Jahresrückblick

Kneipenbesucher trauern um ihren geliebten Bahnhof Süd

Die Kultgastronomie Bahnhof Süd schloss nach 30 Jahren im Südviertel.

Foto: Knut Vahlensieck Süd

Die Kultgastronomie Bahnhof Süd schloss nach 30 Jahren im Südviertel. Foto: Knut Vahlensieck Süd

Kultgaststätte schloss nach 30 Jahren. Bürgerinitiativen und Ärger um ein Hausmeisterhaus sorgen für Schlagzeilen in Rüttenscheid und Südviertel.

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Januar


Die geplante Neubebauung an der Henri-Dunant-Straße sorgt für Unruhe. Anwohner fürchten, dass die 420 neuen Wohnungen zum Verkehrschaos führen könnten. Die Bürgerinitiative „Henri 2020“ wird gegründet. +++ Das Krupp-Krankenhaus feiert einen Baby-Boom: Genau 1000 Kinder erblickten 2016 dort das Licht der Welt, so viele, wie schon seit 30 Jahren nicht mehr. +++ Bewohner rund um den Haumannplatz müssen sich auf eine Dauerbaustelle einstellen: Bis Mitte 2018 werden die Stadtwerke die Kanäle erneuern.

Februar


Der Bauboom in Rüttenscheid kennt kein Ende: Jetzt muss auch die 1922 errichtete Goldschmidtsiedlung an der Köndgenstraße einer schicken Neubebauung durch Vivawest weichen. Eine 88-jährige Mieterin versucht juristisch den Abriss anzufechten – vergeblich. +++ Ein Ärgernis: Die durch Lieferfahrzeuge oft verstopfte Rüttenscheider Straße. Die Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung wollten dem Lieferverkehr werktags auf der gesamten Straße Halt ermöglichen – die Stadt lehnt ab. +++ Nach jahrelanger Sicherheitsdebatte gibt es endlich anständige Beleuchtung im Christinenpark. +++ Die Bürgerinitiative „Henri 2020“ legt mit 100 Autos die Henri-Dunant-Straße lahm – Vorgeschmack auf Verkehrsprobleme, die die Initiative befürchtet.

März


Auf ungewöhnliche wird ein kleines Restaurant im Südviertel gerettet: Die Stammgäste nehmen sich der fast insolventen Trattoria él Destino an, entwerfen einen Businessplan, renovieren den Gastraum und greifen Wirt Siamak Hassannejad finanziell unter die Arme. +++ Die Fußballabteilung des Rüttenscheider SC kämpft ums Überleben: Der Traditionsverein hat binnen zwei Jahren insgesamt zwölf Jugendteams verloren. Der Ascheplatz im Walpurgistal und die dortige Großbaustelle machen zu schaffen; wenn es 2018 keine Besserung gibt, droht ihr das Aus.

April


Die Bürgerinitiative Henri-Dunant-Straße fühlt sich von der Stadt nicht ernst genommen; keiner ihrer Vorschläge und Kritikpunkte findet sich in dem vorgelegten Bebauungsplan wieder. +++ Die Stadt beschließt ein Pilotprojekt an der Andreas-Grundschule, wo es nach den Sommerferien die stadtweit ersten Haltestellen für „Elterntaxis“ geben soll. +++ Die Mieter an der Gummert-straße haben sich mit dem neuen Eigentümer geeinigt und wehren sich nicht mehr gegen den Abriss ihrer alten Häuser. Dort entstehen rund 140 neue Wohnungen.

Mai


Während der Parkdruck in Rüttenscheid wächst, werden private Stellflächen mit Schranken versehen – so auch der Parkplatz am Ärztehaus am Gußmannplatz, der vom Krupp-Krankenhaus bewirtschaftet wird. +++ Das Südviertel trauert, als Conny Niermann und Eckkardt Wiemann beschließen, ihre „Viertelliebe“ zu schließen. Bis zum Jahresende hat sich noch kein Nachmieter gefunden. +++ Der barrierefreie Umbau an der Straßenbahnhaltestelle am Aalto-Theater sei nicht möglich, teilt die Evag mit. Problem sei der Gleiswechsel, der eine Anhöhung des Bahnsteiges nicht zulasse.

Juni

Zum 29. Mal steigt das Rü-Fest mit sechs Bühnen und 230 Verkaufsständen. Die Besucherzahlen zeigen, dass die Lust an Essens größtem Straßenfest ungebrochen istt. +++ Am Isenbergplatz zeigen Kunststudenten zwei Wochen lang Skulpturen, Projektionen und Installationen. +++ Die Initiative „Henri 2020“ protestiert auf Fahrrädern gegen die Bebauung an der Henri-Dunant-Straße. +++ An der Veronikastraße wird der Grundstein für 70 neue Eigentumswohnungen gelegt.

Juli

Systemgastronomie auf dem Vormarsch: In den Räumen der ehemaligen Thalia-Buchhandlung am Arosahotel eröffnet eine Vapiano-Filiale. +++ Der Lesepavillon in der Gruga wird grundlegend saniert. Der rundum verglaste Bau ist das letzte Relikt der eleganten Architektur aus der Zeit der Parkerweiterung. +++ Neben der Käthe-Kollwitz-Schule verfällt seit Jahren das kleine historische Hausmeisterhäuschen. Ein Bürger möchte es mit Gastronomie und Kultur als Nachbarschaftstreff wiederbeleben, „Bude 3000“ nennt er sein Konzept. Doch Schule, Teile der Elternschaft und der Bezirkspolitiker lehnen das Vorhaben ab. An dem Streit zerbricht die Zusammenarbeit von SPD und Grünen in der Bezirksvertretung.

August


Zum siebten Mal startet das Rüttenscheider Gourmetfest „Rü Genuss pur“ mit 25 Gastronomen und 2000 Plätzen für Besucher. +++ Eine Delegation einer chinesischen Frauenrechtsorganisation informiert sich über das Wohnprojekt Beginenhof. +++ In der Traditionskneipe Ampütte werden Szenen der Harpe-Kerkeling-Autobiographie „Der Junge muss mal an die frische Luft“ gedreht. +++ Engagierte Kunden retten mit einer Sammelaktion die „Alex liest Agatha“-Buchhandlun an der Eduard-Lucas-Straße .

September


Die „Dukes of Downtown“ rollen durch Rüttenscheid. 111 Autoverrückte zeigen ihre PS-starken Schlitten. +++ In der Villa Rü startet eine Sozialberatung. Hier finden Hartz-IV-Empfänger anonyme Hilfe. +++ Das Rüttenscheider Straßenfest „Emma und Hedwig“ lockt so viele Besucher wie nie zuvor. +++ Im Südviertel endet die lange Kneipengeschichte des Bahnhof Süd. Musiker wie Helge Schneider, Stoppok und das Spardosen-Terzett spielten hier, unvergessen sind die Jazz-Sessions und die Disco-Nächte.

Oktober


Mit der neuen Aktion „Kunstecken“ gibt es entlang der Rellinghauser Straße Theater, Musik und Streetart zu entdecken. +++ Die Stadtwerke geben bekannt, dass ganz 2018 die Norbertstraße wegen Kanalbauarbeiten gesperrt wird. +++ Die Initiative „Henri 2020“ bereitet eine Klage vor. Auch die Bezirksvertretung äußert „erhebliche Bedenken“ gegen den das Bauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Pädagogischen Hochschule (PH).

November


Abseits der Rü zeigen Händler zum sechsten Mal den „lebendigen Adventskalender“. +++ Zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht lädt die Initiative „Stolpersteine in Essen-Süd“ die Bürger ein. +++ Erfolg für die Initiative „Henri 2020“: Der Investor plant nur noch 300 statt urspünglich 420 Wohnungen. Das soll laut Stadt im Bauantrag fixiert werden.

Dezember


Aus dem ehemaligen Kaiser’s Markt an der Rellinghauser Straße wird ein Edeka. Neu sind auch die Schranken, die die Zufahrt zum Parkplatz regulieren. +++ Auf dem Gelände von Holz Conrad sollen 96 neue Wohnungen entstehen. +++ Grüne fordern ein nachhaltiges Verkehrskonzept für Rüttenscheid. So könnte der Stadtteil Vorreiter in Sachen umweltfreundliche Mobilität werden. Auf den Vorstoß folgt die Kritik der Interessengemeinschaft Rüttenscheid.

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