Sicherheit

Polizei spricht sich für mehr Kameras in Essens City aus

Die Kameras am Rheinischen Platz übertragen die Bilder zu denMonitoren auf der Leitstelle im Polizeipräsidium. Dort verfolgen Beamte das Geschehen, um Einsatzkräfte möglichst schnell alarmieren zu können. Foto:imago stock&people

Die Kameras am Rheinischen Platz übertragen die Bilder zu denMonitoren auf der Leitstelle im Polizeipräsidium. Dort verfolgen Beamte das Geschehen, um Einsatzkräfte möglichst schnell alarmieren zu können. Foto:imago stock&people

Essen.   Behördenleiter kann sich Ausbau der Videobeobachtung „gut vorstellen“. Drogenhändler tummeln sich an unüberwachten Plätzen. Polizei setzt nach.

Geht es um die Frage von mehr Sicherheit in der Innenstadt, ist Polizeipräsident Frank Richter seiner Zeit voraus. Noch vor der von der neuen Landesregierung versprochenen Reform des Polizeigesetzes, das Behörden erlauben soll, Kameras zur Kriminalitätsbekämpfung nicht wie bisher nur an ausgewiesenen Brennpunkten mit einer erheblichen Zahl von Straftaten, sondern künftig auch vorbeugend einsetzen zu können, legt sich der Essener Behördenleiter fest.

„Wir können uns einen Ausbau der Videobeobachtung gut vorstellen“, sagte Richter jetzt gegenüber dieser Zeitung. Zum Beispiel am Viehofer Platz, der sich zum neuen Drogenumschlagplatz Nummer Eins entwickelt hat.

Seitdem die Polizeikameras das Geschehen am Rheinischen Platz minutiös im Blick haben, entzieht sich die Szene mehr und mehr der Dauerüberwachung, um die Geschäfte an eben jenen Orten abzuwickeln, die das Auge des Gesetzes nicht ständig im Blick haben kann.

Zivilkräfte observierten die Rückzugsorte der Dealer

An diesen Treffs geht dann das eigentliche Kalkül der Videobeobachtung, bei erkennbaren Straftaten möglichst schnell Beamte an den Ort des Geschehens zu dirigieren, zwangsläufig nicht mehr auf. Also bleibt der Polizei wenig anderes übrig, als wieder den Flächendruck zu erhöhen, wie es Richter formuliert, um die Kriminalität zu bekämpfen.

Was sehr personalintensiv ist, in dieser Woche aber dennoch verstärkt in die Tat umgesetzt wurde: Zivilkräfte observierten tagelang die Treffpunkte und Rückzugsorte der Drogendealer in der nördlichen Innenstadt, bevor operative Kräfte mit der Unterstützung einer Einsatzhundertschaft, des Ordnungs- und des Ausländeramts nachsetzten.

Die Einsatzbilanz der ersten vier Tage ist nicht ohne: Bei der Überprüfung von rund 300 Personen wurden 16 Verdächtige festgenommen und neben rund 100 Rauschgiftportionen diverse Messer und auch Ampullen mit Testosteron sichergestellt, sagte Polizeisprecher Lars Lindemann am Freitag.

Zwei Rauschgifthändler bei Zugriff verletzt

In drei Fällen deckten die Beamten einen illegalen Aufenthalt auf, ein bereits vorliegender Haftbefehl konnte vollstreckt werden und nach über 20 Anzeigen schließen sich jetzt Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz an.

Zwei mutmaßliche Rauschgifthändler wurden bei einem Zugriff am Donnerstag leicht verletzt. Polizeihunde bissen zu, als die Männer über die Bahntrasse zwischen Rheinischer Platz und Uni flüchten wollten.

Diese Präsenz der vergangenen Tage wird die Polizei weiterhin zeigen müssen, so lange die rechtlichen und finanziellen Fragen als auch die der personellen Aufstockung der Behörde für ein Mehr an Videobeobachtung nicht geklärt sind. Was die Wirkung der Kameras angeht, steht für Frank Richter jedenfalls fest: Es gibt deutlich weniger Diebstähle und Raubdelikte. Der Drogenhandel aber ist nach wie vor ein Problem in der City.

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