Durchsuchungen

Rocker-Razzia: Polizei geht in NRW gegen Osmanen-Club vor

Vereinsheime und Privatwohnungen der Osmanen-Rocker sind durchsucht worden. (Symbolbild)

Foto: Dieter Staniek / dpa

Vereinsheime und Privatwohnungen der Osmanen-Rocker sind durchsucht worden. (Symbolbild)

Essen.  In NRW ist die Polizei mit einer großangelegten Razzia gegen den Osmanen Rocker-Club vorgegangen. Mehr als 40 Gebäude seien durchsucht worden.

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Die Polizei hat am Dienstagmorgen in mehreren NRW-Städten zahlreiche Wohnungen und Vereinsräume des "Osmanen Germania Boxclub" durchsucht. Wie ein Essener Polizeisprecher bestätigte, seien 41 Objekte in NRW Ziel der Aktion gewesen. Dabei seien die Beamten in über 20 Städten im Einsatz gewesen, unter anderem in Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Siegen. Die Polizei sei mit Spezialkräften angerückt, "weil die betroffenen Rocker als gefährlich eingeschätzt" werden.

"Die Maßnahmen dienen dazu, die Vereinsstrukturen und Vereinsaktivitäten aufzuklären", hieß es in einer ersten Stellungnahme. Damit wolle man aber kein Vereinsverbot durchsetzen. Laut NRW-Innenministerium bestehe der Verdacht, dass der Verein gegen Gesetze verstoße. "Wir beobachten die Szene sehr genau und lassen uns von diesen Organisationen nicht blenden", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul.

Meisten Osmanen-Rocker haben türkische Wurzeln

Deutschlandweit habe der Rocker-Club rund 300 Mitglieder, auf NRW sollen etwa 150 Mitgliedschaften entfallen. Der Rocker-Club tarne sich als Boxclub, der vorgebe sich um Jugendliche zu kümmern. In der Vergangenheit habe es neben versuchten Tötungsdelikten auch Auseinandersetzungen mit anderen Rocker-Clubs gegeben.

Neben den Durchsuchungen in NRW haben die Ermittler länderübergreifend auch in Baden-Württemberg und Hessen einen großangelegten Einsatz durchgeführt. "Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden", erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung.

Die Rockergruppe "Osmanen Germania" steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen. Vor einem Monat war bei einem Einsatz der 43-jährige frühere "Präsident" der Osmanen Germania in Wuppertal von einem SEK-Beamten erschossen worden. (memo/mit dpa)

Unter anderem in diesen NRW-Städten war die Polizei im Einsatz:

  • Bochum
  • Bottrop
  • Duisburg
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Gladbeck
  • Herten
  • Hilden
  • Lüdenscheid
  • Marl
  • Plettenberg
  • Recklinghausen
  • Siegen
  • Werdohl
  • Witten
  • Wuppertal
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