Varieté

Mike Bomheuer will das GOP-Varieté noch stärker vernetzen

Für Mike Bomheuer, Direktor des GOP, ist die Identifizierung mit seiner Aufgabe ein Motor. Foto:Kerstin Kokoska

Für Mike Bomheuer, Direktor des GOP, ist die Identifizierung mit seiner Aufgabe ein Motor. Foto:Kerstin Kokoska

Essen.   Direktor Mike Bomheuer will das GOP-Varieté noch weiter in der Stadt verankern. Firmen und Vereinen bietet er das Haus auch als Tagungsort an.

Fünf Kilo habe er zugenommen, sagt Mike Bomheuer und schaut an sich herunter. Bei seinen rund zwei Metern Länge fallen die diversen Arbeitsessen kaum auf, die der neue GOP-Direktor in den letzten acht Monaten zum Knüpfen von Kontakten angesetzt hat. Sein Ziel ist es, das Varieté-Theater über die Grenzen von Kultur und Stadt bekannt zu machen und nicht nur zu den Shows, ein volles Haus zu verbuchen. Als ehemaliger Vertriebsfachmann nutzt er dazu die vielen Netzwerke, die Essen zu bieten hat, und eine Mehrkanalstrategie.

Flyer verteilen reicht nicht

„Nur mit der Verteilung von Flyern erreichen wir die Zuschauer nicht“, meint Mike Bomheuer. Daher wird er von einer Social-Media-Vertreterin unterstützt und der Kartenverkauf im Internet ausgebaut. „Den klassischen Verkauf und die Beratung an der Kasse gibt es trotzdem. Aber immer mehr Menschen nutzen das Online-Ticketing.“

Seit seinem Start als Direktor ist „deutlich messbar, dass wir mehr Kunden generieren konnten“. Das gelingt zum Beispiel durch 14 Kleinwagen, die mit GOP-Schriftzug umherfahren, oder Sponsoring. „Wir haben unser Engagement bei Sportvereinen wie den Moskitos, Tusem und VC Allbau verstärkt“, berichtet Mike Bomheuer. Da gibt es Bandenwerbung einerseits und ermäßigte Karten für die Mitglieder und mal einen Besuch auf der Bühne andererseits. „Mannschaftsvorstellungen finden immer mehr Anklang und die Vereine richten ihre Siegerehrungen bei uns aus. So wird das GOP auch als Location mehr wahrgenommen.“

Als Tagungsort hätten sie hervorragende Voraussetzungen, erläutert Mike Bomheuer. „Wir verfügen über Ton- und Lichttechnik, eine Gastronomie, die weit über Varieté-Niveau liegt und ein großes Parkhaus gegenüber. Damit kann man punkten.“ Unternehmen mit ihren Produktvorstellungen und Verkaufsschulungen sind im Visier des GOP-Direktors, um spielfreie Tage zu nutzen. Zudem ist er im Gespräch mit der Universität, kooperiert mit einem lokalen Getränkehersteller ebenso wie mit den Betreibern von Zollverein und der Kreuzeskirche.

Demnächst folgen Partnerschaften mit der Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen und dem Moviepark in Bottrop. Und der 55-jährige GOP-Chef hat seine Fühler auch schon Richtung Rheinland ausgestreckt. „Wir haben dort bereits neue Kunden gewinnen können - betriebliche und private“, erklärt Bomheuer.

Programmheft immer im Auto

Einen „9 bis 17 Uhr“-Job hat Mike Bomheuer nicht. Das Einleben in der Nachbarschaft von Überruhr-Hinsel und darüber hinaus hat dennoch geklappt. Er ist seit dieser Session Ehrenvorsitzender im Essener Karnevalsverein, obwohl er vorher nichts mit Jecken am Hut hatte, und wird mittlerweile öfter erkannt und angesprochen. Für solche Fälle hat der GOP-Chef stets ein paar Programmhefte im Auto, das als einziges Direktorenfahrzeug im Unternehmen ein Firmenlogo trägt. „Das ist für mich Identifizierung mit der Aufgabe“, betont er. Vor 22 Uhr ist er selten zu Hause. Und am Wochenende stehen die Spiele „seiner“ Vereine an. „Netzwerke“, sagt er, „müssen gelebt werden“.

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