Bahnverkehr

Oberleitung in Essen abgerissen: Bahnstrecke wieder frei

Ein Oberleitungsschaden im Essener Hauptbahnhof sorgt für Verspätungen und Teilausfälle bei der Bahn.

Ein Oberleitungsschaden im Essener Hauptbahnhof sorgt für Verspätungen und Teilausfälle bei der Bahn.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Massiver Zugausfall nach einer technischen Störung im Essener Hauptbahnhof. Oberleitung war abgerissen. Streckenabschnitt wieder frei.

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Die Ruhrgebietsachse der Deutschen Bahn hat am Montagmorgen eine massive Unwucht verkraften müssen: Ein Oberleitungsschaden am Gleis 9/10 hat den Verkehr im Essener Hauptbahnhof komplett lahm gelegt. Der betroffene Streckenabschnitt wurde gesperrt, der Bahnhof stromlos geschaltet. Gegen 15.30 Uhr war der Schaden behoben, die Bahn konnte für Essens Verkehrsknotenpunkt wieder grünes Licht geben.

Eine Frau erlitt vermutlich einen Schock und wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Ein Zugführer und zwei Fahrgäste mussten aus einem Zug befreit werden, weil sich die Türen nicht öffnen ließen, berichtete Mike Filzen, Sprecher der Feuerwehr, die mit 35 Kräften für rund eine Stunde im Einsatz war, nachdem ein lauter Knall und Qualm die Reisenden erschreckt hatte.

Schon kurz nach dem Zwischenfall warnte die Deutsche Bahn zu Verspätungen und Teilausfällen bis in den Nachmittag hinein. Bis voraussichtlich 16 Uhr werden die Behinderungen wohl noch dauern, hieß es zunächst. Züge warteten vor der Weiterfahrt nach Essen in nahe gelegenen Bahnhöfen, bis es weiterging. Betroffen waren die Linien RE 2, S 1, S 2, S 3, S 6 und S 9, bis am frühen Nachmittag zunächst die S 2, der RE 2 und die S 6 wieder regulär fuhren, während die S 1 zwar wieder durchstarten konnte, jedoch nicht im Essener Hauptbahnhof hielt.

Gegen 11.45 Uhr konnte zumindest die Strecke Gelsenkirchen-Essen wieder frei gegeben werden, sagte eine Bahnsprecherin. Einschränkungen gab es aber weiterhin zwischen Bochum und Essen.

Bis der Verkehr wieder halbwegs lief, endeten die Züge der Linien RE 2 und S 2 aus Richtung Münster(Westf)Hbf bzw. Dortmund Hbf in Gelsenkirchen Hbf. Die Folge waren Teilausfälle zwischen Gelsenkirchen Hbf und Essen Hbf. Die Züge der Linie S 1 aus Richtung Dortmund Hbf und der S 9 aus Richtung Wuppertal endeten in Essen-Steele. Aus Richtung Solingen Hbf war in Kettwig Schluss.

Unter Reisenden verbreitete sich das Gerücht, es seien Schüsse gefallen

Die Züge der Linie S 3 aus Richtung Hattingen (R) Mitte endeten in Essen-Steele Ost. Die Folge waren Teilausfälle. Die Züge der Linie S 6 aus Richtung Köln-Nippes endeten in Düsseldorf Wehrhahn. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Düsseldorf Wehrhahn und Essen Hbf, teilte die Deutsche Bahn mit.

Die Züge ICE 849, ICE 941, ICE 942 und ICE 944 endeten vorzeitig in Bochum oder vereinzelt in Dortmund.

Wie Augenzeugen berichteten, habe es gegen 10.30 Uhr einen lauten Knall, einen Blitz und Rauch im Hauptbahnhof gegeben. Zunächst verbreitete sich unter Reisenden das Gerücht, Schüsse seien gefallen. Das bewahrheitete sich glücklicherweise nicht.

Nach dem Stromausfall informierten Mitarbeiter des Bahnhofsmanagements die betroffenen Reisenden über mögliche Alternativen im Nahverkehr, um trotz der massiven Störung ans Ziel zu kommen. Zwischen den Hauptbahnhöfen in Essen und Bochum beziehungsweise Dortmund setzte die Bahn einen Pendelverkehr mit Bussen ein. Oder die Reisenden konnten auch die S-Bahn-Linie S1 in Richtung Dortmund Hbf bzw. Solingen Hbf nutzen.

Wie viele Fahrgäste von dem Zwischenfall betroffen waren, konnte die Deutsche Bahn nicht abschätzen. Es sei schwierig eine Größenordnung zu nennen, weil es zurzeit zwei Besonderheiten gebe: die Ferienzeit und die Vollsperrung zwischen Essen und Duisburg. Es seien deutlich weniger Reisende unterwegs gewesen als an normalen Tagen, hieß es. Die Ursache des Oberleitungsabrisses sei noch unklar.

Anfang August starb am Dortmunder Hauptbahnhof ein Arbeiter, weil er zu nah an die Oberleitung geriet und einen Stromschlag erlitt.

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