Deutsche Bahn

S-Bahn-Haltepunkt Dellwig-Ost bleibt ein trostloser Anblick

Ulrike Hahn, Annette Schwartz und Klaus-Dieter Pfahl stehen auf dem Bahnsteig an der S-Bahn-Haltestelle Essen-Dellwig-Ost und sehen sich den maroden Haltepunkt an.

Ulrike Hahn, Annette Schwartz und Klaus-Dieter Pfahl stehen auf dem Bahnsteig an der S-Bahn-Haltestelle Essen-Dellwig-Ost und sehen sich den maroden Haltepunkt an.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Dellwig.  Schon vor zehn Jahren sagte die Deutsche Bahn zu, den S-Bahn-Haltepunkt Dellwig-Ost zu sanieren. Doch seitdem ist kaum etwas geschehen.

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„Starke Schiene“ heißt die neue Strategie der Deutschen Bahn (DB). Die Kernpunkte dieses Milliarden-Programms hat DB-Chef Richard Lutz am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Punkt 4 verkündet er: „Durch einen starken Schienenpersonennahverkehr und die Integration mit innovativen Mobilitätsformen wird die DB mehr als eine Milliarde Menschen pro Jahr zusätzlich für Schiene und ÖPNV gewinnen.“ Dass dazu auch die beiden Dellwiger S-Bahn-Haltepunkte gehören könnten, dafür braucht eine normale Bahn-Kundin wie Annette Schwartz aus Dellwig schon viel Fantasie.

Besonders der Zustand von „Dellwig-Ost“ regt sie auf. Sechs Mal pro Stunde halten auf dem Bahndamm die Züge der S 9 auf dem Weg von und nach Haltern/Bottrop und Wuppertal. „Hier sieht es aus wie Sau. Es ist ein Wunder, dass hier noch niemand gestürzt ist“, nimmt die Dellwigerin kein Blatt vor den Mund.

Mit der S-Bahn auf den Weihnachtsmarkt oder in die Gruga

Von Beruf Tagesmutter, fährt sie mit ihren fünf Schützlingen immer wieder mal nach Borbeck, auf den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt oder in die Gruga, und das meist mit der S-Bahn. Zuletzt stieg sie aber liebe in der Gerscheden in die S-Bahn.

Denn was sie auf dem Weg von ihrem Büro an der Blitzstraße bis auf den Bahnsteig sieht, macht sie gelegentlich sprachlos: Müll über Müll läge zwischen den Büschen am Bahndamm. Kürzlich habe sie sich deshalb mit ihrer Kollegin Ulrike Hahn, ebenfalls Tagesmutter, aufgemacht und die Plastik- und anderen Verpackungen aufgesammelt. „15 Säcke haben wir aus dem Bahnhang herausgeholt“, erinnert sie sich.

Das gesamte Elend hat sie fotografiert und per E-Mail an die Deutsche Bahn nach Köln geschickt. Mit mäßigem Erfolg. „Ab und an hat der zuständige Mitarbeiter mal jemanden geschickt, aber es gibt keine regelmäßigen Reinigungsintervalle“, wundert sich Annette Schwartz.

„Überall Stolperfallen“

Ähnlich trostlos sei der Zustand des Wegs zum Bahnsteig. „Wenn man mit einem Trolli dort hoch muss, ist der doch schon kaputt, wenn man oben ankommt“, schimpft sie, leicht übertreibend. Der Bahnsteig selbst mache aber auch keinen besseren Eindruck: „Überall Stolperfallen.“

Jetzt wolle sie in die Öffentlichkeit gehen, sagt Annette Schwartz in der Hoffnung, „dass unser Meckern hilft“.

Diese Hoffnung teilt sie mit Klaus-Dieter Pfahl. Der stellv. Bezirksbürgermeister und CDU-Bezirksvertreter setzt sich seit Jahren für die Verbesserung der Dellwiger Haltepunkte ein. Zum Gespräch mit Annette Schwartz bringt er einen vier Jahre alten Zeitungsausschnitt mit. „Damals gab es hier einen Ortstermin mit dem Hauptbahnhofmanager, der für den Haltepunkt zuständig ist. Auch damals ging es genau darum, was Sie heute schildern“, sagt er. Und in der Zwischenzeit habe es immer wieder Beschwerden in der Bezirksvertretung IV gegeben. Doch viel genutzt habe alles nicht, bedauert Klaus-Dieter Pfahl. Ja, der Spiegel für den Fahrer sei erneuert worden, und die Hecken würden beseitigt. Aber sonst?

Alter Zeitungsausschnitt: „Der Schandfleck wird beseitigt.“

Er selbst sei auch schon zwei Mal auf dem buckeligen Bahnsteig gestolpert. Doch viel mehr sei nicht geschehen. Und schon gar nicht, was diese Zeitung vor sieben Jahren optimistisch angekündigt hatte: „Der Schandfleck wird beseitigt.“ Doch damals war nur der Kiosk an der Blitzstraße gemeint.

Vielleicht hilft ja jetzt die neue Strategie „Starke Schiene“…

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