Takeover! By Miki

Namika in der Philharmonie Essen: Popstar trifft Geiger

„Takeover! By Miki" in der Philharmonie Essen: Sängerin Namika und Geiger Mihalj „Miki“ Kekenj.

„Takeover! By Miki" in der Philharmonie Essen: Sängerin Namika und Geiger Mihalj „Miki“ Kekenj.

Foto: Thielmann

Essen.  Ein ungewöhnliches Konzert hat jetzt für eine ausverkaufte Philharmonie gesorgt: In Essen trifft Popstar Namika auf Geiger Mihalj „Miki“ Kekenj.

Es klingt wie ein markanter Herrenduft: „Takeover! by Miki“ – ist aber eine echt clevere Idee des Geigers Mihalj „Miki“ Kekenj mithilfe bekannter Rock- oder Popstars die Jugend in ehrwürdige Musentempel zu locken. Um zu zeigen, dass ein klassisches Streichquartett nichts Verschnarchtes ist, sondern ganz im Gegenteil voll geile Mucke spielen kann – nur halt in anderem Klanggewande als gewohnt.

Geiger Mihalj „Miki“ Kekenj mit Namika auf der Bühne

Was inzwischen derart prächtig funktioniert, dass jetzt beim Gastspiel der Frankfurter Sängerin Namika die Philharmonie mit Zuhörern aller Generationen erneut voll besetzt war. Traditionsgemäß startete Miki, im Hauptberuf 1. Konzertmeister der Bergischen Symphoniker und daneben als Rapper aktiv, wieder mit einem Tango von Astor Piazolla. Die erstmals in seinem bewährten Ensemble mitspielende Akkordeonistin Tetiana Muchychka wollte schließlich beschäftigt sein. Mehr als nur freundlicher Jubel, als Namika zu delikaten, von Publikumsliebling Max Dommer am gezupften Bass geerdeten Streicherklängen dann „Alles was zählt“ mit warmherziger Stimme intonierte.

Und sich im Laufe des Abends, den Miki lässig unterhaltsam moderierte, als charmante Geschichtenerzählerin erwies. So huldigte sie etwa in „Parkbank“ eben dieser als vertrautem Erinnerungsort, wo sie den ersten Kuss empfing, sich von einem Freund trennte, Glück erlebte auf „Zwei Meter zwanzig“, die wohl auch im Alter noch für sie da sein werden – Alltagspoesie vom Feinsten und überhaupt nicht kitschig.

Er packt das Keyboard aus, sie singt Lieblingsmensch

Dass Miki außerdem mit Namika einige Experimente wagte, brachte neue Farben ins klassisch beseelte Vergnügen. So packte der Geiger für „Zirkus“ das „fiese Keyboard“ seiner Kindertage aus, versorgte seine Musiker mit Räppelchen und ließ obendrein seinen Gast auf einem Kazou genüsslich tröten – wirklich spaßig. Ebenso wie der zu „Na-Mi-Ka“ ad hoc auf die Bühne gebetene Publikumschor, der ohne eigenes Verschulden die Sängerin doch glatt aus dem Takt warf. Was sie freilich ebenso cool wie charmant überspielte. Um die tolle Show schließlich mit ihrem jüngsten Hit „Je ne parle pas français“ unter stehendem Applaus der begeisterten Zuhörer zu beenden. Nicht ganz – denn ohne „Lieblingsmensch“ ging natürlich niemand nach Hause.

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