Ausstellung

Ruhr Museum zeigt drei Milliarden Jahre Erdgeschichte

Direktor Heinrich Theodor Grüter, Geologin Ulrike Stottop und  Udo Scheer , der die Sammlungen betreut (v.l.), zeigen im Ruhr Museum geologische Objekte aus der Sammlung, wie dieses Meereskrokodil.

Foto: Socrates Tassos

Direktor Heinrich Theodor Grüter, Geologin Ulrike Stottop und Udo Scheer , der die Sammlungen betreut (v.l.), zeigen im Ruhr Museum geologische Objekte aus der Sammlung, wie dieses Meereskrokodil. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Das Ruhr Museum zeigt ab dem 2. Oktober rund 500 Exponate aus seiner geologischen Sammlung. Die Ausstellungsstücke stammen aus der ganzen Welt.

„Es ist geschafft.“ Mit diesem Ausdruck der Erleichterung meint Ruhr-Museums-Direktor Prof. Heinrich Theodor Grütter nicht nur die Leistung seines Teams, die Ausstellung „Erdgeschichten. Geologie im Ruhr Museum“ pünktlich zur Eröffnung am 2. Oktober auf die Beine gestellt zu haben. Diese bildet nämlich auch den Schlusspunkt der Reihe, die die Höhepunkte aus der kompletten Sammlung aus eigenen Beständen in Ausstellungen und Katalogen präsentiert hat.

2012 begann diese Serie mit der Fotografie-Austellung „Von A bis Z“ und setzte sich dann in Schauen zur Münzkunde, zur Vormoderne, zur Mineralogie, zur Industriekultur und zuletzt zur Archäologie fort, um nun in einer Auswahl aus 400 000 Objekten der geologischen Sammlung des Ruhr Museums ihren Abschluss zu finden.

Die globalste Sammlung des Ruhr Museum

Circa 500 Exponate haben die Geologin Ulrike Stottrop und ihre Mitarbeiter herausgesucht. „Es ist unsere globalste Sammlung“, sagt Grütter, „zeitlich wie räumlich“. So sind hier Stücke aus allen Kontinenten zu entdecken, von der Erdfrühzeit bis zur Erdneuzeit. Der älteste Fund ist 2,9 Milliarden Jahre alt: ein Konglomerat aus Geröllen, das in Südafrika entdeckt wurde. „An der Beschaffenheit lässt sich erkennen, dass zu der Zeit noch kein Sauerstoff auf der Erde existiert hat“, erläutert Stottrop.

Sind solcherlei Fundstücke also vor allem aufgrund der Rahmendaten spektakulär, springen andere wiederum sofort ins Auge: zum Beispiel ein circa 180 Millionen Jahre altes Meereskrokodil aus der schwäbischen Alb, das das Ruhr Museum der Krupp-Familie zu verdanken hat. „Friedrich Alfred Krupp war sehr an Wissenschaft interessiert“, weiß Grütter. „Er kaufte geologische Sammelstücke wie ein Besessener.“

Ruhrbegiet ist ideal für Geologie

Nicht nur diese Sammlung konnte das Ruhr Museum in den eigenen Bestand integrieren: Erst im vergangenen Jahr fügte es die Stücke der Wuppertaler Fuhlrott-Sammlung hinzu, nachdem das dortige Museum geschlossen wurde. Das Ruhrgebiet sei ein idealer Ort für eine derart bedeutende Sammlung zur Geologie, betont der Direktor, denn: „Über zwei Jahrhunderte waren die Menschen hier von ihren Bodenschätzen abhängig. Die unzähligen Expeditionen ins Erdreich beim Bergbau, aber auch beim Kanal- und später beim U-Bahn-Bau haben zahllose geologische Objekte ins Tageslicht gerückt. Die Geschichte des Ruhrgebiets ist unheimlich wichtig für die Geologie. Umgekehrt wäre es gar nicht möglich, ohne Geologie das Ruhrgebiet zu verstehen.“

Wie auch zu den vorherigen sechs Ausstellungen der Sammlungen erscheint auch zu dieser ein Katalog. Zum Ende des Jahres ist geplant, alle sieben Kataloge anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Ruhr Museums in einem Schuber herauszubringen: 2008 wurde die Stiftung des auf Zollverein beheimateten Museums gegründet.

>>> TERMINE UND ORTE

Die Austellung „Erdgeschichten. Geologie im Ruhr Museum“ ist vom 2. Oktober 2017 bis 2. September 2018 auf der 21m-Ebene des Ruhr Museums, in der Kohlenwäsche auf Zollverein zu sehen.

Öffnungszeiten: montags bis sonntags, 10-18 Uhr. Entritt: 3 Euro, erm. 2 Euro, unter 18-Jährige haben freien Eintritt.

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