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Neuer Club: Macher von „Essen diese“ geben Standort bekannt

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Die Identität bleibt geheim: Auch in ihrem neuen Club in Rüttenscheid trifft man die Macher von „Essen diese“ allenfalls mit Maske. Ihr Kooperationspartner ist Bastian Herzogenrath.

Die Identität bleibt geheim: Auch in ihrem neuen Club in Rüttenscheid trifft man die Macher von „Essen diese“ allenfalls mit Maske. Ihr Kooperationspartner ist Bastian Herzogenrath.

Foto: Foto: Julian Richter

Essen-Rüttenscheid.  Die Macher der Instagram-Satireseite „Essen diese“ haben bekannt gegeben, wo in Rüttenscheid ihr Club entsteht. Opening ist am 13. August.

Rüttenscheid bekommt einen neuen Club: Die drei Macher der Instagram-Satireseite „Essen diese“ haben ein Konzept für eine Diskothek mit Partys und Bar-Abenden entwickelt. Am Samstag (13. August) findet die offizielle Eröffnungsfeier der neuen Location – wie könnte sie anders heißen – „Club diese“ statt. Nachdem sie eine Woche lang ein Geheimnis daraus gemacht hatten, wo genau sich der neue Club befindet, gibt es nun Klarheit: So öffnet der Club in den Räumen des ehemaligen Purple im Girardethaus. Die Location ist im Essener Nachtleben keine Unbekannte, beherbergte sie früher etwa schon den Gold- und später den Solid-Club.

Robin, Lukas und Leon heißen die drei jungen Männer hinter „Essen diese“. Alle drei sind 25 Jahre alt und kommen aus dem Essener Norden. Ihre Nachnamen wollen sie nicht öffentlich nennen, auch ihre Gesichter soll niemand sehen. „Uns geht es nicht um den persönlichen Ruhm“, sagt Lukas. Auf der Fotoplattform Instagram veröffentlichen die drei regelmäßig sogenannte Memes: Bilder mit Texten, in denen sie meist auf lustige oder satirische Art die Klischees über Essen und seine verschiedenen Stadtteile aufs Korn nehmen. Über 47.000 Menschen folgen ihnen dort.

Konzept für neuen Rüttenscheider Club in acht Wochen entwickelt

„Essen diese“ ist inzwischen zu einer Marke in der Stadt geworden. Vor einiger Zeit haben die drei Macher angefangen, immer wieder Merchandise-Produkte produzieren zu lassen – zum Beispiel Ansteckbuttons mit der Aufschrift „Nord diese“ oder „Süd diese“ oder Bauchtaschen in dem Muster der Ruhrbahn-Sitze. Außerdem veranstalten sie Events, darunter etwa Partys in Kooperation mit dem „Hotel Shanghai“.

Kooperationspartner für den neuen Club ist Bastian Herzogenrath, dem neben dem früheren Purple auch das „19 Down“ gehört. „Wir waren in Gesprächen über ein anderes Event und dachten dann: Warum nur eine Veranstaltung, warum machen wir nicht gleich einen ganzen Club?“, erzählt er. „Das kam aus dem Bauch heraus“, ergänzt Robin. Innerhalb von acht Wochen hätten sie dann das Konzept entwickelt. Rund 500 Leute passen in den Club, der in den vergangenen Tagen mit einigen Kunstwerken ausgestattet wurde.

Club soll alle Essenerinnen und Essener ansprechen

Im Gegensatz zu einem Großteil der Gastronomiebetriebe hatten die jungen Männer dank ihrer Follower keine Probleme, Personal zu finden. „Wir haben einen Aufruf bei Instagram gemacht, da haben sich sofort über 100 Leute gemeldet“, schildert Robin. Einige hätten sogar geschrieben, dass sie für das Projekt ihren Job kündigen würden. „Die Community ist ein großes Privileg“, sagt Robin.

Das Konzept des neuen Clubs: Die Macher der Meme-Seite wollen Anlaufstelle für alle Essenerinnen und Essener mit ihren verschiedenen Musikgeschmäckern sein. Deshalb findet jeden Freitag eine Mottoparty mit einem anderen Genre statt: Mal heißt es „Hip Hop diese“, mal „Rock diese“, mal „Techno diese“, mal „Indie diese“. „Um es klischeehaft zu sagen: Wir wollen, dass sich bei uns sowohl die Rüttenscheid-Girls als auch die Leute aus dem Essener Norden wohl fühlen“, sagt Robin mit einem Lachen. Samstags soll es ein Barkonzept geben: Dann ist der Club ab 18 Uhr geöffnet, man kann draußen und drinnen etwas trinken. Ab 23 Uhr wird getanzt.

Macher von „Essen diese“ halten ihre Identität weiter geheim

Dass die neue Location nun ausgerechnet in Rüttenscheid eröffnet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie – denn häufig ziehen Robin, Lukas und Leon die angebliche Schickimicki-Kultur des Stadtteils durch den Kakao. „Wir hatten uns nicht auf einen Standort festgelegt, das hat sich einfach ergeben“, sagt Robin. Leon gibt zu bedenken: „Wir können leider im Norden keine Infrastruktur aus dem Boden stampfen.“ Der Club sei aber ja erst der Anfang. Nicht auszuschließen, dass man irgendwann auch in andere Stadtteile komme.

Zu erkennen geben sich die Macher von „Essen diese“ übrigens weder auf der Eröffnungsparty noch später. „Nicht einmal alle Angestellten wissen, wie sie aussehen“, sagt ihr Kooperationspartner Bastian Herzogenrath. Ungefähr einmal im Monat wollen die Männer kostümiert im Club unterwegs sein und etwas Besonderes anbieten: zum Beispiel Merchandise oder Freibier verteilen. Wann genau sie erscheinen, bleibt aber ebenfalls ein Geheimnis.

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