Ermittlungen

Schüsse am Straßenstrich: Polizei Essen prüft Dienstvergehen

Nach den Schüssen am Essener Straßenstrich hatte zunächst die Bochumer Polizei die Ermittlungen übernommen - aus Neutralitätsgründen.

Nach den Schüssen am Essener Straßenstrich hatte zunächst die Bochumer Polizei die Ermittlungen übernommen - aus Neutralitätsgründen.

Foto: KDF-TV & Picture

Essen.  Polizist hat am Essener Straßenstrich auf ein Auto geschossen. Staatsanwaltschaft ermittelt nicht. Jedoch prüft die Polizei den Vorfall intern.

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Nach den Schüssen aus einer Dienstwaffe eines Polizisten auf ein flüchtendes Auto am Essener Straßenstrich sieht die Staatsanwaltschaft momentan zwar keinen Anlass für ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren. Jedoch prüft die Polizei mittlerweile ein mögliches Dienstvergehen des Beamten, der vor einer Woche auf die Reifen eines schwarzen Daimlers schoss. Dies berichtete Polizeisprecher Christoph Wickhorst gegenüber dieser Zeitung. Auf einen Wagen zu schießen, nur weil sich dessen Fahrer einer Kontrolle entziehen will, dürfte kaum als übliches Verhalten durchgehen.

Warum der Polizist dennoch zur Pistole gegriffen hat, ist allerdings noch unklar. Er habe bislang nicht aussagen können, so Wickhorst. Der geflüchtete Fahrer ist inzwischen identifiziert. Er ist 34 Jahre alt, polizeibekannt und kommt aus Freisenbruch. Unter seiner Meldeadresse konnte er „aber noch nicht angetroffen werden“, so Wickhorst. Gegen den Essener wird nun wegen Widerstands, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, BTM-Verstößen und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt.

Am Straßenstrich werden Polizisten regelmäßig fündig

Zu dem Zwischenfall war es in der Nacht zum 9. Januar gekommen: Beamte der Essener Polizei sind auf dem Straßenstrich an der Gladbecker Straße Streife gefahren, wie sie es häufiger tun. Denn zwischen Wohnwagen und Verrichtungsboxen treffen die Einsatzkräfte erfahrungsgemäß immer wieder auf Autofahrer, die förmlich danach schreien aus dem Verkehr gezogen zu werden, weil sie unter dem Einfluss von illegalen Drogen oder Alkohol stehen, weiß Wickhorst. Gegen 1.45 Uhr fiel den Ordnungshütern dann ein Fahrzeug ohne Licht auf, dessen Fahrer mehrfach Gas gab und dann wieder abbremste.

Eine Streifenwagenbesatzung setzte ihr Auto daraufhin frontal vor den Daimler, um den Mann am Steuer auf den Zahn zu fühlen. Dabei fiel ihnen auf, dass es sich um einen alten Bekannten handelte, dem bereits in der Silvesternacht wegen des Verdachts auf Drogenkonsum eine Blutprobe entnommen worden war und gegen den seitdem ermittelt wird.

Ein Polizist musste sich durch einen Sprung zur Seite retten

Plötzlich setzte der 34-Jährige seinen Wagen zurück und setzte zur Flucht an. Einer der Polizisten musste sich durch einen Sprung zur Seite retten, um dem Auto auszuweichen, schildert Wickhorst das Einsatzgeschehen. Die kurz danach „auf die Reifen“ abgefeuerten zwei Kugeln aus der Dienstwaffe verfehlen ihr Ziel und verletzen glücklicherweise niemanden. Zwei Mal hat die zunächst ermittelnde Bochumer Polizei das Gelände mit Unterstützung eines Spürhundes nach den Projektilen abgesucht. Ohne Erfolg. Wo sie am Ende eingeschlagen sind, weiß bislang niemand.

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