Vermisstenfälle

Polizei rätselt: Drei Essener wie vom Erdboden verschluckt

Peter S. ging mit seinem Mischlingshund „Woody“ häufig am Hallo und am Parkfriedhof spazieren. Foto:Polizei

Peter S. ging mit seinem Mischlingshund „Woody“ häufig am Hallo und am Parkfriedhof spazieren. Foto:Polizei

Essen.   Von Gerhard W., Ralf K. und Peter S. gibt es seit Wochen und Monaten keine Lebenszeichen. Den Ermittlern der Polizei fehlen brauchbare Hinweise.

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Ralf K. aus Kettwig verschwand am 2. Februar spurlos. Gerhard W. aus Katernberg wurde zuletzt am 23. Februar gesehen. Nach Peter S. aus dem Südostviertel wird seit dem 7. September gesucht. Drei mysteriöse Vermisstenfälle binnen weniger Monate geben der Essener Polizei Rätsel auf und lassen Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen nicht zur Ruhe kommen.

So unterschiedlich die persönlichen Schicksale auch sein mögen, so haben sie neben der Hoffnung auf ein Lebenszeichen doch etwas gemein: Es gibt in allen drei Fällen keinen einzigen brauchbaren Hinweis darauf, was den Männern widerfahren sein könnte. Was umso ungewöhnlicher ist, da alle drei samt ihrer Autos verschwanden.

Ralf K. fuhr einen schwarzen Mercedes C-Klasse mit dem markanten Kennzeichen BIT-TE 301, Gerhard W. einen dunkelblauen Opel Corsa B (E-QL 9474) und Peter S. einen silber-grauen VW Golf Plus auf dessen Nummernschild E-PS 5700 steht.

„Woody“, der Mischlingshund von Peter S., ist auch weg

Und „Woody“ ist auch weg. So heißt der Mischlingshund des 60-jährigen Peter S., der sich am 7. September von einer Arbeitskollegin des Essener Tierheims mit einem zuversichtlichen „Tschüss, bis morgen“ verabschiedete. An der Grillostraße arbeitete der „liebe und nette Mann“, wie ihn sein Umfeld beschreibt, seit etwa vier Wochen, und er wollte anscheinend auch am nächsten Tag wiederkommen.

Doch nach dem Abschied verliert sich die Spur des kräftigen 1,90 Meter-Mannes aus dem Südostviertel, der laut Polizei eigentlich als kontaktfreudig gilt, aber kein allzu enges Verhältnis zu seiner Familie gepflegt haben soll. In der vergangenen Woche erstattete seine Schwester schließlich Anzeige bei der Polizei, die seitdem umfangreich ermittelt, wie deren Sprecher Lars Lindemann sagt. Allerdings ohne entscheidend weitergekommen zu sein.

Man habe zwar einen Mann ausfindig gemacht, dem Peter S. wohl häufiger über den Weg lief, wenn er mit „Woody“ immer wieder mal Am Hallo und am Parkfriedhof spazieren ging. „Doch auch der Hundekontakt konnte uns nicht weiterhelfen“, berichtet Lindemann. Es gibt einfach keine Hinweise, auch nicht auf eine Krankheit oder einen Suizid, wie der Polizeisprecher betont.

Zwischenzeitlich kam etwas Hoffnung auf

Erklärende Gründe für das Verschwinden sind auch im Fall Ralf K. Fehlanzeige. Die Polizei hat nach dem Verschwinden des 41 Jahre alten Familienvaters, der ebenfalls als zuverlässig und fürsorglich beschrieben wurde, städteübergreifend das Umfeld seines Arbeitsweges und -platzes in Duisburg mit Hubschrauber und dutzenden Beamten abgesucht, ohne fündig zu werden. Dass Kennzeichen seines Mercedes wurde deutschlandweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Doch alle Maßnahmen brachten die Ermittler keinen Schritt weiter, während im Vermisstenfall Gerhard W. zwischenzeitlich etwas Hoffnung aufkam, den 58-Jährigen doch noch aufspüren zu können. Nach dem Verschwinden des Katernbergers wurde sein dunkelblauer Opel in der Nähe von Versailles in Frankreich entdeckt. Der Wagen war verlassen, die französische Polizei stellte ihn sicher und er wurde untersucht, sagt Polizeisprecher Christoph Wickhorst: „Doch auch das brachte keine neuen Hinweise.“

Jedes Jahr bis zu 1800 Vermisstenfälle für die Polizei

Jahr für Jahr bearbeiten die Ermittler der Essener Polizei 1500 bis 1800 Vermisstenfälle, weiß Lars Lindemann. Meistens handele sich dabei um Jugendliche, die ausbüxen, darunter auch sogenannte „Dauerläufer“, oder Senioren, die in Not geraten sind. „Zu 98 Prozent“, schätzt Lars Lindemann, „tauchen sie nach wenigen Stunden wieder auf. Nur sehr wenige beschäftigen uns länger.“ So wie Ralf K., Gerhard W. und Peter S..

Die Vermisstenstelle der Polizei bittet um Hinweise unter 0201/829-0.

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