Seniorenfußball

Altherren-Kicker für Fußball-Projekt in Steele gesucht

Fritz Vergien (links) und Andreas Macagnino stehen immer freitags auf dem Sportplatz der SpVgg Steele 03/09 und hoffen auf weitere Mitspieler der KLasse Ü60. Das Angebot gibt es erstmals in Essen.

Foto: Kerstin Kokoska

Fritz Vergien (links) und Andreas Macagnino stehen immer freitags auf dem Sportplatz der SpVgg Steele 03/09 und hoffen auf weitere Mitspieler der KLasse Ü60. Das Angebot gibt es erstmals in Essen. Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Steele.   Andreas Macagnino, Seniorensport-Verantwortlicher beim Fußballverband Niederrhein, bittet Ü60-Fußballer zum gemeinsamen Spiel und Plausch.

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Mit launigen Worten begrüßt Torwart Klaus Kemper seine Mitspieler, die schon munter auf dem Platz der SpVgg Steele 03/09 den Ball hin- und herkicken: „N’Abend, ihr alten Säcke!“ Was sie vereint – die Liebe zum Fußball und ein reiferes Alter. Ü60-Fußball für alle, das ist das in Essen neue Projekt von Andreas Macagnino, Seniorensport-Verantwortlicher beim Fußballverband Niederrhein. Weitere Mitspieler werden gesucht.

In anderen Städten klappt das schon gut – in Essen lief der Start etwas schleppend. „Die Nachfrage ist ganz klar da, das lehrt uns die Erfahrung“, sagt der ehemalige Abwehrspieler, mittlerweile selbst stolzer Opa einer Enkeltochter. „Die Altherren sind oftmals wie ein Verein im Verein, sie werden vernachlässigt, kommen nicht so leicht an Platzzeiten und fragen sich irgendwann, wofür sie überhaupt Mitgliedsbeiträge zahlen.“

Viele Absagen bei der Platzsuche erhalten

Das Konzept ist einfach: Alle älteren Fußballer aus Essen sollen ab sofort regelmäßig in Steele kicken können, auf einem modernen Kunstrasenplatz, mit möglichst vielen Gleichgesinnten und vor allem vereinsübergreifend. „Dass wir hier in Steele unterstützt werden, ist großartig“, freut sich Macagnino, der immer wieder die Telefonleitungen sämtlicher Essener Vereine heiß laufen ließ und schließlich doch nur Absagen entgegen nehmen musste.

Auch wenn sich der Andrang zum Auftakt noch in Grenzen hielt – Klaus Kemper und seine Mitspieler Lothar Sander und Thorsten Barth sind fest davon überzeugt, dass sich das ändern wird. „Es gibt sicher viele, die vielleicht einfach auf dem Sofa herumsitzen und sich durch genau so ein Angebot ermutigt fühlen würden, auch im Alter noch aktiv zu sein“, sagt Lothar Sander. Für ihn ist es selbstverständlich, auch in der Altersklasse Ü60 noch alles zu geben. „Meine Frau meint zwar, dass langsam mal Schluss sein müsste – aber noch tut mir nichts weh.“

Vor 2000 Zuschauern gegen „Ente“ Lippens gespielt

Sander ist mit dem Steeler Fußball aufgewachsen – zwischen Horst und Huttrop gibt es wohl keinen Verein, bei dem der drahtige Verteidiger noch nicht im Kader war. „Steele 09, Eiberg, Horst, das hat sich einfach so ergeben“, erzählt er. Manchmal vermisst Lothar Sander den Fußball, wie er früher gelebt wurde – die Gemeinschaft mit den Kameraden, das Bierchen nach dem Abpfiff, das Anfeuern durch Ehefrauen und Kinder am Spieltag. „Heute kommen die Frauen nicht mehr, und viele gehen nach dem Spiel einfach schnell duschen und dann nach Hause.“

An die „gute alte Zeit“ kann sich auch Klaus Kemper noch gut erinnern. Seit 1956 spielt er Fußball, mit einer einzigen verletzungsbedingten Unterbrechung. Die Kampfbahn Ruhrau war sein Revier, hier wurden teils denkwürdige Spiele ausgetragen. Wie 1969, als 2000 Zuschauer die Partie der Steelenser gegen Willi „Ente“ Lippens und seine rot-weißen Mannen verfolgten. Dass Steele mit 2:7 unterlag – Nebensache.

Es sind auch diese Geschichten, von Fußballerleben geschrieben, die die Faszination einer Altherrenmannschaft ausmachen und die beim Feierabenddeckel nach dem Training ausgetauscht werden. „Das gehört doch einfach mit dazu“, sagt Lothar Sander.

>> KONTAKT FÜR EIN PROBETRAINING

Wer selbst bei dem neuen Sportangebot mitspielen möchte, sollte das 55. Lebensjahr vollendet haben und einem Essener Fußballverein angehören. Vereinslose können zunächst zu einem Probetraining kommen. Das findet immer freitags, 19 Uhr, auf dem Sportplatz an der Steeler Straße 580 statt.

Weitere Informationen erteilt Andreas Macagnino unter:
0177 38 10 325.

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