptverkehrsstraße und dazu noch eine Verbindungsachse. Dort dürfe es rechtlich keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer geben. „Aber demnächst wird die Ottostraße für 18 Monate gesperrt, dann verlegen die Stadtwerke dort neue Leitungen“, fügt Kufen als Trost hinzu. Um sich dann direkt fragen zu lassen, wohin denn der Verkehr umgeleitet werde.

Aber es gab auch Anregungen für Eigeninitiativen: Eine Frau setzt sich für einen Spender für Hundekotbeutel am Rathaus ein, will den selbst bestücken. Ein Handschlag und ein Dankeschön des Oberbürgermeisters sind ihr sicher. Eine andere Krayerin will dafür sorgen, dass die beschmierten Stromkästen im Stadtteil bunt bemalt werden, eine weitere sich um die Bepflanzung der Baumbeete kümmern.

Zugewachsener Fußweg und Partys auf der Sportanlage

Dort, wo Missstände aufgezählt werden, will sich Kufen persönlich ein Bild machen: zum Beispiel an der Sportanlage Wendelinstraße, die, laut den Angaben einer Bürgerin, unverschlossen sei und nachts als Partyort genutzt werde. Auch an der Rodenseelstraße gebe es ein Problem. Sie werde, so ein Krayer, als Lkw-Parkplatz genutzt. Und der Fußweg hinter dem Isinger Feld wachse langsam zu und sei in einem schlechten Zustand, berichtet ein anderer Bürger.

Zwei Stunden nehmen sich OB Kufen und seine Verwaltungsmitarbeiter Zeit für die Krayer. Sie nehmen viele Anregungen mit, machen aber auch eine Ankündigung für eine konkrete Stadtteilverbesserung: Im nächsten Jahr werde am Krayer Markt ein Stadtteilladen als Treffpunkt eröffnet.

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