Verkehrsknotenpunkt

Kritik an verlagerter Bushaltestelle am neuen Einkaufscenter

Weiter entfernt von der Altenessener Straße ist jetzt die Bushaltestelle in der Liefeldstraße. Das wird von Politikern kritisiert, war aber im Bebauungsplan so eingezeichnet.

Weiter entfernt von der Altenessener Straße ist jetzt die Bushaltestelle in der Liefeldstraße. Das wird von Politikern kritisiert, war aber im Bebauungsplan so eingezeichnet.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Altenessen-Süd.  In Altenessen werden Züge, Trams und Busse miteinander verknüpft. Doch ein echtes Konzept fehlt. Jetzt wurde noch eine Bushaltestelle verlegt.

Der Bahnhof Altenessen mit der Kreuzung Altenessener-/Hövel- und Lierfeldstraße ist einer der größten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Hier werden Regionalexpress und S-Bahn mit Straßenbahn, zwei U-Bahnen und drei Bus-Linien verknüpft. Doch wirklich zufrieden sind die Wenigsten mit dem Zustand. Nicht jeder drückt es so drastisch aus wie der fraktionslose Bezirksvertreter Dieter Stodiek: „Die verkehrliche Situation ist unter aller Sau.“ Doch auch andere Politiker sparen nicht mit Kritik, wie jetzt FDP-Mitglieder, die mit der Verlagerung der Bushaltestelle in der Lierfeldstraße nicht einverstanden sind.

Zurück an den alten Standort

Die FDP-Ratsfraktion fordert von der Stadtverwaltung, sich mit der Ruhrbahn ins Benehmen zu setzen, um die Bushaltestelle der Linien 140 und 183 am neuen Altenessener Süd-Karree wieder an den alten Standort zurück zu verlegen: „Der neue Standort der Bushaltestelle ist suboptimal für die Kundinnen und Kunden gelegen. Insbesondere sind Umsteigemöglichkeiten und Abfahrtshinweiser nicht direkt zu erkennen. Ebenfalls entfällt die Beschleunigungsmaßnahme der Busse.“

Der Vorteil des alten Standortes, der quasi direkt an der Einmündung Altenessener Straße lag, war die schnelle Einschätzung, ob sich ein kurzer Spurt lohnt, um noch die nächste Straßenbahn zu erreichen. „Sie fährt nämlich nur eine Minute nach Ankunft des Busses ab“, weiß Thomas Spilker. Doch mit der Verlagerung zurück an die Lierfeldstraße hätten die Fahrgäste die Anzeigetafeln nicht mehr im Blick. Außerdem fehle nun die Beschleunigungsspur für die Busse, die sich in die Rechtsabbiegerschlange einfädeln müssten, obwohl sie geradeaus in die Hövelstraße fahren wollten.

Niederflurbahnen nützen ohne hohe Bahnsteigkante nichts

Kritik übt auch Grünen-Ratsherr Walter Wandtke. „Bussteige und Straßenbahnhaltestellen – das ist alles nicht optimal“, sagt der Altenessener. Falls demnächst auch Niederflurbahnen nach Altenessen führen, müssten die Fahrgäste trotzdem eine hohe Stufe bewältigen, weil die Mittelbahnsteige fehlen. „Dann nützen diese Bahnen auch nichts“, ärgert er sich.

Betriebsverlagerung für neuen Platz

Und Dieter Stodiek hatte schon vor drei Jahren vorgeschlagen, das Gelände hinter der Bezirksverwaltung zu räumen. Dort hat Grün und Gruga eine Werkstatt, „die in einem Gewerbegebiet sicherlich einen besseren Standort hätte“. Durch eine Betriebsverlagerung hätte die Stadt „einen schönen Aufenthaltsbereich“ für die Fahrgäste, dazu einen Parkplatz mit E-Ladestationen schaffen können. Dieter Stodiek: „Als Großstadt macht man eine vernünftige Verkehrsplanung. Aber hier am Bahnhof Altenessen wurde sie nicht weiter verfolgt.“

Neue Haltestelle ist im Bebauungsplan eingezeichnet

Einig über die Parteigrenzen hinweg sind sich Thomas Spilker und Walter Wandtke, dass die Politik von der Verlegung der Bushaltestelle überrascht worden ist. Doch ein Blick in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Altenessen-Süd-Karree, den der Rat am 14. Dezember 2016 einstimmig verabschiedet hat, hätte ihnen gezeigt: Der neue Standort der Bushaltestelle war dort ebenso wie die Fahrspuren des Kraftverkehrs bereits eingezeichnet.

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