Einkaufszentrum

Leerstände im Limbecker machen Center-Management nicht Bange

Nein, dieser Kunde hier wird sich nicht bewegen: Ein großformatiges Foto verdeckt geschickt, dass Laden Nr. 205 im Limbecker Platz leer steht – wie eine ganze Reihe von Geschäften im Center.

Nein, dieser Kunde hier wird sich nicht bewegen: Ein großformatiges Foto verdeckt geschickt, dass Laden Nr. 205 im Limbecker Platz leer steht – wie eine ganze Reihe von Geschäften im Center.

Foto: André Hirtz

Essen.   Im Einkaufszentrum Limbecker Platz sind Leerstände unübersehbar. Das Center-Management aber beruhigt: Es sind Vorboten für den geplanten Umbau.

Der schlamm-farbene Pullunder hat’s ihm offenbar angetan: Seit geraumer Zeit schon starrt der lässige Typ mit der Schultertasche auf das ausgestellte Stück – bis der Beobachter auf der gegenüberliegenden Seite der Ladenzeile merkt: Oha, ist ja nur eine Fototapete. Und der Laden dahinter leer – wie in diesen Tagen eine ganze Reihe von Shops im Einkaufszentrum Limbecker Platz. Grund, sich Sorgen zu machen?

„Nein“, beteuert Center-Managerin Alexandra Wagner und spricht von „taktischen Leerständen“, mit denen der Einkaufs-Koloss mit seinen üblicherweise 200 Geschäften wohl bis zum Ende des Jahres wird leben müssen. Grund dafür: Die rund 70.000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Limbecker entstanden vor mittlerweile einem Jahrzehnt in zwei Bauabschnitten. Der erste wurde im August 2008 eröffnet, der zweite erst mehr als ein Jahr später im Oktober 2009.

Mietverträge im zweiten Bauabschnitt laufen erst aus

Mit der Folge, dass die damals in vielen Fällen üblichen Mietverträge von zehn Jahren Dauer zu unterschiedlichen Terminen ausliefen und noch auslaufen, die letzten zum Ende dieses Jahres. An Interessenten für bereits freigewordene Flächen habe es dabei nie gemangelt, betont Wagner, und in der Tat öffnen auch in diesem Quartal wieder Shops, doch andere Schaufenster bleiben mit großformatigen Fotos gut gelaunter Kundinnen noch über Monate geschickt verblendet.

Dahinter steckt die Erkenntnis, erst nach Auslaufen aller Verträge freie Bahn auch für gänzlich neue Laden-Zuschnitte zu haben: „Wir stehen jetzt schon in Verhandlungen, versuchen zu klären, wer wo mit welcher Größenordnung unterkommt“, so Center-Managerin Wagner. Aber all das mache eben erst Sinn, „wenn wir an alle Mietflächen drankommen“.

Neue Stühle und eine angenehmere Geräuschkulisse

„In einem Abwasch“ soll dann nicht nur die Laden-Landschaft dort neu sortiert werden, wo sich Marken verabschiedet haben, wo die einen Mieter mehr und die anderen weniger Platz benötigen. Zugleich ist auch vorgesehen, den Service zu optimieren.

Das reicht von Sanitärräumen, denen offenbar die „Wohlfühlatmosphäre“ fehlt, bis zu einer Parkhaus-Beschilderung, die das Wiederfinden des eigenen Gefährts nicht zur Herausforderung macht; von Piktogrammen zur Orientierung in den Ladenzeilen bis zum Gestühl im Imbiss-Bereich. Letzterer soll nicht nur sein etwas abgewetztes Image verlieren, sondern künftig auch eine angenehmere Geräuschkulisse bieten.

Was das Centro macht, „das merken wir schon“

Auch Brandschutzfragen werden eine Rolle spielen, wenn das Center voraussichtlich ab 2020 aufgemöbelt wird. Eine logistische Herausforderung (denn der Verkauf soll schließlich weitergehen) und eine finanzielle noch dazu: Das Limbecker gehört zum Anlagevermögen eines offenen Immobilienfonds der Investmentgesellschaf Union Investment, wo man sich auf die Expertise der Hamburger Betreiberfirma ECE Projektmanagement verlässt.

Wie groß das verfügbare Budget ausfällt, um den Limbecker Platz aufzumöbeln, bleibt einstweilen Betriebsgeheimnis. Unterm Strich geht es vor allem darum, für die rund 50.000 Besucher pro Tag attraktiv und im Vergleich mit anderen Centern wettbewerbsfähig zu bleiben: Dass der „Ruhr Park“ in Bochum aufwendig umgebaut wurde, habe man hier „fast gar nicht gespürt“, sagt Center-Managerin Alexandra Wagner. Anders beim „Centro“ in Oberhausen: „Was die machen, merken wir schon.“

Auch deshalb muss die große Geburtstags-Feier am Limbecker Platz noch etwas warten. Wie das eben so ist bei Zehnjährigen: Jeder will schließlich das größte Stück vom Kuchen.

>>> LIMBECKER PLATZ IN ZAHLEN

Das Einkaufszentrum Limbecker Platz entstand von 2006 bis 2009 am Nordwestrand der Innenstadt und bietet rund 200 Geschäfte samt Gastronomie, 2000 Parkplätze und einen direkten U-Bahn-Anschluss.

Zu den größten Läden gehören das Karstadt Warenhaus mit 14.700 Quadratmetern Verkaufsfläche, C&A mit 6200 qm, Saturn mit 4600 qm, Karstadt Sports mit 2700 qm und H&M mit 2450 qm.

Betrieben wird das Center von ECE Projektmanagement, Eigentümer ist ein offener Immobilienfonds der Investmentgesellschaft Union Investment (UniImmo: Europa). Die Investitionssumme betrug ca. 300 Millionen Euro.

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