Oldtimer

Mit 111 Autos sind die Dukes Of Downtown am Limit angelangt

Sie zogen in einem Ford A Baujahr 1931 viele Blicke auf sich: Donja Kulhavy (li.) und Daniel Marker.

Foto: Socrates Tassos

Sie zogen in einem Ford A Baujahr 1931 viele Blicke auf sich: Donja Kulhavy (li.) und Daniel Marker. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Die Rüttenscheider Oldtimer-Parade „Dukes Of Downtown“ begeistert am Wochenende hunderte von Autofreunden. Was an der Parade das Besondere ist.

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Es begann als eher kleine Straßenveranstaltung, mit der das Leben im südlichen Teil der Rüttenscheider Straße ein wenig angekurbelt werden sollte. Und die hat sich inzwischen ganz prächtig entwickelt: Am Samstag röhrten, rasselten, brüllten oder blubberten um die 100 seltene Autos bei den „9. Dukes of Downtown“ über die Rü. Trotz Regens standen hunderte Zuschauer Spalier und verbrachten den Nachmittag mit Benzin-Gesprächen.

„Wir sind mit 111 angemeldeten Fahrzeugen schon seit drei Jahren am Limit. Mehr Platz gibt dieser Abschnitt der Rü einfach nicht her“, erzählt Organisator Helge Jepsen, während er die Augen nicht von der Straße lässt. Einige Teilnehmer haben wegen des Regens abgesagt, der ist der natürlich Feind des alten Blechs. Doch trotzdem kommen im Sekundentakt chromblitzende US-Klassiker vom Schlage Ford Mustang, liebevoll gehegtes deutsches Biedermeiergut Marke Ford Taunus oder kernige Klassiker wie ein britischer Austin-Healey an ihm vorbei.

Ausfahrt dauert etwa vier Stunden

Die Rückkehr von der vierstündigen Ausfahrt ist so etwas wie der Einmarsch der Gladiatoren und neben dem – aus politischen Gründen auf 30 Sekunden eingedampften – Konzert der Motoren am Abend ein Höhepunkt des Tages. Es ist laut, riecht nach Benzin und es gibt eine Menge zu gucken. Genau so wollen Autofans den Samstagnachmittag verbringen.

Mit den „Dukes“ haben die Ideengeber Jepsen – er ist im richtigen Leben Illustrator – und „Zweibar“-Gastronom Phil Hinze einen Volltreffer gelandet, den sie selbst in dieser Form kaum erwartet hatten. „Warum das so gut läuft, wissen wir auch nicht. Vielleicht, weil es bei uns ein bisschen anders ist als bei vielen anderen Treffs“, vermutet Jepsen, der wie Hinze selbst so ein Spaß-Auto in der Garage hat. Verkehrt liegt er mit seiner Vermutung sicher nicht: Coole Klassiker, oder solche, die es noch werden wollen, sind einfach in. Und im Mittelfeld mit den 50 000-Euro-Objekten tummeln sich viele Fans, die von Clubleben oder den bisweilen elitär angestrichenen Oldtimerausfahrten wenig halten. Und so kommen sie zur Rü, denn hier ist erlaubt, was gefällt. Selbst aus Hamburg oder Karlsruhe sind einige angerollt.

Die Stimmung ist unverkrampft

Die Stimmung ist unverkrampft, auf der Hüpfburg können auch die Kinder mal zwischengeparkt werden und abends gibt es Rockmusik auf der Bühne. Doch klar, die Stars sind die Autos. Diesmal stiehlt ein dunkelgrüner Ford A von 1931 allen anderen die Schau. „Damit zu fahren ist wie in einer Zeitkapsel zu sitzen, beim Schalten muss ich noch Zwischengas geben. Die Ausfahrt damit entschleunigt total“, berichtet Daniel Marke und klappt zum x-ten Mal an diesem Tag die Motorhaube für einen Neugierigen auf. Mit dabei ist immer Donja Kulhavy, die eine Menge Freude am Männerspielzeug ihres Freundes hat. „Darin zu sitzen ist irgendwie ein erhabenes Gefühl und macht total viel Spaß“, sagt sie.

Ähnlich denkt wohl auch die dreijährige Tochter von Gino Cassaro. „Die freut sich immer unheimlich, wenn sich sie mit dem Auto von der Kita abhole“, erzählt der Inhaber der „Sorelli’s Eisbars“ in Rüttenscheid und Werden. Fast fünf Liter Hubraum hat sein Dinosaurier aus dem Jahr 1967, ein amerikanischer Mercury Cougar, ein echtes Schätzchen für Kenner. Für den Schutz der Tochter hat der Gastronom immer pinkfarbene Kopfhörer dabei, acht Zylinder können ganz schön laut werden. Cassaro: „Ich habe als Selbstständiger viel zu tun und mit dem Auto kann ich super abschalten. Der Geruch, der Sound, das Vibrieren – das ist schon etwas emotionaler als mein VW-Firmenauto.“

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