Komödie

„Pyjama Party“ im Stratmanns: Mädelsabend mit Cindy Lauper

Lockere Kleiderordnung, lustige Wortwechsel: Szene aus „Pyjama Party" im Stratmanns mit Dimphy Croese, Julia Kohlhepp, Desireé Burger und Inga Clauß (v.l..)

Lockere Kleiderordnung, lustige Wortwechsel: Szene aus „Pyjama Party" im Stratmanns mit Dimphy Croese, Julia Kohlhepp, Desireé Burger und Inga Clauß (v.l..)

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Flotte Wendungen, zotige Situationskomik: Die musikalische Komödie „Pyjama Party“ zeigt im Stratmanns einen Zickenkrieg mit Karaokesongs.

Whitney Houston gibt den Ton vor. „I Wanna Dance With Somebody“ singen die vier Freundinnen und tanzen zum Dancepop-Hit mit. Alles im legeren Schlabber-Look und vor gemütlichen Sitzkissen. Denn heute ist gemeinsamer Mädelsabend. Dafür hat Jana (Desireé Burger) extra das Karaoke-Format „Singstar“ bestellt. Das freut zwar nicht die spießige Nachbarin, dafür aber ihre Freundinnen, die sich beherzt am Mikro austoben.

Pizza bestellen, Kleidung austauschen, über Männer lästern

Das ist die Ausgangskonstellation von Nadeem Ahmeds musikalischer Komödie „Pyjama Party“, die jetzt in Stratmanns Theater feierte: Vier Freundinnen, die sich zum Teil seit der Grundschule kennen, sind zum traditionellen Rumhängen in Schafanzügen verabredet. Dazu gehören die üblichen Gespräche und die bewährten Rituale: Pizza bestellen, Fernsehen gucken, Kleidung austauschen oder über Männer lästern. Bis eine vermeintliche Schwangerschaft von Jana zu ersten Streitigkeiten führt und das gemütliche Beisammensein sprengt.

Für diese Eskalation sorgt auch, dass Hausautor Nadeem Ahmed sich gleich vier unterschiedliche Frauenfiguren ausgedacht hat, die auf der Bühne aufeinanderprallen: Die diplomatische Jana fühlt sich überfordert – mit Veränderungen in ihrem Leben und der hitzigen Atmosphäre in ihrer Bude. Denn Chrissi (Inga Clauß) glaubt, dass Jana Schwanger ist und bringt sich hinter ihrem Rücken schon mal als eine Art designierte Patentante in Stellung. Gegen die Schauspielstudentin Malu (Dimphy Croese), die einer Affäre mit ihrem Dozenten nachtrauert. Völlig aus der Reihe fällt Laura (Marit Loick), die am liebsten dunklen Lippenstift und trashige Horrorfilm-T-Shirts trägt.

Unterhaltsamer Zickenkrieg mit frechen Wortwechseln

Als sie schließlich Alannah Myles „Black Velvet“ ins Mikro schmettert, klatscht auch das Publikum mit. Genauso wie bei den anderen Ohrwürmern wie Cindy Laupers „True Colors“ oder „Sweet Dreams“ von Eurythmics, die die vier Darstellerinnen auf der Bühne performen. So sorgen auch die vielen Pop-Balladen für ein Feel-Good-Stück mit flotten Wendungen und zotiger Situationskomik.

„Pyjama Party“ feiert einen unterhaltsamen Zickenkrieg mit frechen Wortwechseln und schlagfertigen Pointen wie: „Montag ist das Gelsenkirchen der Woche.“ Oder: „Facebook-Freunde sind wie Kugelschreiber. Du hast 150, aber es schreiben nur fünf.“ Das Finale kommt zwar nicht ohne Rührseligkeiten aus, als es um Freundschaft und Entscheidungen im Leben geht. Aber die Vier raufen sich schnell wieder zusammen. Und so wird auf der Bühne wieder getanzt und gesungen.

>>TERMINE AUCH IM MAI UND JUNI

  • Die nächsten Vorstellungen von „Pyjama Party“ gibt es am 4. und 5. Mai, am 10., 11. und 12. Mai sowie am 15. und 16. Juni. Tickets (ab 22 Euro) unter Tel. 8204060.
  • Autor Nadeem Ahmed hat die Vorlage für die jüngste Eigenproduktion im Stratmanns Theater geliefert. Die Choreographien stammen von Rachel Marley.

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