Glockenverkauf

Essener Pfarrei hat viele Kauf-Interessenten für Glocken

Die katholische Kirche St. Josef an der Schwermannstraße in Kupferdreh wurde profaniert und 2015 abgerissen, die Glocken wurden eingelagert. Derzeit sucht die Pfarrei Interessenten für die Glocken.

Die katholische Kirche St. Josef an der Schwermannstraße in Kupferdreh wurde profaniert und 2015 abgerissen, die Glocken wurden eingelagert. Derzeit sucht die Pfarrei Interessenten für die Glocken.

Foto: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services

Essen-Kupferdreh.  Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel will das Geläut ihrer abgerissenen Kirche verkaufen. Angebote aus Afrika und Osteuropa. Entscheidung im Sommer.

Seit einem halben Jahr sucht die Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel Käufer für ihre Glocken. Diese hingen in einem Glockengestell neben der profanierten und 2015 abgerissenen Kirche St. Josef in Kupferdreh. Interessenten für die Glocken gebe es etliche, im Sommer solle die Entscheidung fallen, wo das Geläut künftig eingesetzt werde, so Pfarrer Gereon Alter.

Das Geläut von 1961 bestehe aus sechs Glocken mit hochwertiger Bronzelegierung und wiege rund acht Tonnen, beschreibt Gereon Alter. Derzeit lagerten die Glocken im münsterländischen Gescher, wo sie auch gegossen worden seien. Nach dem Abriss von St. Josef habe man erst überlegt, ob die Glocken in einer anderen Kirche der Pfarrei eingesetzt werden könnten. „Unsere Kichen sind aber alle mit Glocken ausgestattet“, sagt der Pfarrer.

Große Resonanz hat die Verantwortlichen überrascht

Einschmelzen, um den Materialwert zu erhalten, wäre die letzte aller Möglichkeiten gewesen, da die Glocken für viele Gläubige mit Emotionen und Erinnerungen verbunden seien. Anfang 2020 sei deshalb die Ausschreibung für den Verkauf erfolgt. „Die große Resonanz hat uns überrascht“, sagt Gereon Alter. Es gebe zahlreiche Interessenten, darunter eine Bischofskirche in Afrika, osteuropäische Gemeinden und ein deutsches Kloster.

Die besten Chancen, den Zuschlag zu bekommen, hätten Interessenten, die das Geläut komplett nehmen würden. „Es gibt auch welche, die vielleicht eine Glocke nehmen würden, aber wir möchten das Ensemble zusammenhalten, wie es ursprünglich ja auch konzipiert war“, erklärt der Pfarrer und verweist auf eine Liste von Kriterien, nach der die Entscheidung fallen werde. „Wenn ein Freizeitpark das höchste Angebot abgibt, würden wir uns mit weniger Geld zufrieden geben und eine sinnvolle kirchliche Nutzung bevorzugen, die natürlich das Ziel ist.“

Der Erlös aus den Glockenverkauf sei zweckgebunden und werde in den Erhalt der teils maroden Glockenstühle der anderen Kirchen der Pfarrei investiert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben