Wohnbau-Vorhaben

Mit 500 Wohnungen füllt Investor Thelen die Park-Lücke

Der kleine Bruder von „Essen 51“: das Quartier „Wohnen am Krupp-Park“. Zur Orientierung: Diese Ansicht aus Südwest zeigt im Hintergrund die Thyssenkrupp-Zentrale.

Der kleine Bruder von „Essen 51“: das Quartier „Wohnen am Krupp-Park“. Zur Orientierung: Diese Ansicht aus Südwest zeigt im Hintergrund die Thyssenkrupp-Zentrale.

Foto: Thelen

Essen.   Von Altendorf zur neuen Stadt: Die Thelen-Gruppe startet in Kürze mit dem Bau eines Zukunfts-Quartiers – 500 moderne Wohnungen am Krupp-Park.

Ein Lieferroboter, der die Einkäufe von nebenan ins Haus bringt; Sensoren, die erkennen, wer in seinen vier Wänden böse gestürzt ist; und ein Klimaanlage, die „dicke Luft“ automatisch wegbläst, wenn die Kohlendioxid-Belastung einen bestimmten Wert erreicht – Wolfgang Thelen ahnt, dass er manches Augenrollen auslöst, wenn er die Segnungen des neuen Zukunfts-Quartiers am Krupp-Park preist. Und deshalb gibt’s seine Empfehlung auch als Basis-Variante: 500 Wohnungen will er bauen, allesamt vorbereitet für ein neues technisches Zeitalter. Und wie er versichert: „Bezahlbar für Normalverdiener.“

Das, immerhin, ist ein Argument auch für Technik-Muffel in Zeiten wie diesen. Das neue Quartier, für dessen ersten Bauabschnitt Thelen demnächst die Arbeiten startet, entsteht auf dem einstigen Gelände des Real-Marktes, zwischen Altendorf und dem hügeligen Krupp-Park. Insgesamt 18 Gebäude füllen die 4,4 Hektar (= neun Fußballfelder) große Park-Lücke, in der 2019 die ersten Hochbauten beginnen.

Ein Quartier, das Maßstäbe setzen will

Jedes Jahr soll dann ein neuer Bauabschnitt dazukommen, so dass bis 2023 ein Quartier entsteht, das Maßstäbe setzen will: weil es fußgängerfreundlich gestaltet die neuesten Mobilitäts-Konzepte aufgreift, weil es in der Energieversorgung neue Wege geht, weil es digitale Infrastruktur für „Smart Home“-Technik als Standard enthält. Und weil Gemeinschaftsgärten und Marktplatz-Ideen, ein aufwendiges Kinderspiel-Konzept und Co-Working-Flächen auf allen Feldern den Ehrgeiz zeigen, dass man hier ein Vorzeige-Quartier mit eigenem Charakter errichten will.

Man wird hier dereinst teuer wohnen können, in 16 Stadthäusern mit dem Krupp-Park als „Garten-Verlängerung“ oder in geräumigen Fünf-Zimmer-Wohnungen mit Dachterrasse. Es geht aber auch kleiner, auf 62 Quadratmetern und mit dem Mietpreis-Deckel einer Sozialwohnung – etwa jede vierte der 500 Wohnungen soll damit auch für „Normalverdiener“ erschwinglich sein.

Thelen kauft sich in Handwerksfirmen ein

Dies, auch wenn sich für ihn mit Sozialwohnungen kein Geld verdienen lässt, wie Wolfgang Thelen betont: „Die günstigen Zinsen werden durch hohe Baupreise längst überkompensiert.“

Die Thelen-Gruppe hat darauf reagiert, hat sich kurzerhand an Handwerksfirmen beteiligt oder diese gleich ganz gekauft: ein Tiefbau-Unternehmen, eine Haustechnik-Firma, ein Fensterbauer und ein Landschaftsgärtner gehören schon zur Gruppe, mit einem Abbruch-Unternehmen wird verhandelt, ein Elektro-Unternehmen, Hochbauer und eine Gebäudeleittechnik-Firma stehen auf der Wunschliste.

90 Sozialwohnungen im ersten Bauabschnitt

Langes Warten auf Firmen hat sich damit erledigt, man profitiert an der Wertschöpfungskette beim Bau und drückt die Kosten. Nur so lässt sich auch der eng gesteckte Zeitplan halten, denn wenn Thelen 2020 mitten in den Arbeiten fürs Wohnquartier am Krupp-Park steckt, startet ein paar hundert Meter weiter nördlich der Bau von „Essen 51“, dem Zukunfts-Stadtteil auf altem Industrie-Areal.

Nur die Mieter im ersten Bauabschnitt mit 90 Sozialwohnungen sind dann schon eingezogen. Und können sich entscheiden, ob sie abseits von Fußbodenheizung und bodentiefen Fenstern auch Bedarf für einen Lieferroboter haben, der ihnen Grillwurst und den Kasten Bier bringt. Die App dazu kostet allerdings extra.

>> WOHNBAUPROJEKT KOSTET 100 MILLIONEN EURO

Die Thelen-Gruppe investiert etwa 100 Millionen Euro in das „Wohnen am Krupp-Park“.

„Wir haben keine Angst vor großen Zahlen, aber Achtung vor langen Laufzeiten“, sagt Wolfgang Thelen. Deshalb werde man wie stets zügig tilgen. Entnahmen? „Nicht geplant“.

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