Hilfe für Kinder

Projekt für Kinder: Essener Skater suchen dringend Halle

Skateboard-Profi John Birr zeigt den Kindern auf dem Schulhof des Franz-Sales-Hauses in Essen-Huttrop, wie man die Übungen sicher ausführt.

Skateboard-Profi John Birr zeigt den Kindern auf dem Schulhof des Franz-Sales-Hauses in Essen-Huttrop, wie man die Übungen sicher ausführt.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Huttrop.  Der Verein „Be strong for Kids“ sammelt Spenden für kranke Kinder und bietet Bewegungskurse an. Skater suchen überdachte Trainingsmöglichkeit.

Seit Ende Juni trainiert eine besondere Skater-Gruppe auf dem Gelände des Franz-Sales-Hauses in Essen-Huttrop. In Kooperation mit der DJK Franz-Sales-Haus bietet der Verein „Be strong for Kids“ ein Skate-Projekt für Kinder mit und ohne Behinderung, aber auch Kinder mit schweren Erkrankungen wie Krebs oder Nierenleiden an. Der Angebot erfreut sich großer Beliebtheit – doch jetzt wird dringend ein Winterquartier gesucht.

„Es muss nicht beheizt und auch nicht zwingend drinnen sein, Hauptsache es ist überdacht“, erklärt Jörn Schulz, Initiator und Vorsitzender des Vereins „Be strong for Kids“. Seit vier Jahren sammelt er mit Gleichgesinnten durch teils spektakuläre Sportveranstaltungen Spenden für kranke oder benachteiligte Kinder. Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins ist die Bewegungsförderung, die zum Beispiel beim Training mit Profiskater John Birr umgesetzt wird.

Einmal in der Woche trainieren die Kinder und Jugendlichen am Franz-Sales-Haus

Seit vier Monaten kommen jeden Dienstagnachmittag Kinder und Jugendliche von sechs bis 15 Jahren mit geistiger Behinderung, mit schweren Krankheiten, aber auch sportbegeisterte Kinder aus der Nachbarschaft zusammen. Ohne Leistungsdruck testen und verbessern sie ihre Fähigkeiten auf Rollen, gut geschützt durch Helme, Arm- und Knieschoner. „Im Sommer war das Gelände hier am Franz-Sales-Haus optimal, aber wenn es regnerischer wird, brauchen wir eine überdachte Trainingsmöglichkeit“, sagt Jörn Schulz. Wenn Hindernisse und Rampen nass würden, sei das Training trotz Schutzausrüstung zu gefährlich.

„Toll wäre eine Tiefgarage, eine alte Sport- oder Lagerhalle, ein großer Unterstand oder ähnliches. Die Fläche sollte einmal in der Woche nachmittags für gut anderthalb Stunden nutzbar sein“, sagt der Vorsitzende von „Be strong for Kids“, das im Frühjahr 2019 vom Projekt zum Verein wurde. Notfalls könne man etwas Miete dafür zahlen. Schulz und seine Mitstreiter hoffen auf eine Fläche von 250 bis 450 Quadratmetern, möglichst in Bergerhausen, Huttrop, Stadtwald, Rellinghausen, Rüttenscheid, Werden, Südviertel, Steele oder im Südostviertel.

Gruppe würde gern im gewohnten Umfeld bleiben

„Wir würden gern hier im Umfeld bleiben, damit auch die Kinder vom Franz-Sales-Haus und solche, die im Klinikum behandelt werden, das Angebot weiterhin gut erreichen können“, sagt Schulz. Für die Sprünge müsse zudem eine gewisse Höhe gegeben sein. Seine bisherigen Versuche und Anfragen, zum Beispiel Parkhäuser oder Tiefgaragen von Geschäften zu nutzen, seien erfolglos geblieben.

Insgesamt bietet „Be strong for Kids“ drei Bewegungsprojekte mit Kooperationspartnern wie Franz-Sales-Haus, Kinderschutzbund oder Ronald-McDonald-Haus an: im Sommer Stand-up-Paddling mit der KG Wanderfalke auf dem Baldeneysee, ein Projekt „Musik und Tanz“ mit der Bredeneyer Funke-Stiftung und das Skate-Projekt mit dem Franz-Sales-Haus. Ein Fitness-Kurs sei geplant.

„Gemeinsame Bewegung fördert das Selbstvertrauen und die Kreativität. Gerade Kinder mit schweren Erkrankungen gewinnen durch solche sportlichen Angebote ein bisschen Normalität und Lebensfreude zurück“, weiß Jörn Schulz aus Erfahrung.

Ein mobiler Parcours mit Rampen und Hindernissen

Einmal in der Woche bauen die ehrenamtlichen Helfer derzeit den Parcours aus Rampen und Hindernissen auf, die eine auf Funsportarten spezialisierte Essener Firma zur Verfügung stellt. Der mobile Skatepark könne auch mit Rollern oder Rollstühlen genutzt werden.

Jörn Schulz lebt in Stadtwald. Er hatte große mediale Aufmerksamkeit erregt, als er im Rahmen seines ersten Spendenprojekts beim 24-Stunden-Stand-up-Paddling 114 Kilometer auf der Ruhr vom Sauerland bis Mülheim zurücklegte.

Der 37-Jährige ist eigentlich Lehrer, unterrichtet Sport und Spanisch an einem Mülheimer Gymnasium. „Die Idee, mit ungewöhnlichen Sportaktionen Geld für Kinder zu sammeln, fiel ungefähr mit der Geburt meiner beiden Kinder zusammen. Ich bin einfach dankbar, dass in meinem Leben bisher alles glatt gelaufen ist und will gerne etwas zurückgeben“, erklärt Schulz, der jedes Jahr eine Spendenaktion durchführen will. Nach dem Stand-up-Paddling auf der Ruhr ließ er bereits Skateboards von Künstlern für den guten Zweck bemalen und startete im Sommer eine Schwimmaktion, bei der es galt, den Baldeneysee zu durchqueren.

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