Bezirksvertretung

Baustopp der Bahn hilft den Fußgängern

Foto: WAZ

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kupferdreh. Manchmal können Verspätungen der Deutschen Bahn auch ihre Vorteile haben. Durch die Verzögerungen, die bei der geplanten Renaturierung des Deilbaches im Bereich des Kupferdreher Bahnhofs aufgetreten sind (wir berichteten), verschafft den Kupferdreher Bürgern nun – zumindest temporär – einem ungehinderten Durchgang unter der S-Bahn-Brücke vom Kupferdreher Markt in Richtung zum nahe gelegenen Gewerbegebiet Prinz-Friedrich und retour.

Damit hat sich der von SPD und CDU gemeinschaftlich eingebrachte Antrag für die Bezirksvertretung VIII schon vor Beginn der heutigen Sitzung (17.30 Uhr, Verwaltungsgebäude, Kupferdreher Straße 86) im Grunde praktisch erledigt. Beide Fraktionen hatten die im Arbeitskreis Bau der BV VIII vorgestellten Varianten einer erforderlichen Sperrung des Bahnübergangs abgelehnt und die Verwaltung gebeten, die Bahn AG zu einer geeigneteren Lösung zu bewegen. „Dies ist nun bereits geschehen“, sagt der Verwaltungsbeauftragte der BV VIII, Albrecht Große-Herrenthey. „Echter Beratungsbedarf besteht also in der heutigen Sitzung nicht mehr.“

Momentan die beste Lösung

Dass die Bahn AG vorzeitig einlenkte, kommt natürlich nicht von ungefähr. Wie Wolfgang Reinhardt vom Amt für Stadterneuerung bestätigt, habe das zuständige Fachamt 68 der Bahn deutlich gemacht, dass man „eine weitere Sperrung des Areals nicht vor den Menschen in Kupferdreh vertreten könne, wenn dort momentan überhaupt nicht gebaut wird.“ Rolf Reithmayer als einer der Antragsteller zeigte sich ob der jüngsten Entwicklung hocherfreut: „Des einen Leid, des anderen Freud’“, kommentierte der SPD-Fraktionsvorsitzender im Bezirk VIII. „Dies ist für die Menschen im Quartier momentan die beste Lösung. Mein Dank geht an die Verwaltung.“ Eines gibt Wolfgang Reinhardt aber zu bedenken: „Niemand weiß, wie lange diese Lösung Bestand hat. Der Durchgang kann von heute auf morgen wieder geschlossen sein. Es liegt nicht in unseren Händen.“ Alternativ steht zudem ein Fußweg unter den Autobahnbrücken hindurch, entlang der Böschung in Richtung Hinsbecker Löh zur Verfügung, die auf die Poststraße und dann zur Turnhalle gegenüber der Gaststätte „Lukas“ führt. Rolf Reithmayer erscheint diese Lösung noch nicht ausgereift: „Durch die Verzögerung hat die Bahn AG nun genügend Zeit, über eine geeignetere Alternative nachzudenken, wenn der Übergang später wirklich gesperrt werden muss.“

Doch auch ohne diesen Tagesordnungspunkt dürfte bei den Bezirksvertretern keine Langeweile aufkommen. Gesprochen werden wird etwa über die Baumaßnahmen der Stadtwerke auf der Kupferdreher Straße. Hintergrund sind die notwendigen Kanalbauarbeiten, die dazu führen, dass der Verkehr nach Kupferdreh immer wieder mal geschleust werden muss. „In Anbetracht der Tatsache, dass auch noch der Neubau der Kampmannbrücke auf uns wartet, droht hier ein weitere Verschärfung der Verkehrssituation, sollten sich beide Maßnahmen überschneiden“, erklärt Albrecht Große-Herrenthey den Sachverhalt. Wann die Kampmannbrücke in Angriff genommen wird, steht bislang aber nicht fest.

Beraten werden soll heute auch über einen Zuschuss für die Stadtteilbibliothek in Überruhr. „Dieser Antrag steht jedoch nicht im Zusammenhang mit der aktuellen temporären Notschließung der Stadtteilbibliothek“, erläutert Große Herrenthey. Die Finanzspritze sei vielmehr vom Gesamthaushalt der BV abhängig. Auch darüber wird die Verwaltung den Bezirksvertretern heute berichten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben