Deilbachtal

Kupferdreher Dressurtage auf dem historischen Deilmannhof

Auf dem Deilmannhof mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden: Nadine Maiwurm-Großheimann (re.) mit ihrer Schwester Yvonne Maiwurm-Brauksiepe und zwei der von ihnen gezüchteten Pferde.

Auf dem Deilmannhof mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden: Nadine Maiwurm-Großheimann (re.) mit ihrer Schwester Yvonne Maiwurm-Brauksiepe und zwei der von ihnen gezüchteten Pferde.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Byfang.  Im historischem Gemäuer lebt Familie Maiwurm im Deilbachtal: Zu den Kupferdreher Dressurtagen sind Reiter, Pferde und Zuschauer eingeladen.

Der Deilmannhof gehört mit seinem historischen Gemäuer nicht nur zur Kulturlandschaft Deilbachtal, in dem denkmalgeschützten Haus wohnen drei Generationen, die sich den Hof mit rund 40 Pferden und 25 Kühen teilen: Familie Maiwurm führt den landwirtschaftlichen Betrieb seit mehr als vier Jahrzehnten und lädt nun vom 16. bis 18. August wieder zu den Kupferdreher Dressurtagen zu sich nach Hause ein.

900 Starts, die Reiter mit ihren Pferden, zahlreiche Gäste und viele Vorbereitungen rund um Technik, Tierärzte, Sanitäter und Richter sowie Preise und Zeitplan: „Wenn das Turnier ansteht, dann packt die ganze Familie an“, sagt Nadine Maiwurm-Großheimann (36), die wie ihre Schwester Yvonne mit ihrem Mann und jeweils zwei Kindern auf dem Deilmannhof lebt. „Jeder von uns hat seinen Beruf, während meine Eltern die Betreiber sind“, sagt Nadine Maiwurm-Großheimann, die als Grundschullehrerin in der Lehrerausbildung tätig ist.

25 Hektar Land gehören zum Hof

„In meinem Beruf bin ich an Schulen in ganz Essen unterwegs, da stellt das Leben hier auf dem Hof schon einen Kontrast dar“, sagt die 36-Jährige. Auch wenn man sich das Leben ganz so ruhig nicht vorstellen dürfe, da die Einstaller ihre Pferde besuchen und die Lohnunternehmer samt Traktoren und Maschinen kämen, um etwa Heu zu pressen. 25 Hektar Land gehören zum Hof, den Bodo Maiwurm bewirtschaftet und sich nun vor allem mit Blick auf das trockene Wetter um die weitere Heuernte sorgt.

Er ist über seine Leidenschaft zum Reitsport und zu den Pferden auf den Hof gekommen, war selbst als Dressurreiter Junioreneuropameister. Heute ist er auch der Vorsitzende ihres Reitvereins Deilmannhof mit seinen rund 60 Mitgliedern. „Meine Schwester und ich haben ebenfalls die klassische Reitausbildung absolviert“, sagt Nadine Maiwurm-Großheimann, die mehrfach in der Woche in den Sattel steigt, während ihre Schwester nun auch beim Turnier startet – auf einem ihrer selbst gezüchteten Pferde. Denn die Zucht der Warmblüter gehört zum Hof. „Als unser Opa noch lebte, hatten wir noch mehr Kühe“, blickt die 36-Jährige zurück.

Stadt Essen erwarb den Hof 1975

„Die letzten Eigentümer mit dem Namen Deilmann waren die Schwestern Josephine und Theodora Deilmann, die beide im Jahre 1973 verstarben“, ergänzt Johann Rainer Busch von der Kupferdreher Bürgerschaft zur Geschichte des Hofes. Diesen hätten dann entfernte Verwandte übernommen, bevor die Stadt Essen ihn zwei Jahre später erworben habe. „Die Stadt verpachtete den unter Denkmalschutz stehenden Hof zunächst für 25 Jahre an die Familie Maiwurm, bis er endgültig in deren Besitz überging“, berichtet der Stadtteilhistoriker.

Die Geschichte der Familie Deilmann („der Hof hat seinen Namen vom Bauern Deilmann, angelehnt an den Deilbach, früher auch Deile genannt“) und des ehemaligen Lehngutes sei bis in das 14. Jahrhundert zurück zu verfolgen. Die heutigen, aus Ruhrsandstein bestehenden Gebäude wurden jedoch erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Zum Hof gehörten die benachbarte Mühle und eine eigene Bäckerei

Zum Deilmannhof gehörten früher auch die benachbarte Deiler Mühle, eine eigene Bäckerei, und der Deilbachhammer, der aus der Hofschmiede des Bauernhofs hervorgegangen ist. Der Deilbauer hatte aber auch Steinbrüche und betrieb schon früh Bergbau im Deilbachtal. „All diese Objekte gehören heute zur Kulturlandschaft Deilbachtal, an dessen historischer Bedeutung man praktisch die Entwicklung des gesamten Ruhrgebietes ablesen kann“, erklärt Johann Rainer Busch.

Die Bedeutung ist Nadine Maiwurm-Großheimann natürlich bewusst, auch wenn es für sie und ihre Familie vor allem ihr Zuhause ist. „Einen Plan für die Zukunft haben wir zwar noch nicht“, sagt sie. Aber einig sind sie sich alle, dass sie den Hof als landwirtschaftlichen Betrieb mit der Pferdehaltung erhalten möchten.

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