Lichtwochen

Neues Konzept: Werden Essener Lichtwochen zu modern?

Ein „Curtain Of Light“ mit 30 000 LED-Dioden soll über dem Willy-Brandt-Platz erstrahlen.

Foto: Essen Marketing Gesellschaft

Ein „Curtain Of Light“ mit 30 000 LED-Dioden soll über dem Willy-Brandt-Platz erstrahlen. Foto: Essen Marketing Gesellschaft

Essen.   Ein neues Konzept bringt der Traditionsveranstaltung, erstmals 1928 abgehalten, viele Veränderungen. Macher versprechen: Auch Nostalgie bleibt.

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Klingt das noch nach den guten, alten Lichtwochen? Ein „Curtain Of Light“, ein „Vorhang aus Licht“, hängt ab dem 29. Oktober über dem Willy-Brandt-Platz. 30000 Leuchtdioden, alle einzeln ansteuerbar, werden täglich mehrfach wechselnde Bilder zeigen. Werden die Lichtwochen, Traditionsveranstaltung seit den Zwanziger Jahren, zum futuristischen LED-Spektakel, das mit Weihnachten nicht mehr viel zu tun hat?

Die Macher der Lichtwochen, die in diesem Jahr mit einem völlig neuen Konzept aufwarten, zerstreuen diese Bedenken: „Wir werden die Traditionalisten nicht vergraulen“, beteuert Veranstaltungs-Manager Richard Röhrhoff. Warum die Lichtwochen dann so völlig anders und neu angekündigt werden, das muss man ein bisschen erklären: Röhrhoff hatte im letzten Jahr Premiere gefeiert mit seinem „Essen Light Festival“. Dazu wurden Gebäude farbig angestrahlt und LED-Installationen in der Innenstadt präsentiert.

„Curtain Of Light“ bleibt die ganze Zeit

In diesem Jahr ist es wieder so. Das „Essen Light Festival“ und die traditionellen Lichtwochen starten gemeinsam am 29. Oktober – das „Light Festival“ dauert aber nur zwei Wochen, und die Lichtwochen reichen, wie immer, bis in den Januar hinein. Heißt: Nach einem vielleicht sehr modernen Start – „Light Festival“ – werden die Lichtwochen traditionell. Wobei: Der „Curtain Of Light“ bleibt die ganze Zeit hängen. „Wir werden in der Weihnachtszeit extra alte Bilder aufspielen, die die Tradition der Veranstaltung betonen“, kündigt Röhrhoff an. Und auch sonst bleibe viel beim Alten – wie immer gibt es Themenbilder, wenn auch nicht mehr in der Tradition von Europäischen Gastländern. „Das liegt auch daran, dass wir so gut wie mit allen Ländern durch waren“, sagt Ina Will, Sprecherin der Essen Marketing Gesellschaft (EMG), dem Veranstalter der Lichtwochen.

Und es ist beileibe nicht so, dass die Lichtwochen nur für Weihnachtsmarkt-Nostalgie stehen: „Eigentlich waren sie immer eine Veranstaltung, die seit den Zwanziger Jahren für innovative Lichtkunst standen“, betont Röhrhoff. 1928 erleuchtete die Innenstadt zum ersten Mal. Und nach dem Krieg, in den Fünfzigern, setzte man auf den Slogan „Licht lockt Leute“ – auch, um von den Narben des Krieges abzulenken. Und so gingen die Lichtwochen immer mit der Zeit: 1970 hieß das Thema „Der Weg zum Mond“, 1981 „Micky’s Licht-Schau“. Und es blieb auch nie bei ordinären Glühbirnen: 1997 wurden erstmals leuchtende Schläuche und Röhren eingesetzt, „Lichtskulpturen“ nannte man das damals.

Und jetzt? Soll das „Essen Light Festival“ in den ersten zwei Wochen der Lichtwochen wieder mehr Leute locken, denn nach der Eröffnung mit viel Andrang ist der Magneteffekt erfahrungsgemäß erst mal wieder vorbei – bis am 23. November der Weihnachtsmarkt beginnt „Wir müssen dauerhaft Kaufkraft in die Innenstadt holen“, sagt Röhrhoff, „denn andere Städte haben längst nachgebuttert.“

Wie wahr.

Die Veranstaltungen

Essen Light Festival: Sonntag, 29. Oktober, bis Samstag, 11. November, immer zwischen 18 und 22 Uhr. 15 Spielorte auf einer 2,5 Kilometer langen Route. Gebäude werden angestrahlt, außerdem gibt es Licht-Installationen.

68. Essener Lichtwochen: 29. Oktober bis 7. Januar 2018. Mit dem „Curtain Of Light“ am Willy-Brandt-Platz und anderen, neuartigen Lichtinstallationen. Klassische Themenbilder gibt es u. a. zur Grünen Hauptstadt. Weihnachtsmarkt-Start: 23. Nov.

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