Eisdielen

Essen: Eisdielen starten mit höheren Preisen in die Saison

Die Essener Eisdielen starten die Saison. Viele Betriebe haben die Preise  angehoben.

Die Essener Eisdielen starten die Saison. Viele Betriebe haben die Preise angehoben.

Foto: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services

Essen.  Es hört sich kurios an, ist aber vielerorts Fakt: Eisdielen profitieren vom Klimawandel. Jetzt haben die meisten Läden ihre Winterpause beendet.

Eisdielen in Essen starten die neue Saison. Einige haben die Preise angehoben, viele kommen mit neuen Sorten aus der Winterpause. Und was sich nicht leugnen lässt: Eisdielen profitieren vom Klimawandel.

Die Inhaber des Traditionsbetriebs „Möhrchen“ auf der Rüttenscheider Straße waren neulich noch auf der „Gelatissimo“ in Stuttgart, der Fachmesse für Eiskonditoren. Und haben neue Ideen mitgebracht: „Wir probieren in diesem Jahr die Sorten „Buttermilch-Ingwer“ und „Griechischer Joghurt mit Limette“ aus, kündigt Inhaber Dirk Hermanski an. „Möhrchen“ hatte von Mitte Dezember bis Mitte Januar geschlossen, doch jetzt hofft man auf ein weiteres, gutes Jahr: „Die Saison wird immer länger“, sagt Hermanski. Das hat natürlich auch mit einem Wetter zu tun, das lange, beständige Trocken- und Wärmephasen hat. „Das hat sicher auch mit dem Klimawandel zu tun“, räumt Hermanski ein. „Von lang anhaltender Wärme profitieren wir, sie macht nicht zuletzt die Personalplanung einfacher.“

Jubiläum in Frohnhausen

Bei „Möhrchen“ kostet die Kugel in diesem Jahr 1,10 Euro – der Preis wurde im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent angehoben. „Qualität hat nun mal ihren Preis, wir verwenden zum Beispiel bei der Erdbeere keine künstlichen Aromen“, sagt Hermanski. Manchmal kritisierten Kunden, dass sie sich noch an Zeiten erinnerten, als die Kugel nur 20 Pfennig kostete: „Dann entgegne ich immer, dass der VW Käfer damals aber auch für 5000 DM zu haben war. Das versteht jeder.“

Der Eiskonditor „Casal“ in Frohnhausen hat am vergangenen Wochenende die Saison eröffnet – mit wie gewohnt langen Schlangen vor dem Ladenlokal an der Mülheimer Straße. Casal, das vom Fachblatt „Feinschmecker“ vor Jahren ausgezeichnet wurde als eine der besten 15 Eisdielen in Deutschland, feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Mit 36 Sorten, sagt Betreiber Davide de Toni, gehe man die Saison; neu im Angebot ist in diesem Jahr die Sorte „Cheesecake“. „Andere Neuigkeiten lassen wir uns noch einfallen.“ Der Preis bleibe mit 1,10 Euro pro Kugel gleich.

Neue Milch vom regionalen Anbieter

Die Eisdiele „Kika’s“ in Werden hat den Preis pro Kugel an der Theke in diesem Jahr um zehn Cent auf 1,20 Euro angehoben. Wer das Eis nicht zum Mitnehmen nimmt, sondern sich an einem Platz im Café niederlässt, zahlt 1,30 Euro pro Kugel. „Das liegt an der Steuer“, erklärt Junior-Chefin Jülide Girgin. Die Preiserhöhung wurde nötig, weil „Kika’s“ ab sofort Milch von einem regionalen Lieferanten aus Haltern am See bezieht. Das sei nachhaltiger, habe aber eben seinen Preis. An neuen Sorten, die sich in den letzten Jahren etabliert hätten, gebe es wieder Aprikose-Joghurt, Joghurt-Marille und Dunkel Schokolade mit Amarena. Natürlich seien immer noch die Klassiker Schoko, Erdbeer, Vanille beliebt, „doch statt Vanille nehmen immer mehr Leute auch gerne Mandel.“

Längst etabliert: Neue Sorten wie Salzkaramell

Im Eiscafé „Marco“ an der Katernberger Straße bleibt der Preis in diesem Jahr stabil bei einem Euro pro Kugel, berichtet Betreiber Gaspare Terrana. Er glaubt übrigens nicht, dass der Klimawandel gut fürs Geschäft sei: „Was wir an frühem Umsatz machen wegen Hitze im März, geht durch Regen im April und Mai wieder verloren.“ An neuen Sorten werde noch gearbeitet; gut funktionieren würden mittlerweile vor Jahren eingeführte Neuigkeiten wie Salzkaramell oder Eis, das nach Zitronenkeks schmeckt.

Eine ausgesprochen kurze Winterpause hinter sich hat auch „Toscani“, das mit zwei Filialen auf der Limbecker und Kettwiger Straße in der Innenstadt residiert. Im Dezember habe man den Preis auf 1,50 Euro pro Kugel angehoben, „das war nicht anders möglich, denn alles wird teurer“, heißt es. „Dass man die Kugel nicht mehr für 20 Pfennig anbieten kann, leuchtet eigentlich auch jedem Kunden ein.“

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