Stadtentwicklung

Aufbruch in Essen-Altenessen: Politiker sehen viel Potenzial

Für Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff, SPD, (r.) und seinen Stellvertreter Klaus Hagen, CDU, steht der Erhalt des Marienhospitals an erster Stelle ihrer Wunschliste für Altenessen.

Für Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff, SPD, (r.) und seinen Stellvertreter Klaus Hagen, CDU, steht der Erhalt des Marienhospitals an erster Stelle ihrer Wunschliste für Altenessen.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Schöner Wohnen am Rhein-Herne-Kanal, ein neues Gewerbegebiet, die Umgestaltung des Kaiser-Wilhelm-Parks – derzeit passiert viel in Altenessen.

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Immer wieder landet Altenessen in den Negativ-Schlagzeilen: mal als Heimat krimineller Clans, mal als verwahrloster Stadtteil mit Dreckecken und vielen Leerständen. Doch das werde dem Stadtteil nicht gerecht, finden der Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff (SPD) und sein Stellvertreter Klaus Hagen (CDU). Im Gegenteil: „Altenessen ist derzeit eines der spannendsten Viertel überhaupt, mit einem großen Potenzial“, lautet die selbstbewusste Aussage der beiden Lokalpolitiker.

Worauf gründet diese positive Meinung? „In den nächsten Jahren sind hier viele Bautätigkeiten geplant, die den Stadtteil nachhaltig verändern werden“, sagt Klaus Hagen. Und nennt als erstes Projekt „Wohnen am Wasser“, eine abgespeckte Form der geplanten Marina am Rhein-Herne-Kanal. „Dort werden hochwertige Wohnungen und Häuser entstehen“, hofft Hans-Wilhelm Zwiehoff auf eine Aufwertung des Stadtteils.

Ein neues Gewerbegebiet entsteht am Rhein-Herne-Kanal

Viel größer ist jedoch das zweite aktuelle Projekt im Stadtteil: die Erschließung des Gebietes der ehemaligen Zeche Emil-Emscher als Teil von „Freiheit Emscher“. Wo heute noch ödes Brachland ist, links und rechts vom Rhein-Herne-Kanal, soll mit Freiheit Emscher bald ein ganz neuer Stadtteil entstehen. Bis in die Nachbarstadt Bottrop werden insgesamt 1700 Hektar ehemaliges Bergbaugebiet für ein innovatives Modellprojekt umgebaut.

Im Altenesser Teil Emil Emscher ist ein Gewerbegebiet mit einem Gewerbeboulevard geplant, der von Westen aus parallel zur Gladbecker Straße (B 224) errichtet wird und die Daniel-Eckhardt-Straße in Essen mit der Prosperstraße in Bottrop verbindet. „Hier entstehen neue Arbeitsplätze, das wird Altenessen guttun“, so die einhellige Meinung.

Kaiser-Wilhelm-Park wird für 600.000 Euro neu gestaltet

Für neue Arbeitsplätze müsse auch mehr Wohnraum geschaffen werden – vor allem junge Familien möchten die beiden Politiker nach Altenessen locken. „Dafür braucht es auch bezahlbaren Wohnraum – ob zur Miete oder als Eigenheim. In Altenessen haben wir derzeit dafür genug Brachflächen, die bebaut werden können.“

Auch die anstehende Neugestaltung des Kaiser-Wilhelm-Parks stimmt Hans-Wilhelm Zwiehoff und Klaus Hagen optimistisch. 60 Bürger haben Vorschläge erarbeitet, wie das rund 120 Jahre alte Volksareal mitten im Wohngebiet verschönert werden kann. 600.000 Euro, zu 90 Prozent aus Landes- und EU-Mitteln, stehen dafür zur Verfügung. Die Liste reicht vom Kiosk mit Biergarten über Blumenwiesen und Sanitäranlagen mit Wickelstationen.

Ein besseres Bewusstsein der Altenessener beim Thema Sauberkeit

„Wir wären schon zufrieden, wenn es dort eine öffentliche Toilette und einen Kiosk oder Café geben würde“, so Zwiehoff. Und kommt damit zur Mängelliste – die man allerdings auch Wunschliste nennen könnte: Darauf stehen neben einem öffentlichen WC auch für den Marktplatz, mehr Radwege („Radfahren in Altenessen ist eine Katastrophe“), ein besseres Bewusstsein der Altenessener für Sauberkeit im Stadtteil und damit auch ein friedlicheres Zusammenleben.

Aktuell am wichtigsten sei für sie aber das Fortbestehen des Marienhospitals und damit der vielen Arbeitsplätze. Natürlich bevorzugen Zwiehoff und Hagen einen Neubau, der den Stadtteil immens aufwerten würde und, so die Hoffnung, vielleicht mehr Fachärzte in den Essener Norden lockt. „Doch das steht jetzt leider in den Sternen.“

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