Interkulturelles Stadtfest

Arche Noah: So viele Kulturen wie nie feierten miteinander

Bunter Auftritt auf dem Kennedyplatz: Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (Mitte) stand gemeinsam mit Mitgliedern des Gemeinschaftsprojektes Arche Noah in Essen auf der Bühne.

Bunter Auftritt auf dem Kennedyplatz: Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (Mitte) stand gemeinsam mit Mitgliedern des Gemeinschaftsprojektes Arche Noah in Essen auf der Bühne.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Bunte Zeltstadt auf dem Essener Kennedyplatz: Beim „Arche Noah“-Fest sprachen und speisten Christen, Muslime und andere Kulturen gemeinsam.

„Denn Arche Noah ist vor allen Dingen ein Fest, bei dem sie alle sichtbar werden“, freut sich Pfarrer Willi Overbeck, der ein Mitbegründer des Festes ist, über die rege Teilnahme: Bei der siebten Auflage des Festes sind so viele unterschiedliche Kulturen wie noch nie dabei.

Sichtbar werden – das braucht der Katernberger Frauenverein Ana-Tolia eigentlich gar nicht mehr: Vor elf Jahren gegründet, ist er mittlerweile eine feste Größe im Stadtteil. „Wir sind über 60 Frauen, die sich gegenseitig unterstützen, fördern, die aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, sagt Huri Koç.

Vorurteile abbauen

So ist es kein Wunder, dass die selbstbewussten Frauen auch beim interreligiösen Dialog mitmachen und regelmäßig beim Arche-Noah-Fest ein köstliches Büffet auffahren. Denn genauso wie der Austausch, wie Musik und Tanzdarbietungen, gehören auch kulinarische Spezialitäten zum Fest.

Die genießt gerade Monika Mense, eine von über 5000 Besuchern, die nach Angaben der Veranstalter an diesem sonnigen Wochenende auf den Kennedyplatz strömen. „Bei diesem Fest kann man sich ein Bild davon machen, wie viele Kulturen es in unserer Stadt gibt, die friedlich miteinander leben“, sagt sie, „deswegen bin ich jedes Jahr gerne hier.“

„Wir wollen mit dem Fest auch ein positives Zeichen setzen in Zeiten von Bürgerwehren und AfD-Wahlerfolgen“, sagt die künstlerische Leiterin Benedikte Baumann. Dazu gehöre auch, Vorurteile abzubauen.

Das praktiziert die evangelische Jugend vorbildlich: Seit 2010 arbeitet sie mit der alevitischen Jugend zusammen. „Wir sind schon gemeinsam nach Auschwitz, Hohenschönhausen und Merin gefahren“, sagt Jugendreferent Klaus Krapf. Religiöse Konflikte gebe es nicht, dafür einen lebendigen Austausch.

Kaum Unterschiede

Den sucht auch Ansgar Wächter im Gespräch mit Mahinda Singh Khalsa von der Sikh-Gmeinde. „Ich bin heute eigentlich nur durch Zufall auf das Fest gestoßen – und habe so viel Neues erfahren“, sagt er. Am meisten habe ihn das Haus der Religionen auf Zeit erfreut, „dort stehen nicht nur Juden und Muslime und sprechen miteinander, dort werden auch in klaren Worten die Glaubensrichtlinien der einzelnen Religionen erklärt“. Und die würden sich eigentlich gar nicht so groß voneinander unterscheiden.

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