Kunstprojekt

Rüttenscheider Künstler malte Wandgemälde im Südviertel

Der Rüttenscheider Gabor Doleviczenyi arbeitete zwei Wochen an dem 130 Quadratmeter großen Wandgemälde im Südviertel.

Foto: Socrates Tassos

Der Rüttenscheider Gabor Doleviczenyi arbeitete zwei Wochen an dem 130 Quadratmeter großen Wandgemälde im Südviertel. Foto: Socrates Tassos

Essen.  130 Quadratmeter groß ist das Wandgemälde, das der Rüttenscheider Gabor Doleviczenyi gemeinsam mit einer Künstlerin im Südviertel gemalt hat.

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Das ist große Kunst, zweifellos, schon was die Dimensionen betrifft: Auf einer Fläche von fast 130 Quadratmetern durften die Künstlerin Bastardilla aus Kolumbien und der Rüttenscheider Gabor Doleviczenyi in den vergangenen zwei Wochen arbeiten.

Ein Hausbesitzer an der Dreilindenstraße stellte dafür die Außenwand eines Mehrfamilienhauses zur Verfügung – ohne zu wissen, was auf ihn zukommt. Nun hat Essen eine „Weltbaustelle“, so der Titel eines NRW-weiten Projekts des Eine-Welt-Netzwerks, das sich für nachhaltige Entwicklung einsetzt.

17 großformatige Wandgemälde in NRW

„Ich war sehr nervös“, sagt Doleviczenyi, der schon größere Wandbilder

gemalt hat, doch das im Südviertel sei eine besondere Herausforderung gewesen. „Da platziert man ja auch eine Äußerung, eine eigene Meinung“, erzählt er. 17 solcher großformatigen Wandgemälde im öffentlichen Raum entstehen derzeit in NRW. Sie sollen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sichtbar machen, die von den Vereinten Nationen beschlossen wurden. Künstlerisch werden dabei Themen wie die Gleichberechtigung der Geschlechter, sauberes Wasser und der Klimaschutz aufgearbeitet. Auch der verbesserte Zugang zur Bildung – und mit diesem Thema haben sich die Künstler in Essen auseinandergesetzt.

Absprache der Künstler per Videochat

„Wenn ich sonst einen Gestaltungsauftrag für eine Wand habe, geht es für mich eigentlich nur um die bestmögliche Erfüllung“, sagt Doleviczenyi. „Hier musste ich aber überlegen, was ich sagen möchte.“ Per Videochat diskutierte er im Vorfeld mit seiner Künstlerkollegin aus Kolumbien, ihre Ansätze waren grundverschieden.

„Ich als Vater denke über die Umsetzung der Inklusion hierzulande nach, für Bastardilla geht es in Kolumbien erst mal darum, dass die Kinder was zu essen bekommen, bevor sie lernen.“ Diese verschiedenen Perspektiven sind es, die bei den „Weltbaustellen“ in die Kunstwerke einfließen sollen, um Diskussionen anzustoßen.

Kunstwerke sollen Diskussionen anstoßen

„Wir haben ein Bild geschaffen, das offen ist für Interpretationen“, sagt Doleviczenyi. „Nicht platt nach dem Motto ,Make love, not war’.“ Zu sehen sind zum Beispiel eine Eule, Symbol der Weisheit, mit einer Maus in Raketenform in den Krallen. Darunter Ameisen, die eine Zeitung zerschneiden und davontragen. „Das ist technisch auf einem hohen Niveau. Ich glaube nicht, dass jemand aus der Graffiti-Szene hier rangeht“, sagt Doleviczenyi. Es ist eben große Kunst.

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