Altendorf

Kultur im Laden ist ein Erfolgskonzept für den Stadtteil

Amadou Sara Kante aus Guinea ist Inhaber der Afrikanischen Bar an der Altendorfer Straße und hat Künstler Konstantin Novikau zu Gast.

Amadou Sara Kante aus Guinea ist Inhaber der Afrikanischen Bar an der Altendorfer Straße und hat Künstler Konstantin Novikau zu Gast.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Altendorf.  Inzwischen klopfen die Geschäfte auf der Altendorfer Straße im Kulturbüro an und wollen mitmachen. Das erwartet die Besucher am 7. September.

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Zwischen den Hausnummern 276 und 360 liegen auf der Altendorfer Straße etwa 600 Meter. Eine Strecke, die man zu Fuß bewältigen kann. Am Freitag, 7. September, wird sie bei „Kultur im Laden“ wieder zu einem Spazierweg durch die Welt von Musik, Theater, Tanz und Kabarett. Spielorte sind unter anderem ein Waschsalon, eine Autowerkstatt, ein Haarstudio sowie eine Unterführung.

„Als wir vor drei Jahren begannen, mussten wir die Geschäftsleute überzeugen, mitzumachen. Heute ist es so, dass welche nachfragen, ob wir sie und ihr Ladenlokal in das Programm aufnehmen können“, sagt Projektleiterin Ulrike Vetter vom städtischen Kulturbüro. Der Zahl der Künstler und damit der Spielorte setzt allerdings das Budget Grenzen. 14 000 Euro stehen zur Verfügung.

In zehn Geschäften hat Veronika Maruhn, künstlerische Leiterin und Akteurin in einer Person, ein breit gefächertes Angebot geschaffen, das Essens Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain als „special guest“ bereichern wird. Der studierte Pianist will zeigen, dass er den Umgang mit den weißen und schwarzen Tasten nicht verlernt hat. Musikalisch hat „Kultur im Laden“ aber mehr zu bieten.

Der Eintritt ist frei

Zoe Knoop, in der vergangenen Spielzeit zu Gast bei den Duisburger Philharmonikern, wird die Besucher mit ihrem Harfenspiel verzaubern. Mit nicht weniger Leidenschaft lässt Konstantin Novikau die Finger über die Knöpfe seiner Quetschkommode fliegen. Der Russe, Jahrgang ’66, hat 150 Lieder im Kopf und singt in fünf Sprachen. Sein selbst gebautes Instrument kann als Symbol für den gesamten Abend dienen. Russische Bässe treffen auf deutsche Melodie. „Und der Klang ist französisch“, lacht Konstantin Novikau.

Apropos Frankreich: Französische Caféhaus-Musik verbreitet das Crêpe Suzett Quartett, eine Essener Combo. Ihrem Namen alle Ehre macht die ebenfalls aus Essen stammende Band Culture Pool, die unterschiedliche Kulturen und Stile in eine Musik münden lässt.

Facettenreich wie die Musik sind auch die Wortbeiträge. Mal komödiantisch und witzig wie Stefan Keim oder Francesco Russo, mal lyrisch wie Veronika Maruhn.

Kultur geht dahin, wo die Menschen sind

Der Besucher hat die Wahl. „Wir wollen die Menschen erreichen, die kein Aalto-Abo haben. Deshalb geht die Kultur dahin, wo die Menschen sind“, sagt Ulrike Vetter. Damit alle das Angebot auch nutzen können, ist der Eintritt frei. Betont wird die „Einladung“ auch optisch. Vor den jeweiligen Spielstätten wird den Besuchern ein roter Teppich ausgerollt.

Neben den zehn festen Spielorten gibt es auch mobile Gruppen. „City in motion“ (Stadt in Bewegung) heißt die Tanzcompagnie, die an verschiedenen Stellen der „Altendorfer“ spielen wird. „Die Dorfältesten“ werden mit Tuba, Trompete, Drums und Saxophon unüberhörbar über die Straße ziehen. Als Trostspender ist Schauspieler Gisbert Görke unterwegs und erwärmt die Herzen der Menschen.

Nächste Aktion am 21. September

Wenn die Läden schließen, ist das Fest noch nicht vorbei. Um 21.30 Uhr treffen sich Künstler und Besucher vor der Christuskirche zum gemeinsamen Schlussakkord.

So mancher Besucher wird sich dann wohl den 21. September notieren. Dann findet „Kultur im Laden“ erstmals in Frohnhausen statt.

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