Kunst

Essener Künstler malt Greta Thunberg – und sie antwortet ihm

Oliver Schäfer (25) aus Essen-Rüttenscheid malt starke Frauen. Neben Greta Thunberg hat er unter anderem schon Michelle Obama, Lady Gaga oder auch Anne Frank gemalt.

Oliver Schäfer (25) aus Essen-Rüttenscheid malt starke Frauen. Neben Greta Thunberg hat er unter anderem schon Michelle Obama, Lady Gaga oder auch Anne Frank gemalt.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Der Künstler Oliver Schäfer (25) aus Essen-Rüttenscheid malt starke Frauen – unter anderem Greta Thunberg. Auf Instagram lobt sie seine Arbeit.

Alles hat damals angefangen mit der Trump-Wahl. „Ich hatte es satt, immer nur diese Despoten überall zu sehen“, sagt Oliver Schäfer. „Inspirierende Menschen wurden einfach nicht gezeigt.“ Das wollte der 25-Jährige ändern und fing an, sie zu malen: Starke Frauen. Seine erste war Marilyn Monroe. Nach und nach kamen mehr dazu. Insgesamt sind es mittlerweile 14 Porträts. Das wohl bekannteste ist das von Greta Thunberg. Von der Umweltaktivistin hat er auf Instagram eine Reaktion auf sein Bild bekommen.

„Wow!“ kommentierte die 16-Jährige mit drei Herzen. „Das hat mich natürlich gefreut. Das ist eine Belohnung für jeden Künstler.“ Ein Traum von ihm ist es, sie auch einmal persönlich zu treffen und eine Signatur von ihr auf dem Bild zu bekommen.

Essener Künstler versteckt Botschaften auf seinen Bildern

Früher hat er alles gemalt: Landschaften, Menschen, abstrakte Dinge. Dabei fehlte ihm aber irgendwann der rote Faden. Vielmehr wollte er ein Projekt schaffen, an dem sich ein Prozess erkennen lässt, erklärt er. Und: Er möchte etwas bewirken, etwas für die Gesellschaft tun. „Ich habe die Hoffnung, dass ich mit meinen Bildern aufklären kann – oder zumindest Menschen bewegen, sich mit der abgebildeten Person näher zu beschäftigen.

Denn in jedem Bild versteckt er eine Botschaft. Nur leicht schimmert sie unter den bunten Farben auf den Gesichtern der Frauen durch. Es sind Zitate und Sätze von den jeweiligen Frauen. Sätze, die für die Frauen stehen. „Immer auf der Muttersprache – so ist es authentischer.“ Nur beim genauen Hinschauen sind die Buchstaben zu sehen. Das soll Interesse wecken und zeigen: „Wir können Menschen nur vor den Kopf schauen.“ Meist verberge sich aber noch viel mehr hinter den Personen, sagt Schäfer.

Nächstes Projekt: Marzieh Ebrahimi

Er malt nicht nur bekannte Frauen. „Hollywoods-Stars sehen doch eh alle gleich aus“, sagt er. Viel wichtiger sei es ihm, Frauen zu malen, die sich durch ihre Stärke bewiesen haben. So wie Marzieh Ebrahimi. Die Iranerin wurde bei einem Säureangriff verletzt. Die Narben sind deutlich auf ihrem Gesicht zu sehen. Nun setzt sie sich in ihrer Heimat für Frauen und gegen Säureangriffe ein. Sie ist das nächste Projekt des Künstlers – die Zeichnung steht bereits.

Der Prozess, in dem die Porträts entstehen, ist immer der selbe: Als allererstes „stopft“ er sich mit Informationen voll. Sammelt Infos über die Frau, beschäftigt sich mit ihrer Geschichte und ihrem Lebensweg.

Starke Frauen – starke Farben

Erst dann bringt er all das auf die Leinwand. Erst eine Zeichnung, dann das Zitat und zuletzt kommt die Farbe drauf. Die knalligen Farben habe er absichtlich gewählt: „Ich male starke Frauen, also benutze ich auch starke Farben.“

Seine Arbeit und den Entstehungsprozess hält der Essener mit Videos fest, die er bei Instagram auf seinem Profil „olisinst“ und Youtube teilt. „Galerien sind heutzutage Instagram.“ Über diesen Weg erreiche er mehr Menschen. Seine Videos unterlegt er mit Reden der jeweiligen Frauen. „So bekommen die Zuschauer einen noch besseren Eindruck von der Frau.“

Er hat nie mit dem Malen aufgehört

Noch verdient der Künstler kein Geld mit seinen Werken. Eins von Meryl Streep habe er auf Wunsch gemalt und verkauft – „aber eigentlich will ich erst einige Kunstwerke zusammenhaben, die ich dann auch zusammen ausstellen kann.“ Auf lange Sicht müsse er sie aber verkaufen. So ein Hobby sei vor allem wegen der Materialkosten sehr kostspielig.

Schon als Kind hat er gerne gemalt. Mit acht besuchte er seinen ersten Malkurs. „Die Frage ist nicht, wann ich angefangen habe. Ich habe einfach nie aufgehört.“

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