Kommentar

OB Paß hat SPD-Chefin Britta Altenkamp nicht widerlegt

Die Vorsitzende der Essener SPD, Britta Altenkamp, und

Die Vorsitzende der Essener SPD, Britta Altenkamp, und

Foto: FUNKE Foto Services

Reinhard Paß hat es nicht geschafft, in der Breite der Stadt deutlich zu machen, dass er dierichtigePerson für dieses Amt ist. Ein Kommentar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als Britta Altenkamp vor einigen Tagen ein Video ins Internet stellte, in dem sie zur Wahl von Reinhard Paß aufrief, sah das fast so aus, als müsste sie gleich in eine Zitrone beißen. Es ist ja auch absurd. Die SPD-Chefin dürfte seit ihrem Sommertheater vor einem Jahr in Wahrheit keinen Grund erblickt haben von ihrem vernichtenden Wort abzurücken, wonach Paß „für das Amt die falsche Person“ sei. Nun musste sie so tun, als ob doch. Auch politische Profis kommen da wohl an ihre Grenzen.

Nun muss ein OB wahrlich kein Parteisoldat sein, um Erfolg zu haben. Aber wenn die eigene Partei ihn fertig macht und im Wahlkampf kaum unterstützt, und wenn auf der anderen Seite kein wirklich großer Rückhalt in der Bürgergesellschaft steht, dann gibt es eben solche Wahlergebnisse. Dieses ist auch in der Höhe verdient.

Denn den Bürgern wäre die Meinung einer Britta Altenkamp im Zweifel doch egal. Aber Paß hat es eben nicht geschafft, in der Breite der Stadt deutlich zu machen, dass er die richtige Person für dieses Amt ist. Er hat nicht geschafft, Ruhe in seine Amtsführung zu bringen, hat Skandale falsch angepackt, Probleme nicht gelöst und oft genau dann nicht den richtigen Ton getroffen, wenn es am nötigsten gewesen wäre. Exemplarisch steht jener nassforsche Brief zur Sparpolitik an den Essener Sportbund, der mitten im Wahlkampf durch pure Ungeschicklichkeit vielleicht Hunderte Stimmen gekostet hat – ein einziger Brief!

Kommunikation, da hat sein Gegenkandidat Thomas Kufen Recht, ist Paß’ große Schwäche, und sie ist heute in der Politik unentbehrlich. Kufen hat hingegen einen geschickten, wenn auch inhaltsschwachen Wahlkampf gemacht, und vermutlich bei zehn Kandidaten das in Essen Maximale für einen CDU-Mann herausgeholt. Ob Paß in zwei Wochen das Steuer herumreißen kann? Der Wähler wird entscheiden. Sehr wahrscheinlich ist es derzeit nicht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (18) Kommentar schreiben