Hobby

Zwei Schonnebecker machen Internet-Radio

Sie machen Internet-Radio aus und für Schonnebeck: Matthias Wurst (links) und Oliver Ketzer.

Sie machen Internet-Radio aus und für Schonnebeck: Matthias Wurst (links) und Oliver Ketzer.

Foto: FUNKE Foto Services

Schonnebeck.   Radio ist ihr Hobby, genauer gesagt Internet-Radio. Matthias Wurst (46) und Oliver Ketzer (38) senden sonntags aus ihrer Wohnung in Schonnebeck.

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Sechs Flachbildschirme dominieren die Szenerie. An zwei Angeln ragen Mikrofone etwas in den Raum. Ein Mischpult mit Schiebereglern komplettiert das Bild. Von dem Zimmer im 1. Stock des Vier-Familien-Hauses in der Pfeifferstraße geht seit Januar sonntags von 15 bis 17 Uhr „Radio Schonnebeck“ auf Sendung.

Auf den beiden schwarzen Stühlen in dem Hobbyraum hocken die Macher: Matthias Wurst (46) und Oliver Ketzer (38). „Am Anfang hatten wir noch Röhren-Monitore“, erinnert sich Matthias Wurst, der in Siegen, nahe der hessischen Grenze geboren wurde. Die beiden Hobby-Radiomacher lernten sich über das Internet-Radio kennen. 2009 zog das Paar in Schonnebeck zusammen und begann das Studio schrittweise aufzubauen. Im Laufe der Jahre investierten sie mehr als einen Euro. „Jeder Modellbauer muss auch sein Zubehör kaufen“, sagt der gebürtige Essener Oliver Ketzer.

Die Inhalte der sonntäglichen Sendung kommen aus Schonnebeck, Stoppenberg und Katernberg. Politik, Polizeimeldungen, Vereine, Veranstaltungen. Alles, was im Bezirk Zollverein so passiert. „Viele Radio-Anfänger meinen, sie müssten gleich weltweite Themen anpacken, uns geht es erst mal um die Nachbarschaft“, sagt Wurst. 60 Prozent gibt es Musik, 40 Prozent Wortbeiträge. Bei schönem Wetter lauschen 600 Hörer dem Programm. „Bei schlechtem Wetter waren es im Januar aber schon einmal 1000“, betont Matthias Wurst, der für „Radio Schonnebeck“ sogar eine Smartphone-App entwickelt hat. Gelernt haben die beiden Schonnebecker Radio machen nicht. Sie haben es sich selbst beigebracht. Vieles haben sie sich angelesen, vieles aber auch über Internetforen gelernt. Authentisch soll die Sendung sein. Dazu gehöre auch mal ein Versprecher. Und auch, dass der 46-Jährige mehrere Jahre in Frankfurt wohnte und sich dort das Hessische aneignete, will er nicht verbergen. „Kann ich auch gar nicht, das ist ganz schlecht abzulegen.“

Für die Musikbeiträge sind natürlich GEMA-Gebühren fällig – auch bei den Amateuren des Internet-Radios. Gut 100 Euro kommen da im Monat zusammen. „Die bezahlt aber die Firma laut.fm für uns, dafür darf sie ein paar Werbespots einstreuen.“ Bei der Musik versuchen sich Wurst und Ketzer von der Konkurrenz ein abzugrenzen. Da werden nicht zwei Stunden lang nur internationale Hits gespielt, „wir bringen bewusst auch Bands aus dem Bezirk und Essen.“ Geld verdienen der gelernte Speditionskaufmann, der für eine Leiharbeitsfirma arbeitet, und Oliver Ketzer, der eine Ausbildung zur Fachkraft Lagerlogistik macht, nicht.

Noch ist es ein Hobby. Vom Radio machen irgendwann den Lebensunterhalt bestreiten zu können, das ist der Traum der Beiden. Da soll die Reise hingehen. Irgendwann täglich „online“ sein. Das geht nur über Werbung. Und um Werbepartner zu bekommen, muss man bekannt werden. Deshalb verlassen die beiden auch ihr „Studio“ und nehmen am Schonnebecker Marktfest (12. Juni) sowie „Katernberg blitzt auf“ (3. September) teil. Dann werden die Radio-Enthusiasten den einen oder anderen Hörer treffen. „Bisher ist Facebook unser hauptsächliches Kontaktmedium“, sagt Matthias Wurst.

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