Tanz

Reihe „Kunstbaden“ macht Essener Bibliothek zur Tanzbühne

Ein Abend mit Humor und Charme: Szene aus „Großstadthunger“ in der Essener Zentralbibliothek.

Ein Abend mit Humor und Charme: Szene aus „Großstadthunger“ in der Essener Zentralbibliothek.

Foto: Karina Ter

Essen.  Kunstbaden: Choreografin Jelena Ivanovic macht das ehemalige Spaßbad Gildehof zur Tanzbühne. Bibliothek wird zum Schauplatz von „Großstadthunger“

Sie hat Mut und ergreift die Initiative, die Choreografin und Tänzerin Jelena Ivanovic, Eigenschaften, die man haben muss, wenn man sich in der freien Szene behaupten will. Mit ihrem Tanzfestival „638 Kilo Tanz”, mit ihren diversen Choreografien an Essener Orten wie der Villa Hügel, dem Schauspiel Essen und dem Maschinenhaus der Zeche Carl hat sie sich schon längst einen Namen gemacht. Ganz zu schweigen vom „Kunstbaden“ im Grugabad, das im Sommer auf viele Liebhaber getroffen ist.

Für die Winter-Ausgabe von „Kunstbaden” musste nun aber ein neuer Ort gefunden werden. Das ehemalige Spaßbad im Gildehof, die heutige Zentralbibliothek, erwies sich diesbezüglich als hervorragende Spielstätte. Das Werk „Großstadthunger“ wurde hier mit guter Resonanz aufgeführt.

Großstadt-Singles treffen sich in einem Restaurant

Der „Großstadthunger“ ist dabei ganz wörtlich zu nehmen. Die Situation in einem Restaurant einer Großstadt wird geschildert. Der Hunger hat die Menschen zusammengeführt. An acht Tischen sitzen Tänzerinnen und Tänzer. Sie drehen und wenden sich, sie vollführen geschmeidige, elegante und verschlungene Bewegungen. Es ist ein Kommen und Gehen. „Männliche Singles gehören zum festen Inventar eines Restaurants“ liest man da. Aber auch von den weiblichen Singles ist die Rede. Dabei kommt der Humor und der Charme der Choreografin zum Ausdruck. „Ich will heitere Sachen machen“ gesteht sie später im Gespräch mit der Zeitung.

Es ist in der Tat ein heiteres Stück, das seine Ausstrahlung vor allem zwei live auftretenden Musikern verdankt. Der Akkordeonspieler und Komponist Goran Kovacevic und die Klarinettistin Anette Heuser bringen mit Virtuosität und akzentuierter Rhythmik nicht nur den Flair der weiten Welt ins Stück, sondern wissen auch mit ihrer Urmusikalität zu rühren.

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