Shoperöffnung

Kultmarke Hollister eröffnet im Limbecker Platz in Essen

Noch sind die Schaufenster zugeklebt. Aber dass Hollister nach Essen kommt, ist im Einkaufszentrum Limbecker Platz kaum noch zu übersehen.

Noch sind die Schaufenster zugeklebt. Aber dass Hollister nach Essen kommt, ist im Einkaufszentrum Limbecker Platz kaum noch zu übersehen.

Foto: Kirsten Simon

Essen.  Ende des Jahres wird der US-Moderiese Hollister ein Geschäft in Essen eröffnen. Im Einkaufszentrum Limbecker Platz wird schon geworben.

Noch sind die Schaufenster großflächig zugeklebt, aber was hier demnächst passieren wird, ist kaum zu übersehen: Hollister eröffnet einen Laden im Einkaufszentrum Limbecker Platz. Auf den verdeckten Fensterscheiben sticht das Firmenlogo, die fliegende Möwe, bereits hervor. In einigen Wochen soll das Geschäft eröffnet werden. Ein spannendes Experiment.

Hollister übernimmt ein größeres Ladenlokal im Erdgeschoss des Centers, in Richtung Friedrich-Ebert-Straße. Bekannt ist die Marke für ihre Bekleidung im Surferstil. Ein Image, mit dem der etwas günstigere Ableger der US-Mutterfirma Abercrombie&Fitch gerne spielte. Früher wurden die Kunden von oberkörperfreien jungen Männern in Badeshorts empfangen. Verkäuferinnen hießen Store-Models und trugen Flip-Flops. Die Läden waren dunkel, die Musik laut und es roch so ähnlich wie in einer Parfümerie. Nur stärker nach Parfüm.

Markenexperte: Hollister verkaufte sein Shopkonzept als Clubkonzept

„Das Shopkonzept ist in diesem Fall eher ein Clubkonzept“, sagte der Markenexperte Michael von Bach vor einiger Zeit im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Kunde bekomme das Gefühl vermittelt, einen angesagten DJ-Club zu betreten. In ist, wer drin ist also. Vor zehn Jahren, als Hollister in Frankfurt seine erste Filiale auf deutschem Boden eröffnete, löste die Marke einen Haben-wollen-Impuls bei ihrer meist jungen Kundschaft aus. Es ging nicht nur um ein Stück Stoff, es ging um ein Lebensgefühl, das man einkaufte und in Papiertüten nach Hause trug. Bis dahin wurden die Klamotten gerne als Mitbringsel aus den USA mitgebracht, wo Hollister in etwa das verkörperte, was in Deutschland Esprit war. Solide Bekleidung, die es an vielen Stellen zu kaufen gab.

Vor den ersten Läden in Deutschland bildeten sich damals lange Schlangen. Oft gefüllt von Teenagern, die brav auf Einlass warteten und begleitet von den Eltern, die sich das Schauspiel verwundert aus sicherer Entfernung ansahen. So war es auch, als im Oktober 2010 die erste Hollister-Filiale im Ruhrgebiet eröffnete, im Centro Oberhausen. Seit einigen Jahren gibt es auch einen Laden in der Dortmunder Thier-Galerie – und ab Dezember dann in Essen.

Unternehmen Hollister sucht nach Mitarbeitern für die Filiale in Essen

Derzeit sucht das Unternehmen Mitarbeiter für seine neue Niederlassung. „Werde Teil des Teams“, heißt es auf Plakaten. Über eine Internetseite kann man sich bewerben. Offenbar soll in der neuen Essener Filiale auch eine Ecke für die Unterwäsche-Kollektionen des ebenfalls zum Hause Abercrombie&Fitch/Hollister gehörenden Anbieters Gilly Hicks reserviert werden.

Ob es bei der Eröffnung im Limbecker Platz wieder zu so langen Warteschlangen kommen wird, wie vor Jahren in Oberhausen und anderen Städten, ist mehr als fraglich. „Bei meinen Kindern und deren Freunden ist die Marke kein Thema mehr“, sagt ein Essener Vater, der zwei Söhne im Teenager-Alter hat. Kritiker werfen Hollister und Abercrombie&Fitch vor, den Bogen überspannt zu haben. Ein Abnutzungseffekt sei eingetreten, weil irgendwann jeder, der Wert darauf legte, die einfarbigen Kapuzen-Sweatshirts, T-Shirts mit Möwen-Logo oder Hollister-Schriftzug oder auch die typischen karierten Hemden besessen hätte und sich die Kollektionen kaum weiterentwickelt hätten.

Die langen Schlangen vor der Tür sind eine Seltenheit geworden

Etwas verändert hat Hollister seine Ausrichtung dann aber doch. In vielen Läden scheint es längst nicht mehr so dunkel zu sein wie in den Anfangsjahren. Der Einlass muss nicht mehr durch Türsteher geregelt werden, weil es nur noch selten Schlangen gibt. Und die jungen Verkäufer sind nicht mehr zwangsläufig halbnackt.

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