Immobilien

Im Ruhrgebietsvergleich steigen Mieten in Essen am stärksten

Ein Blick aus der Luft auf den Stadtteil Essen-Kray

Ein Blick aus der Luft auf den Stadtteil Essen-Kray

Foto: Hans Blossey

Essen.   Mieten in Essen haben zuletzt um fünf Prozent zugelegt, Preise für neue Eigentumswohnungen stiegen sogar noch stärker. Ruf nach mehr Baugrund.

Wohnen in Essen ist teurer geworden: Die Mieten zogen im vergangenen Jahr um fünf Prozent an. Das ist der stärkste Anstieg aller Städte im Ruhrgebiet gewesen. Das geht aus dem aktuellen Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschlands, IVD West, hervor, der am Donnerstag in Essen vorgestellt wurde.

Demnach zahlen Mieter in Essen, wenn sie eine neue Wohnung anmieten wollen, mittlerweile durchschnittlich acht Euro pro Quadratmeter netto kalt. Der Mietpreis bezieht sich auf eine Drei-Zimmer-Wohnung mit mittlerem Wohnwert. „Essen liegt damit an der Spitze des Ruhrgebiets“, teilte der Verband mit. Auf Platz 2 folgt Dortmund, wo für eine ähnliche Wohnung derzeit nur 6,80 Euro fällig werden.

Spitzenmiete liegt nun bei 14 Euro

Essen verbucht in der aktuellen Auswertung einen weiteren Rekord. Sehr gut ausgestattete Mietwohnungen im Neubau kosten im Süden der Stadt mittlerweile 14 Euro pro Quadratmeter. Auch das ist ein Spitzenwert im Revier.

Der Makler und gleichzeitig Essener IVD-Vorstand Wolfgang Tullius sieht zwei Gründe für den deutlichen Mietenanstieg: Zum einen würden Vermieter die Tiefzinsphase nutzen und in ihre Immobilien investieren. „Dass der Vermieter dann auch mehr Miete haben will, ist nachvollziehbar“, so Tullius. Zum anderen werde Wohnraum knapper. Vor allem gut ausgestattete aber auch einfache, preiswerte Wohnungen würden gesucht. „Den Ansturm auf freie Wohnungen kann man sich teilweise nicht vorstellen“, sagt der Makler. Offensichtlich nutzen Vermieter die Knappheit aus, um an der Preisschraube zu drehen.

Eigentumswohnungen sind 8,3 Prozent teurer

Für eine gute Wohnung im Bestand zahlen Mieter laut IVD durchschnittlich 9,50 Euro kalt und somit sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. Eine einfache preiswerte Wohnung kommt im Schnitt auf 5,40 Euro nach 5,20 Euro im Vorjahr. Aus Sicht von Tullius müsste der Wohnungsbau in Essen, vor allem auch kleinere Projekte, schneller vorangetrieben werden. Eine der Hürden aber seien Baugenehmigungen, die neun Monate und länger dauerten. Auch Nachbarn würden gegen Neubauten Widerstand leisten nach dem Motto: „Hauptsache ich wohne schön“, so Tullius.

Ähnliche Preisentwicklungen gibt es auch bei Eigentumswohnungen. Die Preise für Neubauten liegen im Durchschnitt um 8,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch das ist der größte Zuwachs in der Region, so der IVD. Höhere Grundstücks- und Baupreise treiben auch hier die Kosten für Bauherren. „Manche Grundstücke werden schon außerhalb der Vernunft gekauft. Entsprechend mehr muss der Bauherr dann verlangen“, meint Tullius.

Die Preise für eine neu gebaute Eigentumswohnung lagen zuletzt je nach Ausstattung und Lage zwischen 2850 Euro pro Quadratmeter und 4600 Euro, die im Essener Süden für Top-Immobilien gezahlt werden müssen. Damit ist Essen Spitzenreiter im Luxus-Segment im Ruhrgebiet.

>>>Mehr Infos zum IVD-Preisspiegel<<<

  • Einfamilienhäuser notierten mit einem Plus von durchschnittlich 4,3 Prozent. Für Baugrundstücke mussten Käufer im Schnitt 5,6 Prozent mehr bezahlen.
  • Alle Zahlen des IVD stammen aus den Einschätzungen und Marktberichten der jeweiligen IVD-Mitglieder vor Ort. Die Entwicklung bezieht sich jeweils auf die vergangenen zwölf Monate.

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