Nahverkehr

Neues Ticket für Essener Testpersonen: Jeder Kilometer zählt

Künftig sollen Fahrgäste mit dem Smartphone in Bahn und Bus ein- und auschecken.

Künftig sollen Fahrgäste mit dem Smartphone in Bahn und Bus ein- und auschecken.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Mit einer neuen App sollen Nahverkehrskunden auch in Essen in Zukunft ein- und auschecken. Bezahlt wird für jeden Kilometer am Ende des Monats.

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Warum muss man einen Fahrschein lösen, um mit der Bahn oder mit dem Bus zu fahren? Diese Frage stellt sich Ruhrbahn-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Weber. Er glaubt, dass es viel einfacher und bequemer geht.

Nämlich so: Einfach zu Beginn einer Fahrt mit einem Fingerzeig auf eine Smartphone-App vor Beginn der Fahrt einchecken und beim Aussteigen abmelden. Abgerechnet wird am Monatsende und zwar nur für die Linienstrecke, die in Anspruch genommen worden ist. Der Kunde braucht kein Bargeld, muss sich nicht um ein kompliziertes Tarifsystem kümmern. Das Einzige was zählt, sind die gefahrenen Kilometer. „Das ist der richtige Weg für die Zukunft“, sagt Wolfgang Weber und ruft interessierte Essener zur Teilnahme an einem Großtest des VRR auf.

Tarifdschungel wird durchbrochen

Über dieses Bezahlsystem, das die gefahrenen Kilometer zum Maßstab nimmt, diskutieren die Nahverkehrsunternehmen rund um Essen und die politischen Vertreter im Verkehrsverbund Rhein- Ruhr (VRR) schon seit Jahren, jetzt steht in wenigen Monaten eine Premiere bevor. Wolfgang Weber ist von diesem Modell überzeugt. „Es beseitigt auch Ungerechtigkeiten, weil es dann keine Tarif-Waben mehr gibt“, meint er. Bisher müssen beispielsweise Essener, die nah an der Stadtgrenze wohnen, für die Fahrt zum nahe gelegenen Centro 5,80 Euro statt 2,70 Euro zahlen, weil sie sich bereits in die teurere Tarifstufe B begeben.

Zwar setzt die kilometergenaue Abrechnung voraus, dass der Fahrgast ein Smartphone besitzt. „Aber das haben doch schon unsere Enkelkinder“, schmunzelt der Aufsichtsratsvorsitzende. Und für die ältere Generation werde es weiterhin das Bargeld-Ticket geben.

Großversuch mit 3000 bis 9000 Fahrgästen

Der VRR startet im Frühjahr verbundweit und damit auch für Essen ein Pilotprojekt, für das er 3000 bis 9000 Fahrgäste als Testpersonen sucht. Sie sollen mit dem „nextTicket“ fahren. Dazu müssen sich die Kunden registrieren lassen und erhalten eine App, mit der sie am Start ein- und am Ziel auschecken können. Mit Hilfe der satellitengesteuerten GPS-Ortung werden die Fahrwege des Kunden für die Abrechnung gespeichert. Der Datenschutz werde gewährleistet.

In einer ersten Testphase gelten weiter die normalen Tarifpreise. Es werden erstmal die Abläufe überprüft. In der zweiten Phase wird der neue elektronische Tarif getestet, der sich aus einem Grundpreis und den gefahrenen Kilometern zusammensetzt. Bis zur flächendeckenden Einführung „werden aber sicherlich noch einige Jahre vergehen“, glaubt Wolfgang Weber.

>>MAIL AN DEN VRR SCHICKEN

Fahrgäste, die beim Praxistest für das nextTicket mitmachen wollen, können schon eine Mail schicken an: info@vrr.de

Genaue Infos erteilt der VRR ab Januar: www.nextticket.de

Erste Testergebnisse gibt es im Herbst.

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