Prozess

Polizist erwischt nach Feierabend Autoraser: Geldstrafe

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Polizist hatte Feierabend, sah auf dem Heimweg in Essen aber einen Autoraser. Prompt verfolgte er ihn. Jetzt bekam der Rowdy eine Geldstrafe.

Ein Polizist ist immer im Dienst. Das beherzigte auch der Beamte, dem auf dem Heimweg vom Dienst zwei Fahrer in Essen bei einem illegalen Autorennen auffielen. Sofort war er wieder im Dienst, nahm die Verfolgung auf und erwischte zumindest einen der beiden Verkehrsrowdys. Der bekam am Freitag in der Berufungsverhandlung am Landgericht rechtskräftig eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro (200 Tagessätze zu 10 Euro). Seinen Führerschein, auf den er fast ein Jahr verzichten musste, bekam der 32-Jährige nach dem Urteil zurück.

Am Amtsgericht im Mai hatte der Angeklagte die Tat nicht zugegeben. Er sei lediglich hektisch gefahren, hatte er gesagt. Denn er sei spät abends von seinem Bruder um Hilfe gebeten worden, der zu Hause Probleme gehabt hätte. Zufällig habe er im schnellen Mercedes C 63 AMG eines Freundes gesessen, den er für diesen gewaschen hatte. Das Amtsgericht glaubte ihm das nicht, verurteilte ihn sogar zu 3000 Euro Geldstrafe (300 Tagessätze zu 10 Euro).

Rennen zwischen AMG Mercedes und VW Touareg

Erst am zweiten Prozesstag vor der XIII. Strafkammer am Landgericht zeigte er sich reumütig und gestand. Also war er in der Nacht zum 21. August vergangenen Jahres doch nachts um 23.28 Uhr auf der Altenessener Straße in Richtung Essener City mit bis zu 125 km/h gerast. An seiner Seite ein SUV der Marke VW Touareg, dessen Fahrer bislang strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen wurde.

Der Polizist, der sich selbst wieder in den Dienst versetzt hatte, listete genau auf, mit welchen Verkehrsverstößen das Autorennen einher ging. Das fing an mit dem lauten Aufheulen der Motoren beim Start des „Rennens“. Die beiden Wagen rasten mit hoher Geschwindigkeit bis zum Innenstadtring, bevor der Angeklagte über die Hans-Böckler-Straße nach Frohnhausen fuhr, wo ihn der im VW Golf fahrende Beamte stoppte. Sechs Rotlichtverstöße hatte der Polizist mitgezählt.

Kein Vergleich mit den Bredeneyer Autorasern

Mit dem Urteil gegen die Bredeneyer Autoraser vom Donnerstag lässt sich die Entscheidung nicht vergleichen. Sie hatten zwar nur 90 Tagessätze Geldstrafe bekommen, dafür aber ein weit kürzeres Stück zurückgelegt und keine rote Ampel überfahren. Außerdem wurde ihr Führerschein eingezogen ebenso wie die Luxusautos.

Im aktuellen Fall hatte die Kammer einen guten Eindruck vom Angeklagten, so dass er den Führerschein auch ohne den sonst üblichen „Idiotentest“ zurück bekam. Richter Peter Wilfinger gab der Hoffnung Ausdruck, „dass heute Abend nicht wieder ein AMG gewaschen werden muss“.

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