Gesundheit

Neue Hilfe für Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkranken

Diagnose Brustkrebs: Auf diesen Mammographie-Bildern sieht man einen Tumor in der Brust einer Frau.

Diagnose Brustkrebs: Auf diesen Mammographie-Bildern sieht man einen Tumor in der Brust einer Frau.

Foto: Jan-Peter Kasper / dpa

Essen.  Jugendliche leiden oft still, wenn ihre Eltern an Krebs erkranken. Ein neues Angebot hilft gegen Sprachlosigkeit und Überforderung.

An Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, deren Eltern an Krebs erkrankt sind, richtet sich ein neues Hilfe-Angebot, das das LVR-Klinikum und das Westdeutsche Tumorzentrum der Uniklinik gemeinsam organisiert haben. Es startet am 1. Oktober. In der Ambulanz des LVR-Klinikums für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie findet dann regelmäßig ein Gruppentreffen statt, bei dem Expertinnen die Jugendlichen unterstützen. Die Familientherapeutin und Gruppenleiterin Mette Barslev betont, „dass gerade betroffene Jugendliche oft Sprachlosigkeit und Überforderung erfahren. Ein entsprechendes Angebot ist deshalb von großer Notwendigkeit.“ Erkranken die Eltern an Krebs, stellt das eine enorme Belastung für die Kinder dar, die auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist.

50.000 Kinder deutschlandweit betroffen

Ein ähnliches Angebot für jüngere Kinder ist in Vorbereitung. Deutschlandweit gibt es jährlich schätzungsweise 50.000 Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkranken. „Da eine Krebserkrankung häufig jahrelang behandelt werden muss, sind innerhalb von fünf Jahren circa 125.000 unter 18-jährige Personen betroffen“, rechnen die Organisatoren vor.

„Der hohe Behandlungsstandard darf nicht bei den körperlich erkrankten Patienten haltmachen, sondern muss auch in die Familien getragen werden. Unser niederschwelliges Angebot für Jugendliche kann deshalb jederzeit zu den Terminen besucht werden“, so Klinikdirektor Prof. Dr. med. Martin Teufel.

Anmeldung zum Gruppentreff: 0201 438 755-216; E-Mail: Mette.Barslev@lvr.de; Zeit und Ort: Ab 1. Oktober 2020, jeden ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 18.30 Uhr. Holsterhauser Platz 6, 2. Etage.

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