Corona

39-jähriger Essener verstarb in Zusammenhang mit Coronavirus

In der Essener Fußgängerzone gilt die Maskenpflicht – anders als in nahezu allen Nachbarstädten - noch nicht.

In der Essener Fußgängerzone gilt die Maskenpflicht – anders als in nahezu allen Nachbarstädten - noch nicht.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Essen.  Fast alle Nachbarstädte haben die Maskenpflicht in Einkaufszonen eingeführt. In Essen gebe es dort kein erhöhtes Infektionsgeschehen, heißt es.

Dienstag, 20. Oktober: In Essen hat es einen weiteren Todesfall nach einer Corona-Infektion gegeben. Ein 39-jähriger Mann ist im Universitätsklinikum Essen nach einem längeren stationären Aufenthalt verstorben, bestätigt die Stadtverwaltung. Der vorerkrankte Mann war am 6. Oktober wegen akuter Corona-Symptome ins Universitätsklinikum Essen eingeliefert worden. Dort wurde er intensivmedizinisch betreut und musste beatmet werden. Insgesamt sind damit 51 Essenerinnen und Essener an oder in Verbindung mit einer Corona-Infektion verstorben.

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Ungeachtet der neuen Regeln in nahezu allen Nachbarstädten, will Essen in der Innenstadt oder in anderen Einkaufsstraßen vorläufig keine Pflicht zum Maskentragen anordnen. „Es ist eine Option, die wir in Betracht ziehen, je nachdem, wie sich das Infektionsgeschehen noch entwickelt“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. „Aber wir haben aktuell keine Hinweise darauf, dass sich durch Begegnungen in der Fußgängerzone das Infektionsgeschehen erhöht hat.“

OB: Die Möglichkeit zum Abstandhalten ist auch in der Innenstadt gegeben

Vor einigen Tagen hatte Oberbürgermeister Thomas Kufen im Gespräch mit dieser Zeitung sein Unbehagen gegenüber Verboten oder anderen Maßnahmen ausgedrückt, die keinen praktischen Nutzen in Bezug auf das Infektionsgeschehen versprächen. Das Tragen von Masken sei selbstredend überall dort sinnvoll und dringend geboten, wo es keine Chance gibt, jederzeit den nötigen Abstand von Mensch zu Mensch einzuhalten. In der Essener Innenstadt und in den Stadtteilzentren ist dies jedoch nach Überzeugung des OB unter freiem Himmel kein Problem.

In Teilen der Innenstädte von Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim, Oberhausen und einigen weiteren Revierstädten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes inzwischen Pflicht. Die Städte müssen genau ausweisen, wo die Pflicht beginnt und endet.

Inzidenzwert steigt weiter an: Am Dienstagmorgen beträgt er 68,1

Die Stadt Essen hat am Dienstagmorgen neue Daten über die Verbreitung des Coronavirus veröffentlicht. 438 Essener sind demnach infiziert. Seit Beginn der Erkrankungswelle Ende Februar / Anfang März sind es insgesamt 2.965. Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an: In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen vom 13. bis zum 19. Oktober gab es 397 Neuinfektionen, was einen Inzidenzwert von 68,1 ausmacht. Das Landeszentrum Gesundheit des Landes NRW und das Robert Koch-Institut (RKI) weisen für Essen Dienstag einen Wert von 65,7 aus. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren nach Angaben der Stadt aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Die Zahl der Neu-Infektionen ist in Essen weiter gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 20. Oktober, 0 Uhr, einen neuen Inzidenzwert veröffentlicht: In den vergangenen sieben Tagen gab es umgerechnet auf 100.000 Einwohner 65,7 Neu-Infektionen. Seit Beginn der Coronapandemie haben sich laut RKI 2924 Essener Bürger mit dem Coronavirus infiziert.

Montag, 19. Oktober: Die Stadtverwaltung hat am Montagvormittag (10.10 Uhr) aktuelle Zahlen zur Corona-Situation in Essen veröffentlicht. Danach sind 468 Menschen (Sonntag: 443) mit dem Coronavirus infiziert, seit Beginn der Erkrankungswelle im Frühjahr sind es insgesamt 2.909 Essenerinnen und Essener. In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (12. bis 18. Oktober) hat es 376 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert (Anzahl infizierte Personen pro 100.000 Einwohner) von 64,5 ergibt. Das Robert Koch-Institut wie auch das Landeszentrum für Gesundheit NRW weisen für Essen heute einen Wert von 61,1 aus. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Die Zahl der Neu-Infektionen ist in Essen zu Wochenbeginn wieder leicht gestiegen. Das Robert-Koch-Institut hat am 19. Oktober um 0.00 Uhr einen neuen Inzidenz-Wert für Essen veröffentlicht, er liegt jetzt bei 61,1. Das heißt: In den vergangenen sieben Tagen gab es umgerechnet auf 100.000 Einwohner 61,1 Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus.

Sonntag, 18. Oktober. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts für die Stadt Essen stellt sich für den 18. Oktober etwas freundlicher dar als zuletzt: Demnach gab es in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 54,7 Fälle von Neuinfektionen. Der Inzidenzwert gilt als wichtiger Indikator für die Gefahren durch das Virus, ab 50,0 gilt die Gefährdungsstufe 2, wodurch besondere Einschränkungen in Kraft treten.

Am Sonntag gab die Stadt Essen folgende Zahlen bekannt: In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (11. bis 17. Oktober) hat es 376 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert (Anzahl infizierte Personen pro 100.000 Einwohnern) von 64,5 entspricht.

Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette, erläutert die Stadt.

Oberbürgermeister Thomas Kufen sieht für eine Maskenpflicht in den Geschäftsstraßen vorläufig keinen Anlass. Die Möglichkeit, Abstand zu halten, sei überall gegeben.

Freitag, 16, Oktober. Die Landesregierung hat den Städten am Freitag Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegeben, noch am späten Freitagabend hat die Stadtverwaltung in Essen die Gefährdungsstufe 2 offiziell festgestellt und in aller Eile eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Somit müssen sich Bewohner, Gastronomen und Kulturanbieter auf einige Änderungen einstellen.

Was in Essen vorläufig noch nicht vorgesehen ist: die Maskenpflicht im Freien, etwa in Fußgängerzonen. Die Maskenpflicht gilt mittlerweile in vielen Städten mit hohem Inzidenzwert auch draußen, und zwar da, wo sich der Abstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht einhalten lässt. Das Land begrüßt das und nennt beispielhaft Fußgängerzonen. In Essen ist das aber vorläufig kein Thema, so Stadtsprecherin Jasmin Trilling: „Ohne nachweisbares Infektionsgeschehen werden wir das nicht machen.“ Dies gelte zumindest vorerst.

Die Essener Innenstadt mit der Fußgängerzone sei luftig gebaut und nicht überlaufen und biete genügend Platz zum Abstand halten. Theoretisch könnte Essen etwa auf der Kettwiger und der Viehofer Straße auf Sicht Maskenpflicht einführen, möglicherweise auch in einigen Stadtteilzentren wie Steele und Rüttenscheid, wo es regelmäßig eng wird auf Straßen und Gehwegen. Am Freitagabend setzte Trilling dann einen anderen Akzent: „Wir werden das in den nächsten Tagen prüfen“, sagte sie.

Corona in Essen: Diese Regeln gelten jetzt

Essen muss bereits ab Samstag, 17. Oktober, von 23 bis 6 Uhr eine Sperrstunde für die Gastronomie einführen. Wirte müssen ihre Gäste um 23 Uhr hinausbitten, um 6 Uhr dürfen die ersten Cafés und Bäckereien mit Ausschank öffnen. Oberbürgermeister Thomas Kufen und Marketing-Chef Richard Röhrhoff hatten sich dezidiert gegen diese Restriktion ausgesprochen. Gastronomien seien in Essen keine Orte, in denen Ansteckungen nachzuweisen seien. Das ist für die Umsetzung nun allerdings ohne Belang. Erst wenn Essen wieder zuverlässig unter dem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 liegt, können die Kneipen und Restaurants wieder öffnen so lange sie wollen. Bars und Kneipenbesitzer wettern derweil gegen die neue Verfügung.

Rüttenscheider Gastros waren in der Nacht zu Samstag gut besucht

Damit am Freitagabend (16. Oktober) nicht noch wilde Abschiedsfeiern unter Ignorierung der Corona-Regeln in Rüttenscheid stattfinden, hat Ordnungsdezernent Christian Kromberg den Ordnungsdienst der Stadt nach Rüttenscheid beordert. Ferner werde eine Hundertschaft der Polizei nach dem Rechten sehen, so Kromberg. Viel gesehen haben Besucher der Rü davon aber nicht. Die Gastronomiebetriebe waren bis in die tiefe Nacht gut besucht, tatsächlich gab es wohl die Neigung, ein letztes Mal bis in die Nacht auszugehen, bevor für voraussichtlich längere Zeit die Sperrstunde gilt.

Veranstaltungen dürfen wieder nur eine eng begrenzte Zahl von Besuchern haben

– Alkoholhaltige Getränke dürfen generell im Außenbereich nicht mehr verkauft werden.

– In der Öffentlichkeit dürfen nur fünf Personen als Gruppe auftreten. Mehr dürfen es nur sein, wenn ein enges Verwandtschaftsverhältnis vorliegt.

– Private Feiern im öffentlichen Raum dürfen nur noch mit höchstens zehn Personen stattfinden, nicht mehr mit 25, wie es bislang galt.

– In allen städtischen Gebäuden herrscht bereits seit Montag Maskenpflicht.

– An Veranstaltungen kommerzieller Art dürfen maximal 100 Besucher teilnehmen, mit Ausnahmegenehmigung der Stadt maximal 250. Was das für die Essener Kultur-Institutionen bedeutet, ist noch unklar. Mit 100 Gästen würden sich viele Veranstaltungen nicht mehr lohnen.

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Maskenpflicht bei Theater und Philharmonie ab sofort auch am Sitzplatz

Bei Essener Theatern und Philharmonie herrscht ab sofort in allen Häusern auch auf den Sitzen Maskenpflicht. Ansonsten wird man die zuletzt geltenden Platzkapazitäten von etwa 380 Sitzen im Aalto-Theater und rund 100 Plätzen im Grillo-Theater an diesem Wochenende noch ausschöpfen.

Wie es danach weitergeht, will man entscheiden, wenn die neue Allgemeinverfügung der Stadt Essen vorliegt. Für 22 Veranstaltungen bis Jahresende wurde aber bereits vorsichtshalber der Vorverkauf gestoppt, weil sonst die vorgeschriebene Höchstgrenze von 250 Besuchern überschritten würde.

Stadt kündigt Kontrollen auf den „bekannten Essener Gastromeilen“ an

„Das Ordnungsamt der Stadt Essen wird gemeinsam mit der Polizei insbesondere verstärkt auf den bekannten Essener Gastronomiemeilen und im öffentlichen Raum die Einhaltung der bestehenden Corona-Regelungen kontrollieren“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Essen gilt offiziell seit Sonntag, 11. Oktober, als Risikogebiet oder Hotspot mit einem Inzidenzwert, der dauerhaft über 50 liegt. Entspannung ist vorläufig nicht in Sicht. Am Freitag, 16. Oktober, liegt die Zahl aktuell infizierter Bürger bei 424 – das ist ein neuer Höchststand seit dem Ausbruch der Pandemie. Am 1. März wurde in Essen der erste Corona-Fall bestätigt. Auch der Inzidenzwert liegt am Freitag, 16. Oktober, auf einem neuen Rekord-Level – 60,4.

OB Kufen kündigt an, die Maßnahmen eins zu eins umzusetzen – kein Flickenteppich mehr

Von einer Sperrstunde für gastronomische Betriebe hatte die Stadt so lange wie möglich abgesehen – seit Mittwoch hatten zum Beispiel Düsseldorf und Köln entsprechende Regeln verhängt, Essen aber nicht. Eigensinn gilt nun allerdings nicht mehr. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Politik aus einer Hand sowie Entschiedenheit im Einsatz gegen das Coronavirus“, erklärte Oberbürger Thomas Kufen am Freitagabend. Ein „Flickenteppich an Regelungen“ führe zur Verunsicherung und untergrabe die Akzeptanz der Maßnahmen. „Daher werden wir in Essen eins zu eins die heute für ganz NRW verabredeten Maßnahmen übernehmen und auch kontrollieren“, so der OB.

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